aktualisiert: 09.01.2013 08:44
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Wie sich die großen Weltwährungen in diesem Jahr entwickeln

Kathleen Brooks
Devisenausblick 2013
Währungen als Anlageklasse kommen in den Depots der meisten Deutschen nicht vor. Das könnte sich 2013 ändern, zumal immer mehr Devisenbroker den deutschen Markt entdecken. Währungsanalystin Kathleen Brooks von Forex.com/Gain Capital gibt einen Ausblick auf das soeben begonnene Jahr.
von Kathleen Brooks von Forex.com/Gain Capital

US-Dollar

Trotz des in letzter Minute gefundenen Kompromisses zwischen Republikanern und Demokraten zur Rücknahme von Steuererhöhungen und Ausgabenkürzungen, der so genannten Haushaltsklippe, dürfte es der US-Dollar 2013 gegenüber dem Euro schwer haben. Vor allem, wenn die US-Notenbank Fed weiterhin unbegrenzt Staatsanleihen aufkauft. Allerdings setzt das Szenario eines schwächeren US-Dollar voraus, dass Europa die Schuldenkrise in den Griff bekommt, insbesondere in großen Ländern wie Spanien und Italien. Das wiederum könnte schwierig werden. Noch ist nicht auszuschließen, dass beide Länder unter den Rettungsschirm kriechen müssen, was die Volatilität im Euro/Dollar-Kurs schlagartig erhöhen könnte. Sollte das nicht der Fall sein, erwarten wir für das Währungspaar EUR/USD eine Seitwärtsbewegung in einer Spanne von 1,20 bis 1,40 US-Dollar.

Schweizer Franken

Noch gemächlicher dürfte sich der Umtauschkurs des Euro zum Schweizer Franken entwickeln. Zumindest in der ersten Jahreshälfte ist zu erwarten, dass der Euro in einem relativ schmalen Band um die Marke von 1,20 Franken pendelt. Zwar ist der Franken überbewertet, was der eidgenössischen Wirtschaft schadet. So lange die Schuldenkrise im Euroraum jedoch nicht gelöst ist, besteht kein Abwertungsdruck für den Franken. Einer größeren Aufwärtsbewegung steht das Ziels der Schweizer Nationalbank (SNB) entgegen, die Marke von 1,20 unter allen Umständen zu verteidigen. Allerdings müssen die Schweizer aufpassen, um nicht als Währungsmanipulatoren abgestempelt zu werden. Die SNB wird also mit diplomatischem Geschick vorgehen müssen.

Japanischer Yen

Die fundamentalen Gründe, sich aus dem Yen zu verabschieden, sind seit Anfang 2012 intakt: Das Wachstum ist schwach, die politische Situation verfahren, die Staatsverschuldung enorm. Die Bank of Japan wird nach dem Regierungswechsel wohl auf Schmusekurs zur Politik gehen, deren Ziel eine Abschwächung der Währung ist, um den Export zu stärken. Der Dollar könnte bis Ende 2013 auf 90 Yen steigen, aber Anleger sollten Geduld mitbringen. Es kann immer wieder zu Rückschlagphasen kommen. Denn der Yen hat seinen Ruf als sicherer Hafen noch nicht verloren. Vor allem bei externen makroökonomischen Schocks tendieren die Japaner dazu, ihr Geld aus dem Ausland abzuziehen. Und die lockere Geldpolitik der Fed wird den Dollar auch zum Yen nicht unbegrenzt steigen lassen.

Australischer Dollar

Der Australische Dollar, bisher eine beliebte Fluchtwährung, bewegt sich am oberen Ende der Risikoskala. Falls es im nächsten Jahr zu Problemen in Spanien und Italien kommt, wird er stabil bleiben. Falls nicht, könnte eine weitere Abschwächung der Rohstoffnachfrage aus China dem Aussie-Dollar zusetzen. Sollte die Royal Bank of Australia (RBA) ihren bereits begonnenen Zyklus der Zinssenkungen fortsetzen, wird dies das Aufwärtspotenzial ebenfalls begrenzen. Sollten die Anleger weltweit wieder den Risiko-aus-Knopf drücken, könnte der Australische Dollar – zusammen mit einigen Emerging-Markets-Währungen – sogar erheblich leiden. Denn die Notenbank hat noch erheblichen Spielraum für Zinssenkungen, falls die Konjunktur schwächelt. Demgegenüber sind EZB, Fed, Bank of England und andere auf einem Niveau angelangt, von dem aus man kaum mehr tiefer gehen kann. Eine schwindende Zinsdifferenz allerdings könnte dem Aussie wehtun.

Türkische Lira

Im Vergleich zur Türkischen Lira hat sich der Euro im zweiten Halbjahr 2012 erholt, denn die ökonomischen Fundamentaldaten am Bosporus haben sich etwas verschlechtert. Doch obwohl sich das türkische Wirtschaftswachstum abgeschwächt hat, macht das Land im Vergleich zu den G10-Staaten einen sehr gesunden Eindruck. Trotzdem: Die Arbeitslosigkeit ist gestiegen, deshalb sollten Anleger sehr genau beobachten, ob sich die wirtschaftlichen Eckdaten im neuen Jahr verbessern können. Wenn dem so sein sollte, könnte die Lira zulegen, denn dann würde der Druck auf die Zentralbank nachlassen, die Zinsen zu senken (was sie in 2012 schon getan hat). Die Risiken sind die gleichen wie für den Australischen Dollar und Emerging-Markets-Währungen. Wenn ein exogener Schock die Kapitalmärkte in den „Risiko-raus“-Modus versetzen sollte, könnte es zum Ausverkauf kommen: Erstens, weil die Liquidität der Türkischen Lira nicht übermäßig hoch ist. Zweitens, weil dann möglicherweise eben doch die Zinsen gesenkt werden. Der sinkende Remditeabstand – etwa im Vergleich zu deutschen Staatsanleihen – würde die Lira schwächen.

Diese Länder haben die größten Devisenreserven

 

Platz 20: Italien

Der Mittelmeerstaat ist bei Reisenden sehr beliebt und verfügt daher über Devisen von über 35,2 Milliarden Dollar.

Quelle: The Wall Street Journal, Bild: Katharina Wieland Müller / pixelio.de
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Schweizer Franken1,2059-0,0006
-0,0510
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0,1812
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