06.06.2013 16:48
Bewerten
 (0)

EZB-Chef Draghi lässt Euro steigen

EZB treibt an
Der Euro hat am Donnerstag Kursauftrieb durch Aussagen des EZB-Chefs Mario Draghi erhalten.
Europas oberster Währungshüter gab zwar einen trüberen Wirtschaftsausblick, die Wahrscheinlichkeit weiterer Zinssenkungen ist laut Experten dennoch gesunken. Die Gemeinschaftswährung reagierte mit Kursgewinnen und markierte am Nachmittag ein Vier-Wochenhoch von 1,3172 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,3118 (Mittwoch: 1,3067) Dollar festgesetzt.

    Notenbankpräsident Draghi stellte den Finanzmärkten zwar weiter Billiggeld in Aussicht, konkrete Hilfe für die lahmende Wirtschaft wollte er aber vorerst nicht anbieten. Dabei senkte die EZB ihre Konjunkturprognose für den Euroraum und rechnet nun damit, dass die Wirtschaftsleistung 2013 um 0,6 Prozent schrumpft. Dennoch ließen die Notenbanker den Leitzins auf dem erst im Mai beschlossenen Rekordtief von 0,5 Prozent. Dass die EZB trotz der eingetrübten Aussichten nicht nochmal am Zinsrad gedreht hat, lässt die meisten Analysten nun daran zweifeln, dass sie dies in den kommenden Monaten tun wird.

    "Sollten sich die jüngsten Anzeichen einer Stabilisierung der Wirtschaft des Euroraums in den kommenden Wochen und Monaten bestätigen, wovon wir derzeit ausgehen, könnte die EZB wohl auf zusätzliche stimulierende Maßnahmen verzichten", kommentierte Ökonom Heinrich Bayer von der Postbank. Allerdings stellt der Experte seine Annahme unter Vorbehalt: Sollten die "harten" Konjunkturdaten die jüngste Verbesserung der Stimmungsindikatoren nicht nachvollziehen, müsse mit weiteren Schritten der EZB einschließlich einer nochmaligen Senkung des Leitzinses gerechnet werden.

    Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,84910 (0,85105) britische Pfund (EUR/GBP), 129,96 (130,13) japanische Yen (EUR/JPY) und 1,2357 (1,2371) Schweizer Franken (EUR/CHF) fest. Die Feinunze Gold wurde am Nachmittag in London mit 1.400,00 (1.404,00) Dollar gefixt. Ein Kilogramm Gold kostete 33.740,00 (33.800,00) Euro./hbr/jkr/kja

FRANKFURT (dpa-AFX)

Bildquellen: C. / Shutterstock.com
Artikel empfehlen?
Für den Live-Chat können Sie sich mit Ihrem finanzen.net-, Facebook- oder Twitter Account anmelden. Um immer die neusten Beiträge zu sehen, stellen Sie bitte "Neuesten" ein.

Devisenkurse

NameKurs+/-%
Dollarkurs1,2484-0,0022
-0,1759
Japanischer Yen147,0110-0,1040
-0,0707
Britische Pfund0,79300,0012
0,1490
Schweizer Franken1,2017-0,0006
-0,0470
Hong Kong-Dollar9,6785-0,0187
-0,1928
Bitcoin298,3900-0,9100
-0,3040
weitere Devisen im Währungsrechner

Heute im Fokus

DAX fester -- Wall Street geschlossen -- Deutsche Bank dampft Handel mit Gold und Silber ein -- Aufspaltungsforderung - Was Europa von Google will -- Infineon, BASF, Amazon, Google im Fokus

Draghi: EZB zu weiteren Maßnahmen bereit. Inflation in Deutschland weiter im Sinkflug. GfK-Konsumklima hellt sich auf. Misstrauensvotum gegen Juncker im Europaparlament gescheitert. GoPro entwickelt eigene Drohnen. Daimler streicht in Mannheim bis 2021 rund 500 Stellen.

Themen in diesem Artikel

20 Dinge, die man für 561 Milliarden Euro kaufen könnte

Diese Aktien sind auf den Verkauflisten der Experten

Wenn Zukunft Gegenwart wird

Umfrage

Der milliardenschwere "Soli" soll nach dem Willen von Rot-Grün ab dem Jahr 2020 auch den Ländern und Kommunen im Westen Deutschlands zugutekommen. Was halten Sie von diesem Vorhaben?

Anzeige