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22.12.2011 18:00

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Mit Devisen durch die Krisen



Heiko Müller, Alpari Deutschland
Im Handel mit Währungen gehen Tag für Tag und rund um die Uhr immense Summen um. Auch für Privatinvestoren biete der Devisenmarkt viele Möglichkeiten, attraktive Renditen zu erwirtschaften.

von Heiko Müller, Gastautor von Euro am Sonntag

Neben Timing und Know-how kommt es beim Handel mit Währungen aber entscheidend auf den Einsatz der richtigen Finanzinstrumente an. Beim Stichwort Börse denken die meisten Menschen an bekannte Indizes wie DAX, Euro Stoxx 50 oder Dow Jones. Dabei ist das Aktiensegment bei Weitem nicht die größte Abteilung an den internationalen Kapitalmärkten. Diese Rolle fällt dem Devisenhandel zu. Im vergangenen Jahr hat die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) das Volumen in dem auch Foreign Exchange (kurz Forex oder FX) genannten Markt unter die Lupe genommen. Das Ergebnis: Allein im April 2010 belief sich der Umsatz im internationalen Währungshandel auf annähernd 4.000 Milliarden US-Dollar – täglich.

Die Erhebung zeigt auch, dass die Umsätze im FX-Bereich während der Wirtschafts- und Finanzkrise 2008/09 deutlich nach oben gingen. 2010 übertraf das tägliche Volumen den Wert von Anfang 2007 um knapp ein Fünftel. Als besonders eifrige Akteure machte die BIZ institutionelle Investoren wie Investment-, Hedge- und Währungsfonds sowie Versicherungen und Pensionskassen aus.

Bei Privatanlegern fristet der Devisenbereich dagegen eher ein Schattendasein. Dabei ist der Währungsmarkt nicht nur wegen seiner extrem hohen Liquidität, der Möglichkeit, rund um die Uhr Orders zu platzieren und einer unvergleichlichen Fülle an Informationsmöglichkeiten sehr interessant. Er bietet überdies eine immense Auswahl an Basiswerten mit den unterschiedlichsten Investment-Charakteristiken.

Viele Trading-Gelegenheiten
für aktive Anleger

Im Mittelpunkt des Interesses steht dabei unbestritten das Devisengespann Euro/US-Dollar, das seit einiger Zeit sprichwörtlich im Krisenmodus läuft. Auf der einen Seite wirken die immensen Schuldenprobleme der Eurozone auf die Notierung ein. Auf der anderen Seite zeigen zwar immer mehr Indikatoren, dass die US-Wirtschaft allmählich in die Gänge kommt. Doch die Notenbank Fed hat den Märkten bis Mitte 2013 rekordtiefe Zinsen in Aussicht gestellt. Gleichzeitig schwebt der ungelöste Haushaltsstreit in Washington wie ein Damoklesschwert über dem US-Dollar. Der Kursverlauf von EUR/USD spiegelt die fundamentale Pattsituation eindrucksvoll wider. Gegenüber Silvester 2010 zeigt sich das Währungspaar kaum verändert. Gleichwohl kam es im laufenden Jahr immer wieder zu heftigen Ausschlägen – mit jeder Menge Trading-Gelegenheiten für aktive Anleger.

Von einer stabilen Entwicklung kann bei den sogenannten Safe-Haven-Währungen nicht die Rede sein. Insbesondere der Japanische Yen ist als vermeintlich sicherer Hafen gefragt. Entsprechend ging es für das viel beachtete FX-Duo USD/JPY allein im laufenden Jahr bis dato um mehr als vier Prozent nach unten. Mehrmals versuchte Japan gegenzusteuern und verkaufte im großen Stil Yen. Dies sorgte zwar für kurze Gegenbewegungen, umkehren ließ sich der Negativtrend ­allerdings nicht.

Auch um den Franken rissen sich die Investoren, in der Hoffnung, einen Hort der Stabilität ins Portfolio zu bekommen. Für die Schweizer Exportwirtschaft entpuppte sich vor allem die starke Aufwertung der eidgenössischen Währung gegenüber dem Euro als schwere Belastung. Nachdem verschiedene Maßnahmen gegen die starke Aufwertung kaum Wirkung entfalteten, zog die Schweizerische Nationalbank Anfang September die Reißleine und legte einen Mindestkurs von 1,20 Franken je Euro fest. Bis dato ging das Kalkül auf, EUR/CHF pendelte sich oberhalb der festgesetzten Marke ein.

An der kurzen Leine hängt auch der Renminbi. China überlässt seine Währung nicht dem freien Spiel der Märkte, sondern erlaubt nur eine allmähliche Aufwertung. Immerhin gab das Währungspaar USD/CNY auf Sicht von zwölf Monaten um gut vier Prozent nach. Generell spielen Emerging Markets wie China im internationalen Devisenhandel eine immer wichtigere Rolle.

Die skizzierten Situationen zeigen, dass sich für Anleger im Devisenmarkt viele Chancen bieten. Dazu stehen die unterschiedlichsten Finanzinstrumente zur Verfügung. Eine Möglichkeit bieten Optionsscheine. Allerdings ist die Bepreisung dieser Hebelpapiere relativ komplex. Neben dem Kurs des zugrunde liegenden Währungspaars nehmen die Restlaufzeit und insbesondere die Volatilität Einfluss.

Groß ist auch das Angebot an Mini-Futures. Bei diesen Produkten ist eine Positionierung ohne Laufzeitbegrenzung möglich. Zudem bleibt die Volatilität außen vor. Gleichwohl beinhaltet der Mini-Future einen Stop-Loss – wird diese Schwelle erreicht, verfällt der Schein und Anleger bekommen allenfalls einen Restwert ausbezahlt.

Zu den neueren Möglichkeiten im FX-Bereich zählt der Contract for Difference (CFD), mit dem Anleger ohne Laufzeitbegrenzung sowohl auf steigende als auch auf fallende ­Notierungen setzen können. Weiterer Vorteil: Der Kapitaleinsatz beschränkt sich auf eine Sicherheitsleistung, die sogenannte Margin. Insofern agieren Investoren auch beim CFD mit Hebel. Geht die mit einer Position verbundene Erwartung nicht auf, drohen aber empfindliche Verluste. Grundsätzlich ist es sogar möglich, dass der Halter nachschießen muss.

Auf Augenhöhe mit den
Profis am Devisenmarkt

Auf Augenhöhe mit den Devisenmarkt-Profis begeben sich Anleger, wenn sie ein Konto bei einem Forex-Broker eröffnen. Hier können sie direkt, transparent und kosteneffizient in einzelne Währungspaare investieren. Für gewöhnlich fallen dabei weder Kommissionen noch Gebühren an. Die einzige Kostenkomponente stellt der Spread, die Differenz zwischen Geld- und Briefkurs, dar.

Ausgedrückt wird der Spread in der kleinsten Handelseinheit, dem sogenannten PIP. Gewöhnlich bewegt er sich an der vierten Stelle nach dem Komma. Maßgeblich für die Höhe der ­Geld/Brief-Spanne ist die Liquidität eines Währungs­paars. Gute Broker ermöglichen beispielsweise den Handel in EUR/USD zu einem Spread von 1,6 PIP. Wie beim CFD leisten ­Anleger auch im Forex-Handel eine Margin. Diese bezieht sich auf Lot, die gängige Kontraktgröße am Devisenmarkt. Um beim Währungspaar EUR/USD ein 100.000 Einheiten umfassendes Lot zu handeln, muss der Kunde 1.000 Euro hinterlegen. Daraus resultiert ein Hebel von 100, der bei manchen Forex-Brokern aber frei gewählt werden kann. Orders können rund um die Uhr platziert werden.

Gerade wegen der unzähligen Möglichkeiten sollten Anleger unbedingt den Fehler vermeiden, im Devisenhandel schnell und unbedarft auf überdurchschnittliche Gewinne zu spekulieren. Vielmehr braucht es eine gründliche Vorbereitung für die ersten Schritte in dieser speziellen und zugleich chancen­reichen Anlageklasse. Dabei hilft die Fülle an ­guter Literatur. Außerdem lässt sich der Einstieg auf kostenfreien Demokonten bei den Forex-Brokern üben. So realitätsnah solche Simulationen auch sind: Die mit einem Engagement in der wirklichen Devisenwelt einhergehende psychische Belastung lässt sich nicht simulieren. Hier ist und bleibt „Learning by doing“ das beste Motto.

Eldorado für Trader
Seit 2006 erlebte der Wechselkurs des Euro in Relation zum US-Dollar immense Ausschläge. Im Sommer 2008 markierte das Devisenpaar bei knapp 1,60 US-Dollar ein Rekordhoch, um keine 24 Monate später unter der 1,20er-Marke abzutauchen. Auch wenn das Duo EUR/USD aktuell wieder nahe dem Niveau von Ende 2006 zu finden ist, hatten Trader in dieser Zeit jede Menge Chancen.

Zur Person:

Heiko Müller, Geschäftsführer
von Alpari Deutschland

Heiko Müller verantwortet seit 2009 das Deutschland-Geschäft von Alpari. Müller blickt auf über zehn Jahre Berufserfahrung im Bereich Wertpapierhandel und Finanzdienstleistung zurück.
Alpari (Deutschland) ist eine Tochter von Alpari (UK) und bietet Anlegern Zugang zu den Devisenmärkten. Neben einem Angebot von über 50 Devisenpaaren können Anleger bei Alpari auch eine Anbindung an den institutionellen Devisenhandel inklusive der entsprechenden Liquidität und der Spreads nutzen.

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