08.02.2013 15:10

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Gibt es einen Währungskrieg?


Nachdem bei der Eurokrise laut Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble das Schlimmste überstanden ist, beherrscht nun wieder mal die Diskussion um einen Währungskrieg die Runde. Dabei geht es um einen Abwertungswettlauf der drei großen Weltwährungen — Euro, US-Dollar und Yen.

Gerade die neue japanische Regierung unter Premier Shinzo Abe versucht im Moment massiv, das Land mit einer Geldschwemme aus der Deflationsfalle herauszuholen. Der Yen hat daraufhin gegenüber dem Jahresanfang schon deutlich abgewertet. Aber überbewerten sollte man dies keinesfalls. Denn zuvor war der Yen so etwas wie eine Fluchtwährung während der Hochzeit der Staatsschuldenkrise. Im Grunde ist nun die vermeintliche Yen-Schwäche nur eine längst überfällige Korrektur. Lange Zeit war der Yen einfach überbewertet. Nun ist er bei 124 Yen, die man für einen Euro bekommt.

Der Yen war vor fünf Jahren viel stärker

Wer ein paar Jahre zurückschaut (bis 2008) erkennt, dass damals der Yen schwach war — und nicht heute. Vor fünf Jahren bekam man für einen Euro in der Spitze 170 Yen. Von der Warte aus gesehen ist der Anstieg ein Non-Event. Man sollte sich vom medialen Rummel nicht beeindrucken lassen und seinen Blick ganz woanders hin werfen — etwa nach Russland. Seit dieser Woche sind russische Staatsanleihen über Euroclear abwickelbar. Clearstream will bald folgen. Und auch noch in diesem Jahr sollen russische Aktien über die Systeme handelbar sein. Experten erwarten, dass 20 Milliarden ausländische Dollar in den russischen Rentenmarkt fließen. Wenn später im Jahr gleiches bei Aktien möglich ist, dürften russische Aktien massiv haussieren.

Ein ruhiges Wochenende wünscht Ihnen Jörn Kränicke, Chefredakteur

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