16.05.2013 16:10
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Schäuble: Zu viel Liquidität in der Welt

Kritik an Geldpolitik
Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hat ein weltweit zu hohes Maß an Liquidität kritisiert und bekräftigt, dadurch würden die wahren Probleme nicht gelöst.
"Wir haben viel zu viel Liquidität durch die Zentralbanken in der Welt", sagte Schäuble bei einer Diskussionsveranstaltung mit dem luxemburgischen Ministerpräsidenten Jean-Claude Juncker in Berlin. "Das sind Placebos", kritisierte er.

   Die Steigerung der Liquidität werde aber die Probleme nicht lösen. "Wir haben in der Welt Fehlanreize", sagte er. Schäuble stört sich auch daran, dass die in Toronto vereinbarten Ziele für den Schuldenabbau jetzt wieder in Frage gestellt werden.

   Der Finanzminister hatte bereits am Vortag Kritik an der ultra-lockeren Geldpolitik der japanischen Zentralbank geäußert. "Sie drucken ein bisschen viel Geld, die japanische Notenbank", sagte Schäuble bei einer Veranstaltung mit Schülern.

   In der Diskussion mit Juncker betonte Schäuble ausdrücklich, er kritisiere nicht die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB). "Die EZB macht ihre Sache richtig, wir sollten nicht erwarten, dass sie die Probleme der Politik lösen kann", sagte er.

   Die Finanzpolitiker müssten Strukturreformen vorantreiben, forderte er. Ohne diese helfe der Wirtschaft "auch ein Nullleitzins am Ende nichts." Der frühere Eurogruppenchef Juncker kritisierte allerdings die öffentliche Diskussion in Deutschland über die Krisenpolitik der EZB. "Wenn die EZB genau das Gegenteil dessen tun würde, was sie jetzt tut, wäre dann die Lage besser?", fragte er rhetorisch.

   Schäuble und Juncker zeigten sich einig in der Einschätzung, dass Europa bei der Lösung der Probleme vorangekommen, aber in der Krise "noch nicht über den Berg" sei. "Die Zinsen für Staatsanleihen sind wieder einigermaßen marktgerecht in Europa", konstatierte der Finanzminister.

   Hauptproblem sei die schwächere wirtschaftliche Entwicklung überall in der Welt, aber auch in Europa. Beide mahnten besonders dringliche Maßnahmen zum Abbau der Jugendarbeitslosigkeit in Europa an.

   (BERLIN) Dow Jones Newswires

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