11.01.2017 15:27
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Französischer Präsidentschaftskandidat gibt dem Euro noch 10 Jahre

Ohne Reformen: Französischer Präsidentschaftskandidat gibt dem Euro noch 10 Jahre | Nachricht | finanzen.net
Ohne Reformen
Für Frankreichs Präsidentschaftskandidaten Emmanuel Macron sind die Tage der Europäischen Gemeinschaftswährung gezählt. Es gebe nur noch eine Chance, den Euro zu retten.
Emmanuel Macron nimmt Kurs auf das höchste Amt in Frankreich. Der Präsidentschaftskandidat geht mit einer klaren Meinung in den Wahlkampf. Er bekennt sich klar zu Europa und zur Währungsunion, geht aber mit einer eindringlichen Warnung an die Öffentlichkeit.

"Ohne Reformen ist der Euro bald tot"

Macron ist pro-europäisch, das hat er bei verschiedensten Anlässen immer wieder betont. Und doch macht er sich Sorgen um den Zustand von Europa und insbesondere um den Euro. Tatsächlich sieht er die Europäische Gemeinschaftswährung in akuter Gefahr und zwar innerhalb der nächsten zehn bis 15 Jahre: "Das Risiko besteht, dass wir den Euro dann nicht mehr haben", warnte Macron bei einem Auftritt an der Berliner Humboldt-Universität. Die Gründe für seine Einschätzung sieht Macron dabei ganz pragmatisch: Ohne Reformen könne weder die Gemeinschaftswährung noch die Euro-Zone als Ganzes langfristig überleben, so der Politiker weiter.

Deutschland in der Pflicht

Dabei fordert Macron insbesondere von Deutschland mehr Engagement. Seiner Einschätzung nach funktioniere der Euro derzeit eher wie "eine Art schwache D-Mark", deren Nutznießer vor allem die deutsche Industrie sei. Um diese "Fehlfunktion" zu beheben, müsse Deutschland mehr investieren, so Macrons konkrete Ansage an Frankreichs engsten Verbündeten. Frankreich selbst solle Reformen in anderer Richtung anstoßen: Wenn er Präsident wird, seien insbesondere Reformen auf dem Arbeitsmarkt sowie im Bildungsbereich geplant.

Deutschland und Frankreich als Verbündete

"Ich will viel mehr Europa, und ich will es mit Deutschland", so Macron am Dienstagabend weiter. Als Angriff auf Deutschland will der 39-Jährige seine Forderungen entsprechend auch nicht verstanden wissen. Vielmehr beschwor er den europäischen Gemeinschaftsgeist, Deutschland und Frankreich müssten "zusammen den Euro retten", so der Präsidentschaftskandidat, der unter Staatschef François Hollande als Wirtschaftsminister tätig war. "Ich habe Vertrauen in Deutschland" lautete der Schlusssatz seiner Rede in Berlin.

Redaktion finanzen.net

Bildquellen: Sean Gallup/Getty Images

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