03.08.2012 14:37
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Euro (noch) unter Druck

Rösler macht Angst, Merkel beruhigt.
Die Schuldenkrise hat den Euro in den letzten Wochen gegenüber dem US-Dollar weiter abwerten lassen. Zur Disposition stand zwischenzeitlich auch das Tief aus dem Jahr 2010 bei rund 1,19 US-Dollar. Auch wenn sich der Euro in den zurückliegenden Tagen wieder etwas erholen konnte, ist letztendlich noch nicht klar, ob das 1,19er-Tief nicht doch getestet wird.

Zur Beschleunigung des Verfalls hat das Gerücht beigetragen, dass Griechenland eventuell aus dem Euroverbund ausscheiden könnte. Der deutsche Wirtschaftsminister Rösler hat sich in diese Richtung in einem Interview geäußert. Kritiker von Rösler werfen ihm „Sommertheater“ vor, weil sich fundamental nichts geändert habe. Zudem könnte Röslers Agieren auch taktische Gründe haben: Man erhöht den Druck auf Athen, um jedes Nachlassen der Sparbemühungen im Keim zu ersticken. Merkel, Draghi und Hollande haben sich unterdessen für den Euro stark gemacht, das beruhigte den Markt.

Nichts wird so heiß gegessen, wie es ...

... gekocht wird. Das gilt in aller Regel auch für die Wirtschaft und für die Börse. Auch wenn allerorten vom „Untergang“ des Euros zu lesen und zu hören ist, ein Aus für die Gemeinschaftswährung ist unwahrscheinlich. Selbst einen Ausstieg Griechenlands halten viele Experten, die nicht stets die mediale Öffentlichkeit suchen, für abwegig, weil die daraus resultierenden Kosten jeden Nutzen übersteigen würden. Insofern könnte es sinnvoll sein, auf eine sukzessive Erholung des Euros zu spekulieren. Das Problem: Hat der Euro schon sein vorläufiges Tief gesehen? Oder kommt es etwa noch zu einem Test des 2010er-Tiefs bei 1,19 US-Dollar? Scheitert dieser Test, könnte es auch noch mal auf 1,125 US-Dollar runtergehen. So niedrig notierte der Euro gegenüber dem US-Dollar zuletzt im Jahr 2003. Auf dem Weg nach oben sind zudem viele Widerstände zu überwinden.

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