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09.01.2012 08:33

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Tageskommentar zu EUR/USD


Kommentar 1:
In den letzten Monaten sahen wir verstärkt immer wieder folgende Tendenz: stieg die Risikobereitschaft der Anleger, setzten auch Käufe im Euro ein, so dass bei Indizien einer sich verbessernden konjunkturellen Entwicklung in den USA verstärkt Euro nachgefragt wurden. Die Entwicklung vom Freitag scheint jedoch zu bestätigen, was im Vorfeld bereits immer wieder von einigen Experten vermutet wurde: ?Die große Korrelation der Risk-On-Off-Trades scheint sich aufzulösen."

Kommentar 2:
Der Euro gab am Freitag deutlich nach, setzte damit seinen Abschwung und übergeordnet absolut intakten Abwärtstrend fort und erreichte das 1,27er Kursniveau, welches er nun zu Wochenbeginn zudem knapp unterschritt. Doch anders als in den Vormonaten interpretieren Marktbeobachter diese jüngste Entwicklung nicht als Euro-Schwäche, sondern sehen hier eine klare Dollar-Stärke nach den guten US-Arbeitsmarktdaten. In einem DJNW-Begleitkommentar wurde am Freitagabend ein Händler mit den Worten zitiert: ?Das ist eine wiedergewonnene Stärke des US-Dollars und kein Votum gegen die anderen Währungen.? Zur Begründung führte er an, dass der USD gegen ?alle Hauptwährungen?, als Yen und Pfund und eben auch Euro, aufwertete. Der US-Arbeitsmarkt zeigte im Monat Dezember eine über den Erwartungen liegende Erholung. Neu geschaffene Stellen lagen bei 200.000, die Konsenserwartung der Volkswirte war im Vorfeld mit 150.000 angegeben worden. Selbst nach dem sehr guten ADP-Bericht vom Donnerstag waren die erhöhten Schätzungen nur von bis zu 200.000 ausgegangen. Lediglich die Abwärtsrevision im November von 20.000 Jobs bremste die Begeisterung etwas. Die für Europa ausgewiesenen Konjunkturdaten enttäuschten und belasteten dagegen wieder einmal. Die Auftragseingänge der deutschen Industrie gingen im November deutlich stärker zurück als erwartet und fielen um 4,8 Prozent. Wie es weiter hieß, gingen die Aufträge aus dem Ausland sogar um fast 8 Prozent zurück. Auch der Index der EU-Kommission zum Wirtschaftsvertrauen in der Eurozone hatte sich im Dezember eingetrübt.

Kommentar 3:
Marktbeobachter machen sich zudem immer mehr Sorgen um die Refinanzierungsfähigkeit der Peripheriestaaten im Euroraum. Besonders in dieser Konstante sehen Experten und Analysten das Hauptargument, welches sich gegen jeden nachhaltigen Erholungsversuch des Euro stemmt. ?Wenn der Markt noch nicht einmal mehr Ländern wie Deutschland und Frankreich zutraut, sich problemlos am Kapitalmarkt zu finanzieren, was soll dann erst passieren, wenn Italien ab Mitte Januar massiv Mittel einsammeln muss??, sagte am Freitag ein Devisenanalyst von der Commerzbank mit Blick auf die letzten Auktionen deutscher und französischer Anleihen.

Fazit:
Die technische Ausgangslage spiegelt die schlechte Marktstimmung wider. Es dominiert ein absolut intakter, in jeder Hinsicht bestätigter Abwärtstrend. Wir verweisen auf eine aktuelle Überhitzung des Trendverlaufes auf der Unterseite und eine sich daraus ergebende Reaktionswahrscheinlichkeit auf der Oberseite. Sinnvolle Unterstützungen liegen uns derzeit keine vor, der nächst höher liegende Widerstand ist der Bereich um 1,2857 USD. Konsequenterweise gelten Kursverluste fortgesetzt als Impulsbewegung, Erholungsschübe auf der Oberseite als Reaktionen. Angesichts des überverkauften Marktes rechnen wir dennoch mit einer Gegenbewegung, auch wenn dadurch der übergeordnete Abwärtstrend nicht in seinem Bestand gefährdet wird. Wir platzieren eine Kauforder bei 1,2720 USD mit Kurs-Ziel bei 1,28,20 USD und einem Stopp-Kurs bei 1,26 70 USD. Beachten Sie hierbei bitte, im Falle einer Positionseröffnung, den Stopp-Kurs engmaschig mitzuführen.

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