Tageskommentar zu EUR/USD
Der gestrige Dienstag war ein guter Tag für den Euro und auch heute Morgen sehen wir wieder eine positive Kursentwicklung im Währungspaar EUR/USD. Aus technischer Sicht vollzieht sich ein Stabilisierungsansatz, auf den wir seit Montag setzen und der gute Chancen hat, zumindest temporär den übergeordnet weiterhin gültigen Abwärtstrend der europäischen Gemeinschaftswährung abzuflachen.

Kommentar 2:
In der Tagesspitze schaffte es der Euro gestern bis auf 1,2810 USD, womit das am Montag für eine Kaufpositionierung mit Einstand bei 1,2700 USD definierte Kurs-Ziel (1,2800 USD) ausgeschöpft wurde.
Aus technischem Blickwinkel heraus behält ein übergeordneter, seit Oktober letzten Jahres gültiger Abwärtstrend seine bisherige Dominanz bei. Auffälliger als noch vorgestern und gestern, zeigt sich heute eine deutliche Abflachung der Schwungkraftentwicklung, was einen nachlassenden Kursdruck auf der Unterseite signalisiert und somit unsere Erwartung einer beginnende Erholungs-, mindestens jedoch einer Stabilisierungsphase im Währungspaar nährt. Aus analytischer Sicht liegt unser Augenmerk im Tageschart weiterhin auf der aktuell noch immer unverletzt gültigen, abwärts ausgerichteten Trendbegrenzungslinie, welche heute im Bereich um 1,2827 USD verläuft. Kommt es hier zu einer bestätigten Überwindung, wäre damit die Erwartung auf eine weiterführende Kursstabilisierung im Währungspaar weiterhin begründet. Der nächst höher liegende Widerstand ist der Bereich um 1,2857 / 1,2879 USD, oberhalb diesen Niveau fokussieren wir auf potentielle Widerstandsebenen um 1,3000 USD (nur zur Orientierung) und 1,3073 USD.
Halten wir somit fest: aus technischer Sicht rechtfertigt sich kurzfristig ein leichtes Aufatmen im Hinblick auf die zu erwartende Entwicklung im Wechselkurs des Währungspaares EUR/USD. Strategisch gesehen, dominiert über den Wochenchart dagegen unverändert eine deutlich ausgeprägte und bisher im Bestand ungefährdete Abwärtstendenz. Hier bleiben vorerst alle Indikationen tief rot.

Kommentar 3:
Fundamental orientierte Experten machen für die gestrige Erholung des Euro-Kurses gute Konjunkturdaten aus China und Europa verantwortlich, eine besser als erwartet verlaufene Auktion von Geldmarktpapieren und Staatsanleihen diverser Euro-Länder, sowie gute US-Daten. So sind die chinesischen BIP-Zahlen für das vierte Quartal mit einem Plus von 8,9 Prozent besser als die erwarteten 8,6 Prozent ausgefallen. Die Sorge einer scharfen Abkühlung der chinesischen Konjunkturentwicklung ist damit ein wenig entschärft. Einige Marktteilnehmer werten diese Entwicklung zudem als gute Nachricht für die europäische Exportwirtschaft.
Überzeugen konnte auch der deutsche ZEW-Index. Die Konjunkturerwartungen wurden statt eines befürchteten Minus von 49,5 Punkten mit minus 21,6 Punkten ausgewiesen - der beste Wert seit Juli 2011. Wie DJNW gestern meldete, hatte sich auch der Index der Lagebeurteilungen verbessert. ?Aufgrund der deutlichen Verbesserung werden Hoffnungen gestärkt, dass Deutschland in den kommenden sechs Monaten keine Rezession durchlaufen wird," meinte ein Volkswirt von der Helaba dazu gegenüber DJNW.
Von Seiten der US-Wirtschaft überzeugte gestern die Stimmung im Verarbeitenden Gewerbe der Fed-Region New York. Der Empire State Index verbesserte sich von 8,2 auf 13,5 Punkte, was ebenfalls oberhalb der Erwartungen lag. Experten sahen in dieser Entwicklung eine Bestätigung ihrer Prognose, dass die US-Wirtschaft in den kommenden Quartalen robust wachsen wird.
Fazit:
Im kurzfristigen Zeitfenster entspannen sich die Indizien derzeit auffällig und die Chancen auf einen widerholten Test der 1,2857 / 1,2879 USD als nächster Widerstand, steigen. Eine strategische Entwarnung wollen wir jedoch auch weiterhin nicht geben. In der praktischen Konsequenz heißt das somit: weiterhin fokussieren auf kurze Bewegungsschübe, kombiniert mit einem engen Stopp- und Ziel-Kurs-Verhältnis. Nach dem gestrigen Erreichen des 1,2800 USD Zielkurs, gilt es für heute, nach einer neuen Einstiegschance zu lauern. Diese sehen wir, wenn es heute temporär erneut Kursabschläge gäbe ? wir werden gegebenenfalls intraday berichten.


