05.02.2013 13:21
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Hollande will Euro-Auftrieb stoppen

'Unfairer Wettbewerb'
Frankreichs Staatspräsident Francois Hollande macht Front gegen den starken Euro.
"Wir können nicht zulassen, dass der Kurs frei nach Belieben der Finanzmärkte schwankt", sagte Hollande am Dienstag vor dem Europaparlament in Straßburg. Die Gemeinschaftswährung sei gegenüber "irrationalen Kursausschlägen" verwundbar - in die eine Richtung wie in die andere. Europa leide unter "unfairem Wettbewerb". Die wirtschaftliche Erholung dürfe nicht durch unangemessene Wechselkurse gefährdet werden, so Hollande weiter.

    Der Präsident der zweitgrößten Euro-Volkswirtschaft verkniff sich allerdings mit Verweis auf die Unabhängigkeit der Europäische Zentralbank (EZB), ein Kursziel zu fordern. Stattdessen sprach sich Hollande für eine "Reform des internationalen monetären Systems" aus, um wechselkurspolitische Abwertungswettläufe zu verhindern. Das Thema dürfte beim nächsten Treffen der G20 auf die Agenda rücken. Eigentlich soll ein Abkommen der zwanzig wichtigsten Industrie- und Schwellenländer Wechselkursmanipulation verbieten.

    Die Aussagen Hollandes verdeutlichen die zunehmenden Sorgen um einen weltweiten "Währungskrieg". In einem solchen Szenario überbieten sich Zentralbanken darin, Wechselkurse nach unten zu manipulieren, um Exporteuren Wettbewerbsvorteile zu verschaffen. Die Diskussion flammt immer stärker auf, seitdem die neue japanische Regierung den Druck auf die Zentralbank erhöht, die Geldschleusen noch weiter zu öffnen, um das lahme Wachstum anzuschieben.

   Experten fürchten, dass die Eurozone für einen währungspolitischen Schlagabtausch schlecht gerüstet wäre, da die EZB sich allein auf das Einhalten ihres Inflationsziels konzentriert und keine Institution formal für Fragen des Wechselkurses zuständig ist. Die EZB drohe als einziger "fairer Spieler" im Konzert der großen Notenbanken zum Opfer zu werden, warnt die Bank of America in einer aktuellen Analyse./MNI/hbr/bgf

STRASSBURG/FRANKFURT (dpa-AFX)

Bildquellen: S.K Photography / Shutterstock.com, Jose Ignacio Soto / Shutterstock.com
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