"Die Luft ist etwas raus", erklärt Jörg Sengfelder von
der DekaBank. Die Volumina seien zwar nicht schlecht, aufgrund der
Seitwärtsbewegung an den Aktienmärkten hielten sich Anleger aber
noch etwas zurück.
Risikofreudigere Investoren
Perini
Auch die Deutsche Bank spricht von einem eher mäßigen
Handelsaufkommen. "Wir brauchen neue Impulse", meint Sidi
Kleefeld und hofft nun auf die neue Berichtssaison, die in den USA am
heutigen Dienstag mit der Bekanntgabe der Zahlen von Alcoa startet.
Insgesamt bleiben Aktien-ETFs den Händlern zufolge aber gesucht.
Für Frank Mohr von der Commerzbank ist der Trend derzeit eindeutig:
Rein in Aktien-, raus aus Renten-ETFs, zumindest denen, die als sichere
Miete gelten. "Es heißt wieder: Risiko", bemerkt der
Händler.
Florian Perini von Flow Traders meldet hingegen einen durchwachsenen Handel,
in nahezu allen Bereichen würden beide Seiten gespielt. "Die
Konjunktursorgen bleiben, auch wenn die US-Arbeitsmarktzahlen besser als
erwartet ausgefallen sind." Die Eurokrise, die Konjunkturschwäche
in China, der US-Immobilienmarkt und enttäuschende Zahlen aus dem
produzierenden Gewerbe belasteten weiter.
Großes Interesse an Euro Stoxx-Trackern
Mohr
Den meisten Händlern zufolge werden Anleger davon aber nicht
abgeschreckt, in DAX-, Euro Stoxx 50- oder S&P-Tracker werde beherzt
zugegriffen. "Wir hatten vergangene Woche 57 Prozent Zuflüsse und
43 Prozent Abflüsse im Bereich der Aktien-ETFs", konkretisiert
Mohr. "Die Leute kaufen weiter", meint auch Kleefeld. Mohr
zufolge standen Euro Stoxx 50-ETFs auf den Einkaufslisten ganz oben (WKN
593395, ETF050), aber auch S&P 500- (WKN ETF012) und MSCI USA-Tracker
(WKN A0X97Z) seien rege nachgefragt worden. "Bei DAX-ETFs (WKN 593393,
ETF001) hielten sich Käufe und Verkäufe allerdings die
Waage." Andere Händler berichten allerdings auch von Kauffreude
bei DAX-Produkten.
Auch Schwellenländer kommen an
Emerging Market-Fonds (WKN A0HGZT) legen sich Investoren ebenfalls gerne ins
Portfolio, wie die Market Maker registriert haben. Der Deutschen Bank
zufolge ziehen vor allem breit aufgestellte Indexfonds wie der db x-trackers
MSCI Emerging Markets (WKN DBX1EM), aber auch Spezielleres wie ETFs, die die
Entwicklung chinesischer Aktien nachzeichnen (WKN DBX1FX). Laut DekaBank
sind an ostasiatische Dividendentitel gekoppelte Produkte allerdings nicht
mehr so beliebt, etwa hätten sich Anleger vom Lyxor MSCI Taiwan (WKN
LYX0CT) getrennt. "Der IWF hat ja auch gerade seine Prognosen für
das Wirtschaftswachstum in Asien nach unten revidiert", erläutert
Sengfelder.
Käuferüberhang in Banken-ETFs
Sengfelder
Weniger eindeutig ist das Bild im Bereich der Sektoren-ETFs. Der Commerzbank
zufolge waren vergangene Woche insbesondere Grundstoff- (WKN ETF063) und
Chemie-Produkte (WKN ETF064) gefragt, während Immobilien-Indexfonds
eher abgestoßen worden seien. Der Handel mit den sonst umsatzstarken
Banken-ETFs (WKN 628930) sei eher ruhig verlaufen. "Wenn etwas gemacht
wurde, dann aber fast durchweg gekauft", ergänzt Mohr. "Bei
uns war das Geschäft mit Sektoren-ETFs ausgeglichen",
erklärt Sengfelder. Allerdings sieht auch er Banken-Indexfonds weiter
in den Einkaufskörben.
Bundesanleihen: Zurück zum Langweilerstatus
Von den "sicheren Häfen" Bundesanleihen wollen Anleger
unterdessen nicht mehr viel wissen. "Deutsche Staatsanleihen wurden
durchweg abgestoßen", meldet Mohr und nennt den iShares eb.rexx
Government Germany (WKN 628946), der alle Laufzeiten abdeckt, als Beispiel.
Auch laut DekaBank trennen sich Anleger von ETFs auf Bundesanleihen, und
zwar aller Laufzeiten. Betroffen seien etwa der etwa ETFlab Deutsche
Börse EuroGov Germany 1-3, der ETFlab Deutsche Börse EuroGov
Germany 3-5 und der ETFlab Deutsche Börse EuroGov Germany 5-10 (WKN
ETFL18, ETFL19, ETFL20). Wenige Anhänger finden derzeit auch
Geldmarkt-ETFs. "Die extrem konservativen Produkte wurden
verkauft", erläutert Kleefeld.
Lieber Hochverzinsliches
Allenfalls Portfolios mit Unternehmensanleihen können punkten. Wie
Perini erläutert, waren diese bei Flow Traders überhaupt die
einzigen, bei denen es wesentlich mehr Käufer als Verkäufer gab
(WKN 251124). Die DekaBank berichtet von guten Zuflüssen im iShares
Markit iBoxx Euro High Yield Bond (WKN A1C8QT), einem ETF, der die
Entwicklung hochverzinslicher Unternehmensanleihen abbildet. Anleger konnten
mit diesem Indexfonds in den vergangenen zwölf Monaten ein Plus von 16
Prozent erzielen. "Es gab Käufe und Verkäufe", meldet
hingegen Mohr mit Blick auf Unternehmensanleihen-ETFs (WKN A1JRDL).
"Überwogen haben aber die Abgaben."
Goldeuphorie hinterlässt Spuren
Die aktuelle Begeisterung für Gold macht im Übrigen auch vor dem
ETF-Handel nicht halt: Goldminen-ETFs, konkret der RBS Market Access NYSE
Arca Gold Bugs (WKN A0MMBG) und das Pendant von Comstage (WKN ETF091), seien
oft gekauft worden, wie Mohr berichtet. "Die Umsätze bewegen sich
in Topregionen." Beide ETFs haben in den vergangenen drei Monaten um
16 Prozent an Wert zugelegt.
© 9. Oktober 2012 / Anna-Maria Borse
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9. Oktober 2012. FRANKFURT (Börse Frankfurt). (END) Dow Jones Newswires
October 09, 2012 09:00 ET (13:00 GMT)- - 09 00 AM EDT 10-09-12
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