07.08.2012 15:40
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Beste Sommerlaune

Börse Frankfurt
Kauffreude überall: "Die Umsätze sind gut, vor allem im Aktienbereich gibt es viele Zuflüsse", erklärt Alexander Kuppler von der Deutschen Bank.
"Das Sommerloch ist vorbei, der Risikoappetit wieder da", kommentiert Andreas Bartels von der Commerzbank und meldet ein sehr gutes Handelsaufkommen. "Vor und nach der EZB-Sitzung am vergangenen Donnerstag haben sich viele Investoren positioniert." Mark Schönbrodt von der DekaBank berichtet von einem sehr lebhaften Geschäft mit klarem Käuferüberhang. "Wir hatten in der vergangenen Woche zwei Drittel Käufe zu einem Drittel Verkäufe."

Kurs auf 7.000 Punkte macht Mut

Roelofs

Nach den Äußerungen von EZB-Chef Mario Draghi vor knapp zwei Wochen, alles zur Euro-Rettung Erforderliche tun zu wollen, hatten die Märkte das Stillhalten der EZB und der US-amerikanischen Federal Reserve Bank in der vergangenen Woche zuerst verschnupft aufgenommen. Am Freitag setzte sich, unter anderem aufgrund besserer US-Arbeitsmarktdaten, aber wieder die Zuversicht durch. "Auch die Hoffnung auf Unterstützung der Zentralbanken ist zurück", erklärt Bernardus Roelofs von Flow Traders. Am heutigen Dienstag nähert sich der Dax sogar der wichtigen 7.000 Punkte-Marke.

US-Aktien überzeugen

Bartels

Aktien-ETFs sind wieder in, das ist keine Frage. Ob man dabei lieber auf Nummer sicher gehen und das krisengeschüttelte Europa meiden oder gerade hier wieder einsteigen sollte - darüber gehen die Meinungen aber auseinander: Die Commerzbank meint, einen Trend heraus aus Europa- und hinein in US-Tracker ausmachen zu können. Andere Händler sehen auch reges Interesse an US-Aktien, es gebe aber ebenso zahlreiche Anhänger von Old Europe.

"Besonders MSCI USA und S&P 500-Indexfonds waren gefragt", meint Bartels (WKN 794358, 264388), abgestoßen worden sei etwa der MSCI EMU (WKN 633611), der die Entwicklung der Aktienmärkte von Währungsunionsländern nachzeichnet. "Bei DAX-ETFs (WKN ETF001, 593393) war das Verhältnis noch ausgeglichen." Sehr rege umgesetzt worden seien auch Short-DAX-Produkte (WKN ETF004, DBX1DS), wobei auch hier beide Richtungen gespielt worden seien.

Glaube an Europa

Die Deutsche Bank hat Zuflüsse in MSCI World-, S&P 500- und Emerging Markets-ETFs (WKN DBX1MW, DBX0F2, DBX1EM) sowie Abflüsse aus DAX- (WKN DBX1DA) und MSCI Europe-Indexfonds (WKN DBX1ME) registriert. Allerdings hätten Anleger auch bei Euro Stoxx 50-Trackern (WKN DBX1EU) zugegriffen, die im Gegensatz zu MSCI Europe-Indexfonds nur die Entwicklung von Aktien aus Euro-Ländern abbilden.

Dass Europa trotz Krise nicht bei allen Anlegern verbrannte Erde ist, bestätigen auch die Zahlen von Flow Traders: Roelofs meldet Käufe im iShares Stoxx Europe 600 (WKN 263530), daneben aber auch im US-ETF iShares S&P 500 Monthly Euro Hedged (WKN A1H53N). Laut DekaBank finden vor allem DAX- und Euro Stoxx 50-ETFs viele Fans (WKN ETFL02, ETFL01).

Banken im Fokus

Im Bereich der Branchen-ETFs stehen weiterhin besonders Banken-Indexfonds im Mittelpunkt des Interesses. "Ansonsten ist hier wenig los", findet Bartels. Flow Traders beobachtet in Banken-Trackern vor allem Abflüsse (WKN 628930), die DekaBank sieht hingegen überwiegend Zuflüsse. Kuppler zufolge legen sich Anleger Versorger- (WKN DBX1SU) und Industriegüter-ETFs (WKN DBX1F0, LYX0AT) ins Portfolio, während sie sich von Indexfonds mit Telekommunikations- (WKN DBX1ST) und Chemiewerten (WKN A0H08E) verabschiedeten.

Weg mit deutschen Staatsanleihen

Aufgrund der Optimismuswelle sind Produkte mit deutschen Staatsanleihen in der Gunst der Anleger nach unten gerutscht, die DekaBank meldet jedenfalls Abflüsse über alle Laufzeiten hinweg (WKN ETFL20, ETFL18, 628946, 628947). Auch der Deutschen Bank zufolge werden Produkte mit deutschen Kurzläufern (WKN DBX0C9) verkauft, gesucht seien hingegen weiter Unternehmensanleihen-Indexfonds. Das bestätigt auch Flow Traders: Anleger positionierten sich in Corporate Bond-Produkten wie etwa dem iShares Markit iBoxx Euro Corporate Bond (WKN 251124). ETFs mit Staatsanleihen der Eurozone (WKN DBX0AC) seien aber ebenfalls gefragt, ebenso Indexfonds mit US-Staatsanleihen (WKN A0LGQB).

Bund-Future: Setzen auf Rückgang

Stark beachtet wird unterdessen weiterhin die Entwicklung des Euro-Bund-Future, der als richtungsweisend für Bundesanleihen gilt. Der hat zuletzt nachgegeben und notiert aktuell mit weniger als 143 Prozent deutlich unter den vor zweieinhalb Wochen erreichten 146,26 Punkten. Das wird einerseits als Zeichen für Entspannung am Markt angesehen, andererseits aber auch als Signal für nachlassenden Glauben an Deutschland. "Hier standen Short-Produkte auf den Bund-Future auf den Einkaufslisten, Anleger setzten also auf fallende Kurse und steigende Zinsen", erklärt Bartels (WKN ETF562).

© 7. August 2012 / Anna-Maria Borse

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(END) Dow Jones Newswires

   August 07, 2012 09:10 ET (13:10 GMT)- - 09 10 AM EDT 08-07-12 7. August 2012. FRANKFURT (Börse Frankfurt).

Bildquellen: Wolfgang Kriegbaum
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