08.01.2013 15:31
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Börse Frankfurt/ETFs: Besser kann ein Jahr kaum starten

8. Januar 2013. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Eine sehr aktive erste Jahreswoche erleben Market Maker im Handel mit Indexfonds. "In den ersten drei Handelstagen war richtig viel los, erst seit gestern flachen die Umsätze wieder etwas ab", meldet Jörg Sengfelder von der Deka Bank und ergänzt: "Viel besser hätten wir wohl nicht ins neue Jahr starten können."

Auch Martina Schröttle von der Commerzbank spricht von einer sehr hohen Handelsaktivität und einem deutlichen Kaufüberhang in den ersten Handelstagen 2013:. "Einige Anleger haben sich offenbar neu positioniert und auch die Einigung im US-Fiskalstreit hat ordentlich Käufer in den Markt gebracht - vor allem bei Aktien-ETFs, die aktuell fast drei Viertel der Gesamtumsätze ausmachen. Allerdings sehen wir insbesondere in Euro Stoxx 50-Trackers (WKN 778188) auch einige Gewinnmitnahmen", erklärt die Händlerin. Auch Sengfelder beobachtet Abgaben von Euro Stoxx 50-ETFs (WKN ETFL02).

Überdurchschnittliche Umsätze

Roelofs

Bernardus Roelofs von Flow Traders in Amsterdam bestätigt: "Trotz einer kurzen Woche haben wir sehr gute, überdurchschnittliche Umsätze verbucht, wobei das Verhältnis von Käufen zu Verkäufen bei 60 zu 40 Prozent lag", fasst der Market Maker zusammen und spricht von einem "Last Minute-Geschäft" wegen des - zumindest teilweise - verhinderten Sturzes der USA von der so genannten Fiskalklippe. Ende vergangener Woche hätten dann aber erste Gewinnmitnahmen eingesetzt, merkt auch Roelofs an.

Von teils kräftigen Gewinnmitnahmen berichtet unterdessen Sidi Kleefeld von der Deutschen Bank. "In den ersten Handelstagen des neuen Jahres kam es vor allem bei Aktien-ETFs zu deutlichen Abgaben (WKNs u.a. DBX1EM, A0HGWC, DBX0F2, 264388). Mittlerweile lassen die Gewinnmitnahmen aber nach und Anleger positionieren sich im Vorfeld der heute startenden US-Berichtssaison wieder in riskanteren Produkten." So sei seit dem gestrigen Dienstag unter anderem der db x-trackers MSCI World (WKN DBX1MW) gefragt, riskantere Emerging Market-Bond (WKN A0HGV0) würden ebenfalls gekauft.

Zu den am stärksten gehandelten Produkten zählen laut Schröttle an den Dax gekoppelte Indexfonds (WKNs 593393, ETFL01). "Aber auch Schwellenländer-ETFs wie etwa der iShares MSCI Emerging Markets (WKN A0HGTZ) sind begehrt", ergänzt die Händlerin. Wie Sengfelder berichtet, ist aber auch der MDAX zuletzt stärker ins Blickfeld der Anleger gerutscht. So werde etwa der iShares MDAX (WKN 593392) rege nachgefragt. Laut Flow Traders sind zudem US-Aktien beliebt (WKN DBX1MU).

Geteiltes Bild bei Festverzinslichem

Sengfelder

Im Rentensegment zeigt sich ein gemischtes Bild. Sowohl Deka Bank als auch Commerzbank berichten von einer starken Nachfrage nach Jumbo-Pfandbriefen (WKNs 263526, ETFL35), die sich durch hohe Liquidität und gute Bonität auszeichnen. Auch deutsche Staatsanleihen (ETFL18) seien gesucht, weiß Sengfelder.

Unter Druck stehen nach übereinstimmender Auskunft der Market Maker indes europäische Staatsanleihen: Sengfelder spricht von Abgaben im iShares Capital Barclays EURO Government Bond 1-3 (WKN A0J21A) und im ETFlab iBoxx EUR Liquid Sovereign Diversified 1-3 (WKN ETFL12), während Schröttle im Lyxor ETF EuroMTS AAA Government Bond (WKN LYX0FK) einen deutlichen verkaufsüberhang verzeichnet. Aber auch bei längerlaufenden Euro-Anleihen (WKN LYX0BK) steigen Anleger, wie Roelofs berichtet, überwiegend aus.

Ruhiger Sektorenhandel

Im Handel mit Sektor-ETFs ist nach Auskunft von Sengfelder bislang nicht allzu viel los. "Zwar sind Rohstoffunternehmen weiterhin beliebt (WKN DBX1SB), hisher keine großen Anpassung erfolgt. In der Regel geschieht dies immer Freitags. Nachdem in der vergangenen Woche die meisten Leute aber noch in den Ferien waren, dürften die Umsätze hier erst diesen Freitag wieder zurückkommen", erklärt Sengfelder.

Auch Schröttle verzeichnet die größten Umsätze in Indexfonds mit Rohstoffwerren: "Basic Resources machen aktuell gut ein Fünftel des gesamten Umsatzes in Branchen-ETFs aus. In den vergangenen Tagen war hierbei allerdings keine klare Tendenz zu erkennen - Käufer und Verkäufer hielten sich weitestgehend die Waage." Ebenfalls gekauft würden Tracker mit Bankaktien (WKN ETF062), während der ComStage ETF STOXX Europe 600 Technology (WKN ETF076) unter die Räder komme, ergänzt Schröttle.

© 8. Januar 2013 / Karoline Kopp

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