8. Januar 2013. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Eine sehr aktive erste
Jahreswoche erleben Market Maker im Handel mit Indexfonds. "In den
ersten drei Handelstagen war richtig viel los, erst seit gestern flachen die
Umsätze wieder etwas ab", meldet Jörg Sengfelder von der
Deka Bank und ergänzt: "Viel besser hätten wir wohl nicht
ins neue Jahr starten können."
Auch Martina Schröttle von der Commerzbank spricht von einer sehr hohen
Handelsaktivität und einem deutlichen Kaufüberhang in den ersten
Handelstagen 2013:. "Einige Anleger haben sich offenbar neu
positioniert und auch die Einigung im US-Fiskalstreit hat ordentlich
Käufer in den Markt gebracht - vor allem bei Aktien-ETFs, die
aktuell fast drei Viertel der Gesamtumsätze ausmachen. Allerdings sehen
wir insbesondere in Euro Stoxx 50-Trackers (WKN 778188) auch einige
Gewinnmitnahmen", erklärt die Händlerin. Auch Sengfelder
beobachtet Abgaben von Euro Stoxx 50-ETFs (WKN ETFL02).
Überdurchschnittliche Umsätze
Roelofs
Bernardus Roelofs von Flow Traders in Amsterdam bestätigt: "Trotz
einer kurzen Woche haben wir sehr gute, überdurchschnittliche
Umsätze verbucht, wobei das Verhältnis von Käufen zu
Verkäufen bei 60 zu 40 Prozent lag", fasst der Market Maker
zusammen und spricht von einem "Last Minute-Geschäft" wegen
des - zumindest teilweise - verhinderten Sturzes der USA von der
so genannten Fiskalklippe. Ende vergangener Woche hätten dann aber
erste Gewinnmitnahmen eingesetzt, merkt auch Roelofs an.
Von teils kräftigen Gewinnmitnahmen berichtet unterdessen Sidi Kleefeld
von der Deutschen Bank. "In den ersten Handelstagen des neuen Jahres
kam es vor allem bei Aktien-ETFs zu deutlichen Abgaben (WKNs u.a. DBX1EM,
A0HGWC, DBX0F2, 264388). Mittlerweile lassen die Gewinnmitnahmen aber nach
und Anleger positionieren sich im Vorfeld der heute startenden
US-Berichtssaison wieder in riskanteren Produkten." So sei seit dem
gestrigen Dienstag unter anderem der db x-trackers MSCI World (WKN DBX1MW)
gefragt, riskantere Emerging Market-Bond (WKN A0HGV0) würden ebenfalls
gekauft.
Zu den am stärksten gehandelten Produkten zählen laut
Schröttle an den Dax gekoppelte Indexfonds (WKNs 593393, ETFL01).
"Aber auch Schwellenländer-ETFs wie etwa der iShares MSCI
Emerging Markets (WKN A0HGTZ) sind begehrt", ergänzt die
Händlerin. Wie Sengfelder berichtet, ist aber auch der MDAX zuletzt
stärker ins Blickfeld der Anleger gerutscht. So werde etwa der iShares
MDAX (WKN 593392) rege nachgefragt. Laut Flow Traders sind zudem US-Aktien
beliebt (WKN DBX1MU).
Geteiltes Bild bei Festverzinslichem
Sengfelder
Im Rentensegment zeigt sich ein gemischtes Bild. Sowohl Deka Bank als auch
Commerzbank berichten von einer starken Nachfrage nach Jumbo-Pfandbriefen
(WKNs 263526, ETFL35), die sich durch hohe Liquidität und gute
Bonität auszeichnen. Auch deutsche Staatsanleihen (ETFL18) seien
gesucht, weiß Sengfelder.
Unter Druck stehen nach übereinstimmender Auskunft der Market Maker
indes europäische Staatsanleihen: Sengfelder spricht von Abgaben im
iShares Capital Barclays EURO Government Bond 1-3 (WKN A0J21A) und im ETFlab
iBoxx EUR Liquid Sovereign Diversified 1-3 (WKN ETFL12), während
Schröttle im Lyxor ETF EuroMTS AAA Government Bond (WKN LYX0FK) einen
deutlichen verkaufsüberhang verzeichnet. Aber auch bei
längerlaufenden Euro-Anleihen (WKN LYX0BK) steigen Anleger, wie Roelofs
berichtet, überwiegend aus.
Ruhiger Sektorenhandel
Im Handel mit Sektor-ETFs ist nach Auskunft von Sengfelder bislang nicht
allzu viel los. "Zwar sind Rohstoffunternehmen weiterhin beliebt (WKN
DBX1SB), hisher keine großen Anpassung erfolgt. In der Regel geschieht
dies immer Freitags. Nachdem in der vergangenen Woche die meisten Leute aber
noch in den Ferien waren, dürften die Umsätze hier erst diesen
Freitag wieder zurückkommen", erklärt Sengfelder.
Auch Schröttle verzeichnet die größten Umsätze in
Indexfonds mit Rohstoffwerren: "Basic Resources machen aktuell gut ein
Fünftel des gesamten Umsatzes in Branchen-ETFs aus. In den vergangenen
Tagen war hierbei allerdings keine klare Tendenz zu erkennen -
Käufer und Verkäufer hielten sich weitestgehend die Waage."
Ebenfalls gekauft würden Tracker mit Bankaktien (WKN ETF062),
während der ComStage ETF STOXX Europe 600 Technology (WKN ETF076) unter
die Räder komme, ergänzt Schröttle.
© 8. Januar 2013 / Karoline Kopp
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