11.06.2013 16:31
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ETFs: Bloß keine Schwellenländer

Börse Frankfurt: ETFs: Bloß keine Schwellenländer | Nachricht | finanzen.net
Börse Frankfurt

Ganz verschreckt haben die zwischenzeitlichen Kursrücksetzer der vergangenen Wochen Anleger zwar nicht, die Kauflust ist allerdings mittlerweile etwas gebremst.

"Die Risikofreude sinkt", meint Andreas Bartels von der Commerzbank. Gut weggegangen seien vor allem ETFs auf Industrieländeraktien, hier würden zum Teil niedrigere Kurse für Zukäufe genutzt. "Schwellenländer-ETFs werden hingegen abgestoßen", erklärt Sidi Kleefeld von der Deutschen Bank. "Hier setzt sich der Trend der Vorwochen fort." Besonders betroffen: brasilianische Aktien. Das Handelsaufkommen war dabei sehr hoch. "Unsere Umsätze waren weit überdurchschnittlich", sagt Bartels.

US-Werte gesucht

Wenn schon Aktien, dann bitte aus den USA oder Europa - das scheint derzeit das Motto zu sein. DAX- und Euro Stoxx-ETFs (WKNs ETF001, ETF050) wurden laut Commerzbank zu Anfang der Woche noch verkauft, mit wieder anziehenden Kursen an den Börsen dann aber wieder gekauft, bei US-Trackern (WKNs 794358, ETF120) sei hingegen die ganze Zeit zugegriffen worden. Sengfelder meldet einen eindeutigen Käuferüberhang in währungsgesicherten S&P 500-Trackern, aber auch in Euro Stoxx 50- (WKN ETFL02) und MSCI World-Produkten (WKN A0X8ZX).

Abwinken bei Brasilien

Cifci

"Sämtliche Emerging Markets-Fonds waren bei uns auf der Verkaufsseite", bemerkt unterdessen Kleefeld. Darunter seien der db x-trackers MSCI Brazil (WKN DBX1MR) und der iShares MSCI Brazil (WKN A0HG2M) abgestoßen worden. Beide haben seit Ende Mai deutlich an Wert verloren. Auch Aysun Cifci von der DekaBank sieht brasilianische Aktien auf den Verkaufslisten.

Australien und der Pazifikraum sind in der Gunst der Anleger ebenfalls abgerutscht - kein Wunder, denn der australische Aktienmarkt hat nach einer mehr als anderthalb Jahre währenden Rallye seit Anfang Mai ordentlich Federn lassen müssen. "Im iShares MSCI Australia (WKN A1C2Y7) hatten wir viele Abflüsse", berichtet Cifci. Bartels zufolge stiegen Investoren auch aus dem UBS MSCI Pacific ex Japan (WKN A0X97T) und dessen iShares-Pendant (WKN A0YBR1) aus.

Verschiedene Meinungen zu Japan

Bartels

Auf den durchaus heftigen Kurseinbruch in Japan reagierten Investoren offenbar unterschiedlich. Laut Bartels fanden ETFs auf japanische Aktien weiter Zuspruch: "Institutionelle Anleger setzten auf den UBS MSCI Japan (WKN A0J3H2), das breite Publikum auf den währungsgesicherten iShares MSCI Japan Monthly Euro Hedged (WKN A1H53P)."

Die Deutsche Bank und Flow Traders melden hingegen Abgaben (WKNs A1J4TX, A0YEDQ, DBX0KT). "Aus Japan geht alles raus", fasst Sengfelder zusammen. Der Nikkei 225 war seit Herbst vergangenen Jahres von rund 8.500 auf fast 16.000 Punkte geklettert, fiel vergangene Woche dann aber wieder unter 13.000 Zähler. Am gestrigen Montag wurde ein Teil der Verluste allerdings schon wieder wettgemacht, heute ging der Index mit 13.318 Punkten aus dem Handel.

Türkei-ETFs nicht mehr unter Druck

Trotz anhaltender Unruhen in Istanbul: Nicht fortgesetzt hat sich der Ausverkauf von ETFs auf türkische Aktien. "Wir haben eher Käufe, Rücksetzer werden für einen Einstieg genutzt", meint Sengfelder. Der Lyxor Turkey (WKN LYX0AK) verzeichnet auf Sicht von einem Monat mittlerweile ein Minus von fast 21 Prozent, auf Sicht von einem Jahr liegt er mit 21 Prozent aber immer noch deutlich im Plus. Griechischen Aktien wird hingegen die kalte Schulter gezeigt: "Das Thema ist tot, unter anderem wegen fehlender Fortschritte bei der Privatisierung", kommentiert Sengfelder. Im Lyxor FTSE ATHEX 20 (WKN LYX0BF) summieren sich die Verluste der vergangenen vier Wochen auf 10 Prozent, auf Sicht von einem Jahr kann der ETF allerdings immer noch mit einem Plus von satten 68 Prozent aufwarten.

Gemischtes Bild bei Sektoren

Sengfelder

Einzelne Sektoren interessieren Anleger derzeit weniger, wie Händler feststellen. Laut Sengfelder landeten ETFs auf die Grundstoffindustrie (WKN DBX1SB) im Portfolio, Produkte auf Banken (WKN A0F5UJ) seien hingegen rausgeflogen. Bei der Commerzbank wurden ETFs auf Automobilunternehmen (WKN ETF061) gekauft und solche auf die Gesundheitsbranche (WKN ETF068) verkauft, die Deutsche Bank hat insbesondere Rückflüsse in Produkten auf die Immobilienbranche registriert.

Anleihen: Keine klare Richtung

Auch Anleihen-Indexfonds kommt im Moment wenig Aufmerksamkeit zu. "Es war sehr ruhig", bemerkt Bartels. Eine eindeutige Tendenz ist nicht auszumachen: Den Statistiken von Flow Traders zufolge dominierten Abflüsse aus Unternehmensanleihen-ETFs (WKN A0YEEX) und Zuflüsse in deutsche und europäische Staatsanleihen. "Massive Rückflüsse" meldet die DekaBank aus dem ETFlab Deutsche Börse EuroGov Germany 1-3 (WKN ETFL18). Auch Schwellenländeranleihen wie der SPDR Barclays Emerging Markets Local Bond (WKN A1JJTV) sowie der iShares Markit iBoxx Euro Covered Bond (WKN A0RFEE), der europäische Pfandbriefe abbildet, seien verkauft worden.

© 11. Juni 2013/Anna-Maria Borse

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(END) Dow Jones Newswires

   June 11, 2013 10:01 ET (14:01 GMT)- - 10 01 AM EDT 06-11-13

11. Juni 2013. FRANKFURT (Börse Frankfurt).

Bildquellen: istock/webphotographeer, tony740607 / Shutterstock.com
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