6. Dezember 2011. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Von regen Aktivitäten und
ansehnlichen Umsätzen berichten die Händler im ETF-Handel mit Blick auf die
vergangenen fünf Handelstage. "Wir verbuchen einen deutlichen Kaufüberhang
von 85 Prozent des Gesamtvolumens", meldet etwa Mark Schönbrodt von der
DekaBank. "Die konzertierte Aktion der Notenbanken hat die Anlegerstimmung
erhellt", meint Florian Perini von Flow Traders.
Handelsfreudig mit einem leichten Abgabeüberhang präsentierten sich die
Kunden der Commerzbank. Zwar sei die Großwetterlage rund um die
Staatsschulden der Industrienationen unverändert. "Die vorliegenden
Lösungsansätze für einen fiskalpolitisch enger zusammenrückenden Euroraum
sorgt indes für steigende Zuversicht bei Anlegern", vermutet Frank Mohr. Vom
möglichen Verlust der Top-Note für Deutschland und andere Euroländer
vonseiten der Ratingagentur Standard & Poor"s hätten ETF-Investoren sich
bisher kaum beeindrucken lassen. "Es gibt keinerlei Anzeichen für Panik",
beobachtet der Händler der Commerzbank.
Europäische Schwergewichte punkten
Standardwerte aus der europäischen Gemeinschaft kommen derzeit gut an, wie
Schönbrodt berichtet. Unterm Strich mehr Käufe als Verkäufe registriert der
Händler für deutsche Schwergewichte aus dem Dax (WKNs ETFL01, 593393,
DBX1DA, LYX0AC) ebenso wie für Großunternehmen aus dem Eurostoxx 50 (WKN
DBX1EU, 935927, 593395). Mohr hingegen spricht von Abgaben bei Trackern
europäischer Indizes, erkennt aber Nachfrageüberhänge etwa für ETFs, die den
Stoxx 600 (WKN 263530) nachbilden, ebenso wie den MSCI North America (WKN
A0J206), den MSCI World (WKN A0X970, A0HGZR) den Dow Jones (WKN 628939,
541779) und des S&P 500 (WKN A1C0B5, 264388). "Bei einem Blick auf die
Bewegungen am heutigen Dienstag sieht das schon wieder anders aus", meldet
der Händler, der in der Umkehr eine kleine Gegenbewegung vermutet.
Gemischtes Bild bei Sektor-ETFs
Von den Branchen überzeugten zuletzt die Banken-Tracker (WKNs 628930,
DBX1SF), wie Schönbrodt berichtet. "Auch bei Immobilien und Autos haben
Anleger zugegriffen", meldet Mohr. Die Sektor-ETFs würden von
professionellen Anlegern bei der Umsetzung quantitativer Anlagestrategien
wie Trendfolgemodellen zuweilen eine Rolle spielen. "Den Immobilien helfen
die derzeit niedrigen Zinsen", glaubt der Händler. Einen Abgabeüberhang
sieht er dagegen bei Unternehmen aus der Roh- und Grundstoffbranche (WKN
LYX0AX), Gas und Ölunternehmen (WKN A0H08M), dem Lebensmittelsektor (WKN
A0H08H) sowie der Konsumgüterindustrie.
Emerging Markets wieder gefragt
Nachdem Schwellenländer zuletzt ins Hintertreffen gerückt waren, sei nun
wieder Bewegung im ETF-Handel mit Aktien der aufstrebenden Länder zu spüren.
Perini und Schönbrodt berichten von Käufen etwa bei Trackern des MSCI
Emerging Market (WKN DBX1EM, LYX0BX, UB42AA). Derzeit setze sich der Index
zu rund 50 Prozent aus chinesischen, brasilianischen und südkoreanischen
Aktien zusammen. Mit rund 25 Prozent sei die Finanzindustrie
überproportional vertreten. Dies sei auch ein Grund dafür, dass der Index
seit Jahresanfang über 15 Prozent verloren habe. Ins Depot legten Anleger
sich Perini zufolge zudem den iShares Dow Jones China Offshore 50 (WKN
A0F5UE) und den iShares MSCI Brazil (WKN A0HG2M). "Das hängt mit der
Reduzierung der brasilianischen Stempelsteuer auf Investitionen von bisher 2
auf nun 0 Prozent zusammen", glaubt der Händler.
Festverzinsliches uneinheitlich
Ausgewogen geht es laut Schönbrodt gegenwärtig bei Renten-ETFs zu. Anleger
hätten zuletzt bei Indexfonds mit ein- bís dreijährigen deutschen
Staatsanleihen (WKN ETFL19) zugegriffen. "Unternehmensanleihen werden
dagegen mal gekauft, mal verkauft", meldet der ETF-Spezialist. Wie in den
Wochen zuvor ließen Anleger Finanzwerte lieber außen vor und legten sich
etwa den iShares Barclays Capital EURO Corporate Bond ex-Financials (WKN
A0YEEX) ins Depot. Abgaben registriert die DekaBank für den iShares Markit
iBoxx Euro Corporate Bond (WKN 251124), der aus 40 Unternehmensanleihen mit
Investment-Grade besteht. Tendenziell die Finger lassen Anleger zudem vom
iShares Markit iBoxx Euro High Yield Bond (WKN A1C8QT), der hochverzinsliche
Unternehmensanleihen enthält.
Geldmarktfonds ohne Tendenz
Ohne erkennbaren Trend bezeichnen Mohr und Perini die Bewegungen im Handel
mit Geldmarktfonds. Käufe beobachtet Schönbrodt etwa für einen Comstage-ETF
(WKN ETF101), der an die Wertentwicklung des Commerzbank Fed Funds Effective
Rate Index anknüpft. Von einem gemischten Bild spricht Perini dagegen beim
Lyxor ETF Euro Cash (WKN LYX0B6) und beim iShares eb.rexx Money Market (WKN
A0QFRZ).
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© 6. Dezember 2011 / Iris Merker
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December 06, 2011 10:00 ET (15:00 GMT)- - 10 00 AM EST 12-06-11