27.08.2013 12:38
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ETFs: Industrieländer bleiben im Fokus

Börse Frankfurt
Das Anlegerinteresse an Schwellenländern schwindet weiter. Gefragt sind vor allem Aktien aus Europa, den USA und Japan.
Das Hauptaugenmerk von ETF-Investoren liegt nach wie vor auf den Aktienmärkten der Industrieländer. "Investitionen in Emerging Markets sind offenbar uninteressant: Wenn überhaupt Umsatz da ist, dann wird überwiegend verkauft", meldet Andreas Barthels von der Commerzbank. Insgesamt ist die Handelsaktivität nach Auskunft des Market Makers weiterhin auf "Sommermodus". "ETF-Anleger haben offenbar noch nicht mitbekommen, dass die Ferien dem Ende zugehen."

Auch Sidi Kleefeld von der Deutschen Bank und Gregor Hamme von der Unicredit Group in London beobachten  anhaltend geringe Umsätze. "Es ist sogar fast noch ein bisschen weniger los als vergangene Woche", mein Hamme. Nach Einschätzung von Kleefeld hat dies unter anderem mit dem gestrigen Feiertag in London zutun. "Das verlängerte Wochenende haben viele noch mal zum Urlaub genutzt. Das Interesse zu investieren, hält sich sehr in Grenzen", berichtet der Händler.

Überwiegend Abgaben

Die größten Umsätze verbuchen die Händler dabei mit Aktien-ETFs. "Drei Viertel des gesamten ETF-Geschäfts entfällt derzeit auf Tracker von Aktienindizes", weiß Barthels. Ganz vorne auf den Umsatzlisten stehen bei der Commerzbank sowie bei Flow Traders in Amsterdam der Dax (WKNs 593393, ETFL01), der Euro Stoxx 50 (WKN 593395) sowie der MSCI World (WKNs A0HGZR, DBX1MW), der ausschließlich Werte aus Industrieländern enthält. "ETFs, die diese Indizes abbilden, werden aktuell am stärksten gehandelt und in den vergangenen Tagen überwiegend verkauft", meldet Jörg Sengfelder von Flow Traders. Auch Barthels beobachtet einen Abgabeüberhang, wenn auch nur einen leichten: "Insgesamt kann man schon sagen, dass beide Seiten gespielt werden", ergänzt der Händler. Die Deutsche Bank kann angesichts dünner Umsätze ebenfalls keine klare Richtung ausmachen. Lediglich für den MSCI World-Tracker von iShares (WKN A0HGZR) meldet Kleefeld einen eindeutigen Verkaufsüberhang.

Aus ETFs mit Euro-Absicherung, wie dem iShares MSCI Japan Euro Hedged (WKN A1H53P), sind Investoren laut Sengfelder in den vergangenen Tagen überwiegend wieder ausgestiegen, nachdem in der Vorwoche noch die Käufe überwogen hatten.

Vertrauen in Euro-Peripherie nimmt zu

Im Handel mit Renten-ETFs erfreuen sich Mittelmeerländer weiterhin gestiegener Beliebtheit unter Investoren. Wie schon vergangene Woche meldet Kleefeld Käufe in einem ganz neuen, noch nicht an der Börse Frankfurt gelisteten Produkt (WKN DBX0K7). Der ETF bildet europäische Staatsanleihen mit höheren Zinsen und Laufzeiten von ein bis drei Jahren ab, also etwa italienische, spanische und portugiesische. Der vermeintlich sichere Hafen der Bundesanleihen kommt, wie Sengfelder berichtet, indes unter die Räder: "Hier ist klar eine Short-Positionierung seitens der Anleger zu erkennen. Tracker deutscher Staatsanleihen wie der Deka Deutsche Börse EUROGOV® Germany 5-10 UCITS ETF (WKN ETFL20) werden abgestoßen, während Short-Produkte wie der zweifach gehebelte Lyxor ETF Daily Double Short Bund (WKN LYX0FW) fast ausschließlich gekauft werden", beobachtet Sengfelder.

Hohe Abgaben verzeichnet der Händler von Flow Traders aber auch bei Trackern von Unternehmensanleihen von Nicht-Finanzunternehmen (WKN A0YEEX) sowie von inflationsindexierten Anleihen (WKN A0HG2S).

Barthels meldet Für das Renten-Segment indes einen sehr ruhigen Handel und beobachtet lediglich leichte Umschichtungen weg von langlaufenden europäischen Staatsanleihen hin zu kürzer laufenden.

Interesse an Bankaktien

Im Handel mit Sektor-ETFs beobachten die Händler in dieser Woche eigentlich nur eine Auffälligkeit: Hohes Nachfrage nach europäischen Banken und dabei vor allem am Euro Stoxx Banks von iShares (WKN 6289309). Laut Barthels werden aber auch an den Stoxx 600 Banks gekoppelte ETFs, die europäische Banken außerhalb der Euro-Zone einschließen, nachgefragt. Der Euro Stoxx Banks hat seit Anfang Juli um knapp 20 Prozent zugelegt, beim Stoxx 600 Banks sind es immerhin fast 15 Prozent.

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von Karoline Kopp, Deutsche Börse AG © 27. August 2013

(Für den Inhalt der Kolumne ist allein Deutsche Börse AG verantwortlich. Die Beiträge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.)

FRANKFURT (DEUTSCHE-BOERSE AG)

Bildquellen: Kiselev Andrey Valerevich / Shutterstock.com
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