13.08.2013 15:38
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ETFs: Interesse an Europas Süden

Börse Frankfurt: ETFs: Interesse an Europas Süden | Nachricht | finanzen.net
Börse Frankfurt
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In einem insgesamt eher inspirationsarmen Umfeld finden Anleger auch an Riskanterem wieder mehr Gefallen, etwa an ETFs, die den italienischen Markt abbilden.
Nach durchaus noch regem Handel in den Vorwochen macht sich die Sommerpause mittlerweile auch im ETF-Geschäft bemerkbar, von schlechter Stimmung kann aber nicht die Rede sein. "Das positive Sentiment hält an", bemerkt Frank Mohr von der Commerzbank. Mit 54 Prozent Käufen zu 46 Prozent Verkäufen hätten Zuflüsse weiter klar überwogen. "Die Umsätze sind aber niedriger, institutionelle und private Investoren halten sich zurück." Auch laut Florian Perini von Flow Traders ist derzeit nicht viel los. "Aufgrund der Feriensaison haben wir eine sehr ruhige Woche." Viel gehandelt würden allenfalls noch ETF, die den japanischen Markt abbilden. Der DAX tendiert seit Mitte Juli seitwärts, am heutigen Dienstag notiert das Börsenbarometer bei 8.421 Punkten.

Aktien aus der Peripherie gefragt

Der Commerzbank zufolge dominieren in DAX- und Euro Stoxx-Trackern (WKN ETF001, ETF050) nach wie vor Käufe, auch der MSCI World (WKN ETF110) sei gesucht. Auffällig findet Mohr, dass an den italienischen Börsenindex FTSE MIB gebundene ETFs (WKN A0YEDP) in den Top Ten der Bank auftauchen. "Anleger wollen wohl ein bisschen mehr Risiko eingehen und setzen auf eine Erholung Italiens." In den vergangenen vier Wochen hat der Fonds um knapp 12 Prozent zugelegt.

Auch Gregor Hamme von der Unicredit Group in London meldet reges Interesse an italienischen Aktien (WKN DBX1MB). "Die Peripheriemärkte haben sich überdurchschnittlich entwickelt, das lockt Anleger." Auch an den spanischen und griechischen Markt gekoppelte ETFs hätten Zuspruch gefunden. "Die Kunden wagen wieder mehr." DAX-Tracker (WKN 593393) sieht er eher auf den Verkaufslisten, gesucht seien hingegen speziellere Dividendenstrategieprodukte wie der SPDR S&P Euro Dividend Aristocrats (WKN A1JT1B).

Perini meldet - bei einem ansonsten gemischten Bild mit leichtem Käuferüberhang - ein nach wie vor hohes Handelsaufkommen in japanischen Aktien, allerdings würden beide Seiten gespielt: Während der iShares MSCI Japan Euro Hedged (WKN A1H53P) eher gekauft werde, hielten sich im Amundi Japan Topix Euro Hedged Daily (WKN A1J4TX) Zu- und Abflüsse die Waage. Auf die Währungsabsicherung legen Anleger aber offenbar Wert: Der Verfall des japanischen Yen hatte nämlichg vielen, die vom Aufschwung an der Tokioter Börse profitieren wollten, einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Banken-ETFs legen Spurt ein

Besonders gut kommen einmal mehr Banken-ETFs an, wie Hamme ergänzt. "Dabei wird vor allem auf Banken der Eurozone gesetzt, etwa mit dem iShares Euro Stoxx Banks (WKN 628930)." Aber auch an den Stoxx 600 Banks gekoppelte ETFs, die europäische Banken außerhalb der Euro-Zone einschließen, würden nachgefragt. "Banken haben sich zuletzt überdurchschnittlich entwickelt. Viele sind über ihre Januarhochs geklettert, das sendet auch charttechnisch Signale." Der iShares Euro Stoxx Banks ist in den vergangenen vier Wochen um fast 16 Prozent gestiegen. Auch Perini meldet Nachfrage nach dem iShares Euro Stoxx Banks und dem Lyxor Stoxx Europe 600 Banks (WKN LYX0AP).

Daneben steht laut Hamme auch die Autobranche hoch im Kurs, gesucht sei etwa der iShares Stoxx Europe 600 Automobiles & Parts (WKN A0Q4R2). Mohr zufolge positionieren sich Anleger in Grundstoff-, Auto- (WKN ETF061) und Gesundheitsindustrie-ETFs (WKN ETF068).

Emerging Markets: zu hohes Risiko

Von Schwellenländeranlagen wollen Investoren weiterhin nicht viel wissen. "Wir sehen meist Abgaben", meldet Mohr. Stefano Valenti, Kollege von Hamme, sieht das ähnlich: "Anleger scheuen sich, in Emerging Markets zu investieren." Die Ankündigung der US-Notenbank, die Anleihekäufe auf mittlere Sicht zurückzuführen, sei der Auslöser gewesen: "Viele hoch verschuldete Schwellenländer hängen an den US-Zinsen, etwa Indonesien, Mexiko oder die Türkei. Für sie sind das schlechte Nachrichten."

In der vergangene Woche habe sich der Markt zwar gedreht: "Da gab es wieder Käufe im MSCI Emerging Markets." Asien werde aber weiter gemieden, gefragt seien eher lateinamerikanische und speziell brasilianische Aktien. Der iShares MSCI Emerging Markets (WKN A0HGZT) hatte von Mai bis Ende Juni rund 20 Prozent seines Werts verloren, hat sich dann aber etwas stabilisiert. Kaum Umsatz in Anleihen-ETFs

Keine großen Auffälligkeiten gibt es im Handel mit Renten-Indexfonds: Perini zufolge wurden der iShares Pfandbrief-ETF (WKN 263526) und der Deka Deutsche Börse Eurogov Germany 1-3 verkauft (WKN ETFL18), der iShares Euro Corporate Bond ex-Financials (WKN A0YEEX) hingegen gekauft. Mohr kann keine Trends erkennen.

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von Anna-Maria Borse, Deutsche Börse AG © 13. August 2013

(Für den Inhalt der Kolumne ist allein Deutsche Börse AG verantwortlich. Die Beiträge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.)

FRANKFURT (DEUTSCHE-BOERSE AG) - 13. August 2013.
Bildquellen: Giancarlo Liguori / Shutterstock.com, Podvysotskiy / Shutterstock.com

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Exchange Traded Funds sind an der Börse gehandelte Investmentfonds. ETFs haben keine Laufzeitbegrenzung und können daher wie Aktien permanent zum aktuellen Börsenpreis gehandelt werden. Beim Kauf eines Fondsanteils wird der Anleger zum Anteilseigner der im Fonds enthaltenen Bestandteile. Zugleich beteiligt sich der Investor damit auch an der Entwicklung der im Fonds befindlichen Papiere.
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