13. Dezember 2011. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Während Nachrichten zur
Eurokrise für ein Wechselbad der Gefühle an den Börsen sorgen, reagieren
ETF-Investoren entsprechend. "Mal wird gekauft, mal verkauft", erklärt
Alexander Kuppler von der Deutschen Bank. Dabei seien die Umsätze gut, aber
nicht mehr so hoch wie zuvor. "Die Leute sind schon in Weihnachtsstimmung."
"Es ist kein klarer Trend auszumachen", bemerkt Frank Mohr von der
Commerzbank. "Die Unsicherheiten sind ja immer noch da."
Am liebsten Bluechips
"An den Märkten ist im Moment kein Tag wie der andere", fasst Florian Perini
von Flow Traders die Lage zusammen. Im Großen und Ganzen habe vor dem
EU-Gipfel in der vergangenen Woche Zurückhaltung geherrscht, gleich danach
seien Investoren aber schon wieder zuversichtlicher geworden und hätten sich
vor allem Standardaktien in Form von Indexfonds etwa auf MSCI World-, Euro
Stoxx 50- und S&P 500 ins Depot gelegt. "Gestern wurde hier jedoch
einiges wieder abgebaut."
"Die Musik spielt in den großen Märkten", berichtet auch Frank Mohr. Er
sieht vor allem Interesse an DAX-Trackern, etwa von iShares (WKN 593393)
oder Comstage (WKN ETF001). Auch Kuppler zufolge überwiegen bei
DAX-Indexfonds die Zuflüsse (WKN DBX1DA), MSCI World-ETFs (WKN DBX1MW) kämen
ebenfalls gut an.
Reger Handel beim MSCI World
Auch nach Beobachtung Mark Schönbrodts von der DekaBank entscheiden sich
Anleger derzeit oft für Aktien-ETFs, die die Entwicklung von
Dividendentiteln aus aller Welt nachzeichnen, konkret den iShares MSCI World
(WKN A0HGZR). Von Anteilen an einem ETFs mit Aktien des deutschen MDAX (WKN
593392) trennen sich Anleger der Deutschen Bank zufolge hingegen
überwiegend. "Bei Euro Stoxx-Indexfonds halten sich Käufe und Verkäufe die
Waage", ergänzt Kuppler.
Auf den Umsatzlisten der Börse Frankfurt für die vergangenen fünf
Handelstage stehen DAX- und Euro Stoxx-ETFs im Übrigen ganz oben (WKN
593393, DBX1DA, 593395, ETF001), doch auch Indexfonds mit inverser
Kursentwicklung wie der db x-tracker ShortDAX (WKN DBX1DS) belegen vordere
Plätze.
Abermals Land unter bei Banken
Bei Sektoren-ETFs stehen wieder einmal Banken im Mittelpunkt des Interesses.
Die europäische Finanzaufsicht hat in der vergangenen Woche bei einem
erneuten Stresstest eine Kapitallücke von 13,1 Milliarden Euro aufgedeckt.
Der Hälfte der getesteten Institute fehle Geld, darunter auch der Deutschen
Bank und der Commerzbank. Die Kurse der Banken, die seit Ende November zum
Teil deutlich an Wert gewonnen hatten, gingen daraufhin wieder auf
Tauchkurs.
Das ist aber nicht alles: "Drei Herabstufungen französischer Banken und
Gerüchte, die Commerzbank müsse sich beim Staat mit zusätzlichem Kapital
eindecken, haben den Bankensektor nach unten geschickt", erklärt Perini.
Anleger hätten sich daher von ihren Investments getrennt (WKN 628930,
A0F5UJ, DBX1SF) beziehungsweise auf Short-ETFs gesetzt. "Bei den Banken
wurden beide Richtungen gespielt, allerdings dominieren Abflüsse", erklärt
die DekaBank. Der Deutschen Bank zufolge wagten sich einige Investoren sogar
durchaus wieder vor und kauften den db x-trackers Stoxx 600 Banks (WKN
DBX1SF).
Beim db x-trackers S&P Global Infrastructure (WKN DBX1AP) griffen
Anleger ebenfalls zu, wie die Deutsche Bank ergänzt. Mohr berichtet von
Abgaben bei ETFs mit Aktien aus der Lebensmittel- und Getränke- (WKN
ETF067), der Öl- und Gas- (WKN ETF072) sowie der Gesundheitsbranche (WKN
ETF068). Die DekaBank hat darüber hinaus noch Abflüsse aus Trackern zu
Telekommunikationsaktien wie dem iShares Euro Stoxx Telecommunications (WKN
628931) beobachtet.
Einzelne Schwellenländer gemieden
Wenn schon Schwellenländer, dann bitte breite Körbe - das scheint momentan
das Motto bei Emerging Markets-Produkten zu sein. Die Commerzbank meldet
Zuflüsse etwa beim UBS MSCI Emerging Markets (WKN UB42AA), laut DekaBank
steht auch der iShares Emerging Markets (WKN A0HGZT) auf den Einkaufslisten.
ETFs mit indischen Aktien (WKN LYX0BA) seien hingegen meist abgegeben
worden.
Wenig los bei Renten-ETFs
Im Fixed Income-Bereich geht es derzeit eher ruhig zu, wie die Händler
einhellig melden. Geldmarktfonds (WKN DBX0AN, DBX0A2) werden eher wieder
abgestoßen, wie Kuppler registriert. "Außerdem tauschten Anleger gestern
wieder ETFs mit europäischen Staatsanleihen in solche mit ausschließlich
deutschen."
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© 13. Dezember 2011 / Anna-Maria Borse
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December 13, 2011 09:01 ET (14:01 GMT)- - 09 01 AM EST 12-13-11