16.04.2013 14:41
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Börse Frankfurt/ETFs: Stimmung angeknackst

16. April 2013. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Von einer turbulenten Woche berichten Market Maker aus dem ETF-Handel. "Es war mit rund 11.400 Trades zwar nicht mehr ganz so viel los wie in den Wochen zuvor. Aber das ist immer noch sehr ordentlich", kommentiert Martina Schröttle aus dem Londoner Handelsraum der Commerzbank und spricht von einem leichten Verkaufsüberhang. "Vor allem in den Renten- und Rohstoffsegmenten wurde überwiegend abgegeben, während sich bei Aktien eher ein ausgeglichenes Bild zeigt", fasst die Händlerin zusammen.

Das bestätigt Gregor Hamme von der Unicredit: "Angesichts der relativ starken Kursbewegungen an den Aktienmärkten wurde in der vergangenen Woche auch am ETF-Markt viel gehandelt. Allerdings haben Investoren den Kursanstieg am Mittwoch vorwiegend dazu genutzt, Positionen abzubauen. Unter dem Strich kam daher mehr zurück als gekauft wurde."

Wie Florian Perini von Flow Traders in Amsterdam anmerkt, hat sich die Anlegerstimmung im Wochenverlauf verschlechtert: "Anfangs ging es unter anderem wegen der gefundenen Lösung für Zypern noch bergauf, dann ab Freitag aber wieder bergab. Ursachen für die Wende waren unter anderem die aufgekommenen Unsicherheiten über den Finanzierungsbedarf Zyperns und schwache US-Daten. Aber auch der fallende Goldpreis hat andere Märkte angesteckt und für eine generelle Abwärtsbewegung gesorgt", erklärt der Händler.

Nordamerikanische Aktien reizen, europäische nicht

Perini

Im Aktiensegment, das bei der Commerzbank fast vier Fünftel des gesamten Volumens im ETF-Handel ausmacht, halten sich Käufe und Verkäufe laut Schröttle insgesamt zwar weitestgehend die Waage. Es sei aber ein eindeutiger Trend raus aus europäischen Indizes und rein in nordamerikanische zu beobachten, weiß die Market Makerin: "Indexfonds, die die hiesigen Bluechip-Indizes wie den Dax (WKNs 593393, ETF001, DBX1DA) oder den Euro Stoxx 50 (WKN 593395) nachbilden, werden überwiegend abgestoßen. Beliebt ist hingegen etwa der MSCI North America (WKN A0J206) oder auch der MSCI World (WKN A0HGZR)."

Neben Deutschland und Europa verzeichnet Perini bei Emerging Market-ETFs Abgaben, etwa bei den beiden breit gestreuten Trackers auf den MSCI Emerging Markets von der Deutschen Bank (WKN DBX1EM) oder von iShares (WKN A0HGZT). Mit Blick auf US-Indizes spricht der Händler von einem ausgeglichenen Verhältnis.

Auch Hamme beobachtet bei heimischen Aktien, vor allem bei DAX- und Euro Stoxx 50-Trackern, einen Verkaufsüberhang. Eine Ausnahme bildeten aber Dividendentitel, ergänzt der Händler. "Mit der anlaufenden Dividendensaison in Deutschland gewinnt dieses Marktsegment für viele Anleger an Bedeutung. Gerne gekauft wird derzeit etwa der iShares EURO STOXX Select Dividend 30 (DE) (WKN 263528)."

Deutsche Staatsanleihen fliegen aus den Depots

Der Verkaufsüberhang bei Festverzinslichem basiert, wie Schröttle berichtet, in erster Linie auf starken Abgaben von deutschen Staatsanleihen. So sei etwa der iShares eb.rexx Government Germany (DE) (WKN 628946) fast ausschließlich zurückgekommen. "Ansonsten zeigt sich im Rentensegment aktuell eher ein gemischtes Bild. Der Anteil am gesamten ETF-Handel lag in der vergangenen Woche bei rund 17 Prozent", fügt die Händlerin hinzu.

Finanzsektor unbeliebt

Hamme

Von den Sektoren stechen, wie die Händler unisono berichten, in erster Linie deutliche Abgaben bei Bankenwerten hervor. "Hier ist wegen der Schuldenkrise ja schon seit langem ziemlich viel Bewegung drin - in die eine, wie auch in die andere Richtung. Vergangene Woche waren zwei Drittel des gehandelten Volumens Rückflüsse", weiß Schröttle. Auch Hamme spricht von einem deutlichen Verkaufsüberhang bei Finanzwerten und nennt beispielhaft den iShares EURO STOXX Banks (DE) (WKN 628930). In diesem Indexfonds verzeichnet auch Perini überwiegend Rückflüsse. Aber nicht nur Bankwerte, sondern auch Versicherungstitel stünden unter Druck, ergänzt Hamme. So stiegen Investoren etwa aus dem Lyxor ETF STOXX Europe 600 Insurance (WKN LYX0AQ) aus.

Unterdessen leideten Rohstoffunternehmen unter dem jüngsten Preisverfall am Rohstoffmarkt, erklären die Händler. Hamme verzeichnet vor allem im Lyxor ETF STOXX Europe 600 Basic Resources eine klare Verkaufstendenz.

Laut Schröttle wird derzeit auch im Lebensmittelsektor viel gehandelt. Hier zeichne sich aktuell allerdings keine einheitliche Richtung ab. "Wenn Anleger in Aktien gehen, dann doch eher in defensiveren Sektoren, die etwas mehr Sicherheit bieten", kommentiert Hamme abschließend.

© 16. April 2013/Karoline Kopp

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