28.08.2012 16:30
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Ein heißer September steht bevor

Börse Frankfurt
Auf vergleichsweise beschauliche Tage bei sommerlichen Temperaturen blicken Market Maker im Handel mit Exchange Traded Funds.
"Trotz 9.000 ausgeführter Orders verfehlten wir beim Volumen das Niveau der Vorwoche", relativiert Andreas Bartels. Mit 52 Prozent Verkäufen und 48 Prozent Käufen gehe es über alle Anlageklassen hinweg zwar relativ ausgeglichen zu. Bei Aktien-ETFs auf den Dax und Euro Stoxx 50 stünden aber deutliche Abflüsse im Vordergrund, die der Händler der Commerzbank auf Gewinnmitnahmen zurückführt.

Durchwachsen mit einem ausgewogenen Verhältnis von Zu- und Abflüssen beschreibt Aysun Cifci den ETF-Handel. "Ein klarer Trend ist schwer auszumachen", meint die ETF-Händlerin der DekaBank. "Eine einzelne große Verkaufsorder in einem Indexfonds auf den Euro Stoxx 50 (WKN ETFL02) hat das Gesamtbild bei uns verfälscht."

Von einer wechselhaften Woche mit geringen Handelsumsätzen berichtet Florian Perini von Flow Traders. "Viele Marktteilnehmer scheinen noch im Urlaub zu sein." Bis Freitagmittag hätten bei Bluechip-ETFs noch die Verkäufe dominiert. "Seitdem sind die Käufer zurückgekehrt." Die Abgaben bei Schwellenländer-ETFs begründet Perini mit der Verunsicherung am Finanzmarkt Vietnam. Auch belaste das Urteil gegen Samsung im Patentstreit mit Apple vermutlich den MSCI Korea. "Zudem scheint die brasilianische Wirtschaft nicht rundzulaufen, weshalb Investoren sich von diesem Markt eher verabschieden", vermutet der Händler.

Spannende Entscheidungen

Auf politischer Ebene scheint es eine Einigung darüber zu geben, zunächst den sogenannten Troika-Bericht zu Griechenland abzuwarten, bevor weitere Entscheidungen getroffen würden. "Dieser Abschlussbericht zu den Reformfortschritten des Landes kommt wohl frühstens Anfang Oktober", meint die Helaba. Bis dahin bestimmten wichtige Ereignisse wie das US-Notenbanktreffen in Jackson Hole am kommenden Freitag, die EZB-Ratssitzung am 6. September, die Sitzung des Federal Reserve Open Market Committee (FOMC) Mitte September sowie die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zum dauerhaften Rettungsschirm ESM am 12. September das Geschehen. "Marktteilnehmern steht damit ein heißer September bevor", sagt die Helaba voraus.

DAX-ETFs werden abgestoßen

Bartels

Nach den Nettoabflüssen zu urteilen, erwarten Anleger vom DAX (WKN 626678, ETF001, ETFL01, LYX0AC) und Euro Stoxx 50 (WKN 593395, 935927) eine Verschnaufpause, wie Andreas Bartels interpretiert. "ETF-Investoren trennen sich in Summe von Trackern, die in den vergangenen Wochen gut gelaufen sind." Passend dazu befänden sich Indexfonds auf den Short-DAX (WKNs DBX1DS, ETF004) tendenziell auf den Einkaufslisten. Auf fallende Kurse zielten zudem Anleger, die sich Short-ETFs auf den weltweit aufgestellten MSCI World (WKNs A0HGZR, A0NCFR) ins Depot legten. "In diesen Werten hatten wir eine starke Nachfrage", meldet Bartels.

Flow Traders verbucht durchweg Handel in beide Richtungen in hiesigen (WKN 593393), europäischen (WKNs 593395, 935927) und US-amerikanischen (WKN 264388) Aktienindizes wie dem breit aufgestellten S&P 500. Beide Seiten gespielt würden zudem in ETFs, die an den MSCI World (WKN A0HGZR gekoppelt sind (WKN DBX1MW).

"Portfolios mit Unternehmen aus der zweiten Reihe sind allerdings überwiegend abgestoßen worden", ergänzt der Market Maker. Mit dabei Tracker des MDAX (WKN 593392), Stoxx Europe Small 200 (WKN A0D8QZ) und MSCI USA Small Cap (WKN ETF123).

Emerging Markets lieber nicht

Von vorwiegend Verkäufen spricht Bartels auch bei Portfolios mit Emerging Markets-Aktien. "ETFs zu chinesischen, russischen oder indonesischen Bluechip-Indizes wurden meist zurückgegeben." Flow Traders bestätigt den Trend. Sowohl Tracker marktbreiter Schwellenländer-Indizes (WKNs DBX1EM, A0HGZT, DBX1AE) als auch Indexfonds einzelner Länderindizes (WKNs LYX0BE, DBX1AG, A0HG2L) seien in Summe aus den Depots rausgekommen.

Festverzinsliches uneinheitlich

Perini

"Auf der Bondseite war der Handel gemischt", meldet Bartels. Die fünf meistgehandelten Renten-ETFs enthielten ausschließlich deutsche Staatsanleihen, die allesamt mehrheitlich abgestoßen worden seien. "Mit von der Partie war eine bunte Mischung kurz-, mittel- und langlaufender Bundesanleihen." Corporate Bond-Tracker (WKN A0YEEY, A0YEEX), die Finanzwerte außen vorlassen, gehörten bei der Commerzbank auch in dieser Woche zu den meist gehandelten Fixed-Income-Produkten. In Summe seien diese gekauft worden.

Perini hingegen spricht von einem Käufermarkt für deutsche Staatsanleihen im eb.rexx-Index (WKN 628946), der die 25 größten und liquidesten deutschen Staatsanleihen gewichtet nach Marktkapitalisierung enthält. Gut an kämen zudem deutsche Langläufer mit Restlaufzeiten zwischen 5,5 und 10,5 Jahren (WKN 628949) sowie über 10,5 Jahren (WKN A0D8Q3). Keine eindeutige Anlegermeinung gebe es bei Trackern von Indizes mit Unternehmensanleihen aus Industrienationen (WKNs 251124, A0DPYY, LYX0EE) und Corporate Bonds aus Schwellenländern (WKNs A0RFFT, A1JJTV). Für beide meldet Perini gleichermaßen Zu- wie Abflüsse.

Grundstoffe-Sektor beliebt

Bei den Branchen stehen Medien (WKN ETF071, A0RPSA) und die Grundstoffindustrie (WKN LYX0AS, ETF063, A0F5UK) Cifci zufolge in der Anlegergunst vorn mit dabei. Auf letztere fokussierten sich auch DekaBank-Kunden. "Ein Drittel der Umsätze bei den Sektoren fallen auf Indexfonds mit Unternehmen der Grundstoffindustrie", bemerkt Bartels. "Zweidrittel davon sind Käufe." Es folgten ETFs mit Bankatien - überwiegend Verkäufe und mit Energiewerten industrie (WKN A0Q4L7) mit einem Kaufüberhang.

© 28. August 2012 / Iris Merker

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(END) Dow Jones Newswires  August 28, 2012 10:00 ET (14:00 GMT)- - 10 00 AM EDT 08-28-12

28. August 2012. FRANKFURT (Börse Frankfurt).

Bildquellen: clearlens / Shutterstock.com
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