Händler im ETF-Handel machen Berichte über
unzureichende Fortschritte der griechischen Regierung bei der Umsetzung der
Sparmaßnahmen mitverantwortlich. "Das stellt die Auszahlung der nächsten
Tranche aus dem Rettungsschirm einmal mehr in Frage", bemerkt Frank Mohr von
der Commerzbank. Zudem sei mit der französisch-belgischen Dexia Bank ein
weiteres europäisches Geldhaus in Bedrängnis und habe die Finanztitel an den
Börsen mit nach unten gezogen. Die Ratingagentur Moody"s prüfe eine mögliche
Abstufung der Kreditwürdigkeit Dexias. "In diesem Umfeld finden positive
Konjunkturdaten wie der Einkaufsmanager-Index der Industrie und die
gestiegenen Bauausgaben nur wenig Beachtung", vermutet Mohr.
In den Hintergrund rücken Florian Perini zufolge zudem hoffnungsvolle
Meldungen der vergangenen Woche aus den USA. "Der Rückgang der Anträge auf
US-Arbeitslosenhilfe, der Anstieg des US-Bruttoinlandsprodukts oder ein
besser als erwartet ausgefallener Index zum Verbrauchervertrauen der
Universität von Michigan haben bis Ende vergangener Woche für mehr Käufe bei
ETFs gesorgt", glaubt der Händler von Flow Traders. Seit Wochenbeginn
überwögen allerdings die Rückflüsse. Für die vergangenen fünf Handelstage
registrieren die Market Maker im ETF-Handel insgesamt ein ausgeglichenes
Verhältnis von Käufen und Verkäufen. "Rekordverdächtig sind die Aktivitäten
der Anleger trotz hoher Volatilität aber nicht", bemerkt Marco Salaorno von
der Société Générale. Hauptaugenmerk der Investoren liege auf den großen
Indizes der etablierten Märkte.
Deutsche Bluechips gefragt
Insgesamt ausgewogen geht es im Handel mit Trackern der tonangebenden
Indizes zu, wie die Händler einhellig berichten. Beide Seiten gespielt
würden etwa bei Indexfonds auf den Euro Stoxx 50 (WKNs 935927, 593395,
DBX1ET), den S&P 500 (WKN 264388), den Stoxx Europe 600 (WKN DBX1A7) und
den MSCI North Amercia (WKN A0J206). Von einem leichten Kaufüberhang spricht
Frank Mohr bei deutschen Bluechip-ETFs (WKNs 593393, 593397, ETF001, DBX1DA,
LYX0AC). Zudem versuchten kurzfristig orientierte Investoren mit dem Handel
von Short-ETFs auf den Dax (WKNs DBX1DS) und den Euro Stoxx 50 (WKN DBX1SS)
von den täglichen Schwankungen an den Aktienbörsen zu profitieren.
Aufmerksamkeit für Schwellenländer-ETFs gestiegen
Wie aus dem Dornröschenschlaf erwacht sei der Handel mit
Schwellenländer-ETFs. Von gleichermaßen Ab- und Zuflüssen berichtet Perini
etwa bei breiter aufgestellten Emerging Markets Indexfonds (WKNs DBX1EM,
DBX1MA, A0HGZT), ETFs mit russischen (WKN LYX0AF), koreanischen (WKN A0HG2L)
oder brasilianischen Aktien (WKN A0HG2M). Tendenziell einen Verkaufsdruck
bei Körben von Schwellenländer-Aktien (WKN UB42AB, A0BK6R) erkennen
Commerzbank und Société Générale.
Banken und Versicherungen im Fokus
Bei den Sektoren dominierten Indizes mit Banken und Versicherungen den
ETF-Handel. Flow Traders spricht von gleichermaßen Zu- und Abflüssen
beispielsweise beim breit aufgestellten STOXX 600 Banks (WKN DBX1SF) und
beim iShares DJ EURO STOXX Banks (WKN 628930). Von tendenziell mehr Käufen
spricht Salaorno dagegen bei defensiven ETFs, etwa mit Unternehmen des
Gesundheitssektors (WKN LYX0AS).
Wenig los bei Festverzinslichem
Kaum Betrieb herrsche derzeit bei Rentenfonds. "Mit einem Anteil von 12
Prozent am Gesamtumsatz des ETF-Handels bleibt das Volumen für Renten-ETFs
unter den sonst bei der Commerzbank üblichen 15 bis 16 Prozent", berechnet
Frank Mohr. Vergleichsweise ruhig bezeichnet auch Salaorno das Geschehen
rund um ETFs mit festverzinslichen Wertpapieren. Einen leichten Kaufüberhang
macht er für Indexfonds mit deutschen Staatsanleihen etwa mit einer
Restlaufzeit von 2,5 bis 5,5 Jahren (WKN 628948) aus. Eine Vorliebe für
mittlere Fälligkeiten deutscher Rentenwerte erkenne er darin aber nicht.
"Deutsche Staatsanleihen sind durch die Bank eher gesucht", berichtet der
Händler. Einen Nachfrageüberhang verbucht Salaorno zudem für
Jumbo-Pfandbriefe (WKN WKN A0BRC5). Anleger finden laut Perini auch Gefallen
an US-Staatsanleihen (WKN A0LGQB) und Bonds von Schwellenländern (WKN
A0RFFT).
© 4. Oktober 2011 / Iris Merker
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October 04, 2011 11:00 ET (15:00 GMT)- - 11 00 AM EDT 10-04-11
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Bildquellen: Wolfgang Kriegbaum