30.04.2013 15:00
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Alles wieder etwas ruhiger bei ETFs

Börse Frankfurt-News: Alles wieder etwas ruhiger bei ETFs | Nachricht | finanzen.net
Börse Frankfurt-News
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Zuflüsse in italienische Aktien nach Regierungsbildung, steuerlich bedingte Abflüsse aus einem DAX-ETF, Bankensektor wieder im Höhenflug.
Nach einer turbulenten Vorwoche haben sich die Wogen wieder etwas geglättet, berichten Market Maker aus dem ETF-Handel. "Nach überdurchschnittlichen 14.000 Trades in der Vorwoche ist das Volumen auf rund 11.500 Trades zurückgekommen", berichtet Martina Schröttle von der Commerzbank und spricht von einem deutlichen Kaufüberhang. "Das Verhältnis von Käufen zu Verkäufen lag in den zurückliegenden Handelstagen bei 56 zu 44 Prozent."

Gregor Hamme von der Unicredit bestätigt: "Die nun doch endlich geglückte Regierungsbildung in Italien hat für Entspannung gesorgt und einige Käufer in den Markt getrieben." Vor allem Tracker italienischer Aktienindizes seien stark gesucht, wie etwa der CS ETF (IE) on FTSE MIB (WKN A0YEDP) von der Credit Suisse. Auch der Bankensektor habe angesichts rückläufiger Risikoaufschläge an den Rentenmärkten der Europeripherie profitiert, ergänzt der Händler.

Florian Perini von Flow Traders in Amsterdam meldet ebenfalls eine Beruhigung am Markt. "Mitte vergangener Woche waren die Umsätze sehr hoch, am Freitag und zu Beginn dieser Woche ist es dann aber weniger geworden." Eine einheitliche Richtung ist laut Perini dabei allerdings nicht auszumachen.

Erhöhte Umsätze in Emerging-Market-ETFs

Die weitaus größten Umsätze verbucht die Commerzbank im Aktien-Segment. "In der vergangenen Woche hat der Aktienbereich gut vier Fünftel des gesamt gehandelten ETF-Volumens ausgemacht", weiß Schröttle. Allerdings sei es diesmal nicht der Dax gewesen, der die Umsatzlisten angeführt habe, sondern der MSCI Emerging Markets (WKNs DBX1EM, A0HGZT) - bei überwiegend Käufen. Perini beobachtet zwar auch hohe Umsätze in Indexfonds, die den MSCI Emerging Markets (WKNs A0HGZT, A1C9B1) abbilden, spricht aber von einem ausgeglichenen Verhältnis von Käufen zu Verkäufen.

Laut Stefano Valenti von der Unicredit hat sich bei Emerging Market-Produkten indes der bärische Trend der vergangenen Wochen fortgesetzt. "90 Prozent des in diesem Segment gehandelten Volumens liegt auf der Verkaufsseite. Vor allem Lateinamerika ist weiterhin unbeliebt." Auch Flow Traders beobachtet einen Verkaufsüberhang in Trackern südamerikanischer Indizes, wie dem db x-Trackers MSCI EM LATAM (WKN DBX1ML) oder dem Lyxor ETF Brazil Ibovespa (WKN LYX0BE). Im iShares MSCI Brazil verzeichnet Perini ein ausgeglichenes Verhältnis.

DAX-ETF von iShares vor Geschäftsjahresende

In Trackern des deutschen Leitindex DAX verzeichnet die Commerzbank im Gegensatz zu anderen europäischen als auch US-amerikanischen und japanischen Indizes überwiegend Rückflüsse. Hamme bestätigt diese Tendenz, weist aber darauf hin, dass sich die Abgaben vor allem auf den DAX-ETF von iShares (WKN 593393) konzentrierten: "Hier besteht eine Sondersituation, da das Geschäftsjahr dieses ETFs mit dem April endet und am 2. Mai Steuerzahlungen anstehen, die den Kurs belasten. Den ETF über diesen Tag zu halten ist für Anleger sehr unvorteilhaft", erklärt der Händler.

So sei im Vorjahr in der Woche vor dem Stichtag rund ein Drittel des gesamten Fondsvolumens aus dem DAX-ETF von iShares herausgeflossen, um dann nach dem Geschäftsjahreswechsel reinvestiert zu werden. "In diesem Jahr sind die Rückflüsse bisher allerdings deutlich geringer: Von den rund 200 Millionen ETF-Anteilen, die in der vergangenen Woche noch im Umlauf waren, sind bislang 5 Millionen Stück zurückgekommen. Wenn Umsätze da sind, dann aber fast ausschließlich Verkäufe."

Flow Traders teilt diese Beobachtung allerdings nicht: Laut Perini wurde dieser ETF in den vergangenen Handelstagen überwiegend gekauft.

Bankensektor gefragt

Unter den Sektoren stechen nach übereinstimmendem Bericht von Commerzbank und Unicredit in dieser Woche die Banken mit deutlichen Käufen hervor: "Der Bankensektor zählt weiterhin zu einer der meistgehandelten Branchen - gut zwei Drittel sind aktuell Käufe", weiß Schröttle und verweist beispielhaft auf den ComStage ETF STOXX Europe 600 Banks NR (WKN ETF062). Hamme beobachtet auch in dem Pendant von iShares (WKN A0F5UJ) einen deutlichen Kaufüberhang. "Die Branche profitiert aber nicht nur von der Entspannung in Italien, auch die besser als erwartet ausgefallenen Quartalszahlen der Deutschen Bank, deren Aktie heute 8 Prozent im Plus liegt, ziehen den Sektor nach oben", kommentiert der Market Maker.

Rege gehandelt wird laut Perini zudem der Sektor der Versorger (WKNs A0Q4R0, LYX0A3), in dem der Händler vor allem Zuflüsse verbucht. Auch die ebenfalls defensive Gesundheitsbranche bleibt laut Hamme, wie schon seit einigen Wochen, bei Anlegern beliebt.

Bei dem ebenfalls sehr umsatzstarken Rohstoffsektor gehen die Berichte der Händler hingegen auseinander: Während die Commerzbank vier Fünftel Käufe im ComStage ETF STOXX Europe 600 Basic Resources NR (ETF063) verbucht, meldet Perini für das Pendant von Lyxor (WKN LYX0AX) einen Verkaufsüberhang.

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© 30. April 2013/Karoline Kopp

(Für den Inhalt der Kolumne ist allein Deutsche Börse AG verantwortlich. Die Beiträge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.)

FRANKFURT (DEUTSCHE-BOERSE AG) - 30. April 2013.
Bildquellen: Wolfgang Kriegbaum, iStock/assalve

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