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03.07.2012 15:24

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BÖRSE FRANKFURT-NEWS

Der Funke springt über


Mit der Erholung im Aktienmarkt finden Anleger zunehmend Gefallen an Standardwerten aus Industrienationen, bevorzugt mit soliden Dividendenrenditen.

Engagements in Geldmarktfonds werden teilweise heruntergefahren.

Auf Wochensicht Rückflüsse, seit Freitag zunehmende Positionierung insbesondere in Tracker marktbreiter Aktienindizes der Industrienationen: so beschreiben Spezialisten die jüngsten Bewegungen im Handel mit Indexfonds. "Bei durchschnittlichen Umsätzen verbuchen wir unterm Strich einen Verkaufsüberhang im Verhältnis Zweidrittel zu einem Drittel", meldet Mark Schönbrodt von der DekaBank. Auf den vorderen Rängen in seiner Umsatzstatistik befänden sich primär Bluechip-ETFs. "Exoten tauchen bei uns unter den 20 meist gehandelten Indexfonds nicht auf."

"Mit rund 7.500 Trades liegen wir unter dem Durchschnitt", beschreibt Frank Mohr den Handel der vergangenen Tage. An den Käufen zum Wochenausklang und zum Wochenauftakt erkennt der Händler der Commerzbank zwar grundsätzliche Anlegerbereitschaft zu Engagements in Indizes. Von Euphorie könne indes keine Rede sein, der Richtungswechsel beruht seiner Auffassung nach auf einer Gegenbewegung nach einer technisch überverkauften Lage.

Von einer guten Handelswoche jedoch ohne klare Richtung spricht Florian Perini. "Sowohl der Ausgang des Brüsseler EU-Gipfels als auch die Zustimmung des Bundestags zum ESM und Fiskalpakt haben die Investoren erst einmal positiv gestimmt", begründet der Händler von Flow Traders den Stimmungswandel. "Bluechip- und Schwellenländer-ETFs waren mehrheitlich gesucht." Nun schauten Marktteilnehmer mit Spannung auf den anstehenden Zinsentscheid der Europäischen Zentralbank am kommenden Donnerstag. "Erwartet wird eine Leitzinssenkung um 25 Basispunkte auf 0,75 Prozent."

>Solides gefragt

Gut kommen gegenwärtig Standardwerte der tonangebenden Industrieländerindizes an, wie die Händler einmütig berichten. Von einem Käuferbild spricht Perini etwa bei deutschen Bluechips des Dax (WKNs 593393, 593397, ETFL01, DBX1DA) ebenso bei Tracker des weltweit aufgestellten MSCI World (WKNs A0HGZR, DBX1MW). Zudem überwiegen Schönbrodt zufolge in an den Euro Stoxx 50 gekoppelten Indexfonds (WKNs 593395, 935927) tendenziell Käufe. Für einige DAX-Tracker verbucht die DekaBank mehrheitlich Verkäufe (WKNs ETFL01, 593393), ebenso für den einen oder anderen Euro Stoxx 50-ETF (WKNs 593394).

Fokus auf Dividenden

Als auffallend bezeichnet Mohr den Trend hin zu Dividendenwerten etwa des S&P High Yield Dividend Aristocrats Index (WKN A1JKS0) und wertet dies als gestiegenes Interesse an nachhaltigen Investments. Dieser Index umfasst 60 Bestandteile des S&P Composite 1500 Index mit der höchsten Dividendenrendite, deren Dividenden in den letzten 25 aufeinanderfolgenden Jahren gestiegen sind.

Auch für dividendenstarke deutsche Unternehmen interessieren sich ETF-Investoren laut Schönbrodt. Kaufüberhänge gebe es zum Beispiel in Tracker des DAXplus Maximum Dividend (WKN ETFL23) und in Indexfonds auf den DivDAX (WKN263527).

Trendwende in Sicht?

Dass sich die Erwartungen der Investoren hinsichtlich der Bewegungen des DAX teilweise gedreht hätten, will Mohr an den mehrheitlichen Abflüssen aus einem ShortDAX-ETF erkennen (WKN DBX1DF), der von fallenden DAX-Kursen profitiert.

 

"Viele Kunden haben ihre Positionen geschlossen." Perini bestätigt den Trend und meldet Abgaben etwa des ETFX DAX 2x Short Fund (WKN A0X9AA). Überwiegend Abflüsse beispielsweise im Lyxor ETF Euro Stoxx 50 Daily Double Short (WKN A0MNT7) deuteten auf einen ähnlichen Sinneswandel für die Kursrichtung des Euro Stoxx 50.

Weit gestreute Schwellenländer-ETFs gesucht

Für marktbreite Schwellenländer-ETFs meldet Perini fast nur Käufe. Etwa gebe es einen Nachfrageüberhang für Indexfonds auf den MSCI Emerging Market Index (WKNs A0HGZT, DBX1EM).

Gemischtes Bild bei Festverzinslichem

Auch bei den Anleihen sind Schwellenländer gefragt. Anleger kaufen die entsprechenden ETFs (WKN A0RFFT), aber auch ebenso europäische Staatsanleihen (WKN DBX0AC). Zuspruch verbucht Perini zudem für Euro-Unternehmensanleihen mit Investment Grade (WKNs 251124, LYX0EE). Ein seit Monaten gefragter Corporate Bond-Tracker (WKN ETFL38), der Finanzwerte außen vorlässt, gehöre einmal mehr zu den gesuchten ETFs bei der DekaBank.

Bei Geldmarktfonds etwa auf den eb.rexx Money Market (WKN A0Q4RZ) sprechen die ETF-Spezialisten einhellig von einem Verkäuferbild. Von Abgaben geprägt seien zudem Indexfonds zum EuroMTS Eonia Investable Index (WKN LYX0B6) und Tracker des Sonia Total Return Index (WKN DBX0AT) "Vermutlich haben Anleger mit den Verkäufen der Geldmarktfonds Liquidität für ihr Engagement in Aktien freigesetzt", meint Mohr.

Banken beliebt

 

Bei den Sektoren stoßen insbesondere Bankenwerte beispielsweise aus dem Euro Stoxx Banks (WKN 628930) auf Gegenliebe, wie Perini registriert. Passend dazu setzten Anleger auf die Versicherungsbranche mit Käufen von Anteilen zum Beispiel des ComStage ETF Stoxx Europe 600 Insurance (WKN ETF070).

 

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>© 3. Juli 2012 / Iris Merker

(Für den Inhalt der Kolumne ist allein Deutsche Börse AG verantwortlich. Die Beiträge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.)

FRANKFURT (DEUTSCHE-BOERSE AG) - 3. Juli 2012.

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