17.04.2012 17:15
Bewerten
 (0)

Europäische Bluechips bitte

Börse Frankfurt-News
Nach den jüngsten Einbußen an den Aktienbörsen positionieren sich viele Anleger wieder in Tracker des DAX- und Euro Stoxx 50.
Aber auch Renten-ETFs und Volatilitätsprodukte sind gefragt.

 Die niedrigeren Kurse an den Aktienbörsen nutzen ETF-Anleger zum Teil für Zukäufe. "Wir haben deutlich höhere Volumina als in der Vorwoche und verbuchen insgesamt einen mengenmäßigen Kaufüberhang", meldet etwa Mark Schönbrodt von der DekaBank, auch wenn, was die einzelnen Trades angeht, die Anzahl der Verkäufe die der Käufe übertreffe. Das Anlegerinteresse beschränke sich bei den großen Aktienindizes im wesentlichen auf den Dax und den Euro Stoxx 50. "Von vielen anderen Länderindizes verabschieden Anleger sich zumeist."

Mit knapp 7.000 Trades bewege sich der ETF-Handel bei der Commerzbank etwas unterhalb des Vorwochenniveaus. Auch überwögen mit 52 zu 48 Prozent leicht die Abflüsse. "Insgesamt geht es etwas ruhiger und verhaltener zu", bemerkt Andreas Bartels. Mit 85 Prozent aller Trades dominierten die Aktientracker das Geschehen.

Hohe Kursschwankungen verschrecken Anleger

Eine relative Anlegerzurückhaltung registriert auch Florian Perini von Flow Traders. Das erneut in den Vordergrund gerückte Thema Eurokrise habe die Unsicherheit in den Kapitalmärkten genährt. "Der Volatilitätsindex VSTOXX erreichte beispielsweise den höchsten Stand seit drei Monaten." Die Probleme in Spanien hätten den Madrider Leitindex Ibex 35, der seit Jahresbeginn um über 15 Prozent nachgegeben hat, erneut unter Druck gesetzt. Kein anderer Börsenplatz weltweit habe so schlecht abgeschnitten.

Geographische Nähe bevorzugt

Dem deutschen Aktienbarometer auf die Sprünge geholfen hätten die überraschend optimistisch ausgefallenen ZEW-Konjunkturerwartungen vom heutigen Dienstag. "Die 350 Finanzexperten bewerten die Aussichten für die deutsche Wirtschaft so gut wie seit knapp zwei Jahren nicht mehr", beobachtet Perini. Das ZEW-Barometer sei im April um 1,1 auf 23,4 Punkte gestiegen. Insgesamt berichten die ETF-Spezialisten der Commerzbank und DekaBank von Anlegerinteresse an DAX-Trackern (WKN 593393, 593397, 626678, ETF001, ETFL01, DBX1DA, LYX0AC) und Indexfonds auf den Euro Stoxx 50 (WKN 935927, 593395). In gleichem Maße gekauft wie verkauft würden Indexfonds auf den MSCI Europe (WKN A0M5X2). Abgestoßen würden dagegen Tracker des MSCI Europe Small Caps (WKN DBX1AU)

 

Von einem regen aber ausgeglichenen Handel spricht Perini bei ETFs auf den MSCI World (WKNs A0HGZR, DBX1MW) und den S&P 500 (WKN 264388).

Schwellenländeraktien lieber nicht

"Von Unternehmen aus Emerging Markets wie Taiwan und Indien verabschiedeten Investoren sich im großen und ganzen," weiß Schönbrodt. "Bei breiter aufgestellten Emerging Markets-ETFs gibt es nach wie vor Bewegung, wenn auch weniger als in den vergangenen Wochen", meldet Bartels und spricht per Saldo von Zuflüssen etwa beim marktbreiten MSCI Emerging Markets (WKN A0HG2T, A1JJTE).

 

Außerdem ließen zudem tendenziell die Finger von japanischen Bluechips (WKN A0ESMK) und Standardwerten aus Hongkong (WKN LYX0A7).

Investoren setzen auf Volatilität

Verstärkt gefragt waren Perini zufolge indes Volatilitätsprodukte wie der Nomura Voltage Mid-term (WKN A1JQQZ) und der Ipath S&P 500 Vix ETN (WKN BC1C7Q). "Investoren versuchen von der Verunsicherung im Markt zu profitieren und scheinen eine länger andauernde Phase erhöhter Schwankungen zu erwarten." Festverzinsliches gesucht

Ansehnlichen Zuspruch verbucht Schönbrodt in dieser Woche für Renten-ETFs, insbesondere mit Unternehmensanleihen. Wie so häufig stehe ein Corporate Bond-Tracker (WKN ETFL38), der Finanzwerte außen vorlässt, ganz oben auf der Umsatzliste.

Anleger deckten sich aber auch weltweit mit Staatsanleihen über den iShares Citigroup Global Government Bond (WKN A0RM43) ein. Von Anlegerinteresse für den gehebelten ComStage ETF Commerzbank Bund-Future Double Short (WKN ETF563) berichten Commerzbank und DekaBank. "Anleger haben damit auf einen fallenden Bund-Future gesetzt und waren auf den ersten Blick nicht erfolgreich", meint Bartels, verweist jedoch auf den möglichen Einsatz dieser Produktgattung als Absicherung.

Banken überzeugen

Bei den Sektoren kämen insbesondere Banken und Technologiewerte gegenwärtig gut an, wie Bartels berichtet. Im Verhältnis 60 zu 40 Prozent legten Investoren sich beispielsweise europäische Geldhäuser aus dem Stoxx Europe 600 Banken (WKNs A0F5UJ, DBX1SF, LYX0AP) ins Depot. Von Abgaben geprägt seien hingegen Indexfonds auf den STOXX Europe 600 Automobiles & Parts (WKNs ETF061, LYX0AN, ). Wenig überzeugen zudem der Telekommunikationssektor (WKN LYX0A1, DBX1ST), der zuletzt mehrheitlich abgestoßen worden sei. Außerdem trennen sich Anleger laut Schönbrodt von europäischen Immobilien (WKN A0HG2Q).

Sie können sich kostenlos für unseren täglichen Newsletter anmelden. Schreiben Sie uns einfach eine E-Mail an redaktion@deutsche-boerse.com

 

© 17. April 2012 / Iris Merker

(Für den Inhalt der Kolumne ist allein Deutsche Börse AG verantwortlich. Die Beiträge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.)

FRANKFURT (DEUTSCHE-BOERSE AG) - 17. April.
Artikel empfehlen?
Für den Live-Chat können Sie sich mit Ihrem finanzen.net-, Facebook- oder Twitter Account anmelden. Um immer die neusten Beiträge zu sehen, stellen Sie bitte "Neuesten" ein.
Suchen

Heute im Fokus

DAX schließt im Plus -- Wall Street geschlossen -- Deutsche Bank dampft Handel mit Gold und Silber ein -- Aufspaltungsforderung - Was Europa von Google will -- Infineon, BASF, Amazon, Google im Fokus

Juncker will keine Strafen für EU-Haushaltssünder. Berlin und Paris für stärkere Regulierung von Internetfirmen. Bundesregierung schließt Anti-Spionage-Vertrag mit Blackberry. Opec befeuert Ölpreisverfall. GDL-Chef zeigt sich kampfbereit. Infineon leidet unter herausforderndem Marktumfeld. E.ON verkauft Spanien-Geschäft für 2,5 Milliarden Euro. Arbeitslosigkeit in Frankreich steigt und steigt. Draghi: EZB zu weiteren Maßnahmen bereit.
20 Dinge, die man für 561 Milliarden Euro kaufen könnte

Diese Aktien sind auf den Verkauflisten der Experten

Wenn Zukunft Gegenwart wird

Umfrage

Der milliardenschwere "Soli" soll nach dem Willen von Rot-Grün ab dem Jahr 2020 auch den Ländern und Kommunen im Westen Deutschlands zugutekommen. Was halten Sie von diesem Vorhaben?

Anzeige