20.11.2012 16:29

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BÖRSE FRANKFURT

Gemischtes Treiben


Zwischen Skepsis und Kauflaune bewegen sich ETF-Anleger hin und her, eine erkennbare Linie gibt es nicht.

Von einer regen und bunt gemischten Woche berichten ETF-Spezialisten im Handel mit Indexfonds. "Über alle Anlageklassen hinweg waren Investoren in beiden Richtungen aktiv", meldet Andreas Bartels, der insgesamt von einem leichten Kaufüberhang im Verhältnis 52 zu 48 Prozent spricht. Mit rund 11.500 Trades und guten Umsätzen liege die Commerzbank deutlich über ihrem Wochenschnitt.

Die Politik mischt mit

Erst runter und dann wieder rauf", beschreibt Perini den Verlauf der vergangenen fünf Handelstage. In Aktien-ETFs verbucht der Händler unterm Strich durchweg einen ausgeglichenen Handel. Die Fiskalklippe in den USA und der Ausblick auf das globale Wirtschaftswachstum hätten die Märkte nach dem Big Tuesday, also dem US-Wahltag, zunächst Richtung Süden geschickt. "Nachdem sich nun ein möglicher Kompromiss zwischen Republikanern und Demokraten abzeichnet, scheinen Investoren wieder Mut zu fassen."

In Europa dränge sich die Schuldenkrise zurück ins Anlegerbewusstsein, wie die Helaba bemerkt. Etwa stehe die Form des Rettungsankers für Griechenland zur Diskussion. Der IWF bezweifle die Tragfähigkeit der griechischen Schulden ohne einen weiteren Schuldenschnitt, während die EU-Finanzminister diesen lieber umgingen. Sie setzten stattdessen weiterhin auf verbesserte Kreditkonditionen, Erlass von Zinszahlungen und andere "Bilanztricks". "Zeit, die immer mehr kostet und am Ende doch im Desaster endet", ist die Meinung der Helaba-Volkswirte.

Weg von Aktien der Industrienationen

Eine klare Linie der Investoren erkennt auch Jörg Sengfelder nicht. "Anleger waren in vielen Produkten aktiv", berichtet der Händler der DekaBank. "Zunächst wurde überwiegend gekauft, zum Wochenende trennten sich Investoren vermehrt von ihren Positionen." Unterm Strich macht Sengfelder für DAX-Tracker (WKNs 626678, ETF001, ETFL01, LYX0AC) und an den Euro Stoxx 50 (WKNs ETFL02, 593392, 593395, 935927) gekoppelte Indexfonds mehr Abflüsse als Zuflüsse aus. Einen Abgabenüberhang gebe es zudem in ETFs, die den MSCI World (WKNs LYX0AG, DBX1MW) und den MSCI Europe (DBX1ME) abbilden. Tracker des Stoxx Europe 600 (WKN 263530) hingegen landeten verstärkt in den Anlegerdepots.

Hin zur neuen Welt

Der Trend, sich in Emerging Markets-Aktien zu engagieren hat sich laut Bartels in der vergangenen Woche fortgesetzt. Unter den fünf obersten ETFs in seiner Umsatzstatistik führt der Händler Indexfonds, die Schwellenländer-Werte enthalten, wie den MSCI EM (WKNs A0HGZT, UB42AA), der überwiegend Abnehmer gefunden habe. Zudem legten sich Anleger verstärkt Indexfonds zum MSCI Brazil (WKN A0HG2M) ins Depot, wie Sengfelder ergänzt.

Weniger eindeutig interpretiert Florian Perini das Interesse an Schwellenländer-Indizes. Ausgeglichen zu geht es dem Händler von Flow Traders zufolge in Tracker[VE1]  breiter aufgestellter Aktienkörbe (WKNs DBX1EM, A0HGZT, DBX1AE) ebenso wie in länderbezogenen ETFs, die brasilianischen (WKN LYX0BE), koreanischen (WKN A0HG2L) und chinesische (WKN A0F5BW) Indizes folgen.

Kurzläufer gesucht

Uneinheitlich geht es auch auf der Bondseite zu. Anders als in den vergangenen Monaten befänden sich beispielsweise höherverzinsliche Corporate Bond-Tracker (WKNs A0YEEX, A0YEEY), die Finanzwerte außen vorlassen, in den Büchern von der Commerzbank auf den Abgabenlisten. Körbe mit kurzlaufenden europäischen Staatsanleihen (WKNs ETFL12, ETF502, DBX0AC) waren laut Sengfelder eher gesucht. Per Saldo abgegeben worden seien europäische Staatsanleihen mit längerfristigem Horizont (WKNs ETFL20, ETFL17, ETFL18). Perini spricht von überwiegenden Abflüssen etwa in Trackern des eb.rexx Government Germany (WKN 628946) und eb.rexx Government Germany mit Restlaufzeiten zwischen 5,5 und 10,5 Jahren (WKN 628949). Zudem seien Staatsanleihen der Schwellenländer (WKN A0RFFT) in Summe abgegeben worden.

Grundstoffindustrie beliebt

"In Branchen-ETFs war viel los", berichtet Bartels und verweist auf überwiegendes Anlegerinteresse etwa an Unternehmen der Grundstoffindustrie (WKN ETF063). "Rund 20 Prozent der Sektor bezogenen Umsätze entfielen auf Grundstoffunternehmen, für die wir zwei Drittel Käufe und ein Drittel Verkäufe hatten."

Das Interesse an Banken-ETFs sei mit 60 Prozent Abflüssen in den Orderbüchern der Commerzbank etwas abgeflacht. Perini meldet hingegen gleichermaßen Käufe wie Verkäufe für den iShares Euro Stoxx Banks (WKN 628930).

Sie können sich kostenlos für unseren täglichen Newsletter per E-Mail anmelden. Registrieren Sie sich bei www.boerse-frankfurt.de/newsletter.© 20. November 2012 / Iris Merker(Für den Inhalt der Kolumne ist allein Deutsche Börse AG verantwortlich. Die Beiträge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.) FRANKFURT (DEUTSCHE-BOERSE AG) - 20. November 2012.

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