23.07.2013 14:39
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Börse Frankfurt-News: Gesucht und gefunden (ETFs)

    FRANKFURT (DEUTSCHE-BOERSE AG) - 23. Juli 2013. Kursgewinne an den Börsen locken weiterhin viele Anleger in Aktien-ETFs - besonders begehrt sind US-Werte. Zum Teil wird aber auch Kasse gemacht.

Mit steigenden Notierungen an den Börsen hält die Kauflaune im ETF-Handel an. In den vergangenen zweieinhalb Wochen hat der Dax um rund 550 Punkte zugelegt, vom Rekordhoch aus dem Mai ist er mittlerweile nur noch knapp 200 Punkte entfernt. "Die Grundstimmung bleibt positiv, mit 58 zu 42 Prozent haben wir weiter einen klaren Käuferüberhang", meldet Frank Mohr von der Commerzbank. Besonders die großen Indizes seien gefragt. "Auffällig ist, dass einiges in Richtung USA geht."

Auch Jörg Sengfelder von Flow Traders berichtet von vielen Zuflüssen. Sidi Kleefeld, Händler bei der Deutschen Bank, hat hingegen überwiegend Verkäufe beobachtet: "Das sind wohl Gewinnmitnahmen." Die Umsätze sind, wie alle Händler meinen, sommerbedingt rückläufig. "Die Urlaubssaison macht sich bemerkbar", erklärt Sengfelder. Zurücklehnen ist aber nicht angesagt: "Das richtige Sommerloch will nicht kommen", bemerkt Kleefeld.

Aktien-Tracker mit vielen Anhängern

Bei der Commerzbank belegen DAX-Tracker (WKNs ETF001, 593393, ETFL01) - wie üblich - den ersten Platz auf den Umsatzlisten. "Gleich danach kommen aber S&P 500-ETFs (WKN 264388), das ist eher ungewöhnlich", meldet Mohr. Auch Nasdaq-Indexfonds (WKN ETF011) seien stark nachgefragt worden. "In beiden Fällen handelt es sich um strategische Positionierungen großer institutioneller Anleger. Die Konjunktur in den USA läuft einfach besser."

Flow Traders zufolge fanden vor allem Euro Stoxx-ETFs (WKN 593395) Zuspruch: "Da hatten wir sehr viele Käufe." Abgaben dominierten laut Commerzbank im MDAX-ETF (WKN 593392), der zuletzt sehr gut gelaufen war und auf Sicht von sechs Monaten mit einem Plus von 11,4 Prozent aufwarten kann; im DAX-Pendant sind es 7 Prozent. Kleefeld zufolge überwogen zuletzt generell Gewinnmitnahmen, etwa in Euro Stoxx-, S&P 500-, MSCI World und Russell 2000-ETFs. "Die Kurse steigen zwar, die Frage ist aber, wer den Markt hochzieht. Die Umsätze an den Börsen sind ja gering."

Japan weiter Kassenschlager

Daneben setzten sich die Zuflüsse in japanische Aktien fort. "Da wurde richtig zugeschlagen", erklärt Sengfelder. Auch auf den Umsatzlisten der Börse Frankfurt für die vergangene Woche stehen Japan-Tracker ungewöhnlich weit oben. "Grund für die Nachfrage ist aktuell sicherlich auch, dass Ministerpräsident Abe seine Position bei den Wahlen ausbauen konnte", meint Sengfelder. Abes Koalition war am Sonntag gestärkt aus der Oberhauswahl hervorgegangen - jetzt verfügt sie über Mehrheiten in beiden Parlamentskammern. Anleger griffen beim währungsgesicherten iShares MSCI Japan Euro Hedged (WKN A1H53P) zu, aber auch beim nicht gesicherten db x-trackers MSCI Japan (WKN DBX1MJ). Beide ETFs haben seit Mitte Juni wieder deutlich zulegen können, der währungsgesicherte Indexfonds kann auf Sicht von sechs Monaten mittlerweile mit einem Plus von 38 Prozent punkten, auf Sicht von zwölf Monaten sogar mit 71 Prozent.

Auch speziellere Produkte wie der iShares Stoxx Europe Mid 200 (WKN 593399) und der iShares MSCI Emerging Markets Minimum Volatility (WKN A1KB2B) waren Flow Traders zufolge gesucht. Das in der Vorwoche wieder aufgeflackerte Interesse an breit streuenden Schwellenländer-ETFs (WKN A0HGZT) ist unterdessen wieder zurückgegangen. "Der Verkaufsdruck ist aber geringer geworden", meint der Market Maker. Einige Analysten hielten Schwellenländertitel jetzt für zu billig. "In der laufenden Woche wird sich wahrscheinlich auch bemerkbar machen, dass China alles tun will, um beim BIP-Wachstum nicht unter 7 Prozent zu rutschen."

Autoaktien als Favoriten

Im Handel mit Sektoren-ETFs sticht die Autobranche heraus. "Da hatten wir 91 Prozent Käufe", berichtet Mohr (WKN ETF061). Auch bei Flow Traders lagen Autoaktien in der Gunst der Anleger weit oben: Sengfelder verweist auf den Stoxx 600 Optimised Automobiles & Parts von Source (WKN A0RPR0), der innerhalb der vergangenen vier Woche 16 Prozent an Wert gewonnen hat. In den bereits in der Vorwoche beliebten Banken-Trackern überwogen noch Käufe. "Gefragt sind auch Indexfonds, die die Immobilien- und Medienbranche abbilden", bemerkt Mohr. Sengfelder sieht die Telekommunikationsbranche auf den Verkaufslisten. "Das könnte sich heute mit der Übernahme von E-Plus durch Telefónica aber ändern."

Gemischtes Bild bei Anleihen

Eher ruhig zu geht es im Handel mit Renten-ETFs - eindeutige Trends fehlen. Kleefeld sieht Zuflüsse in inflationsgesicherten europäischen Staatsanleihen (WKN A0HG2S), Mohr zufolge positionieren sich Anleger in langlaufenden deutschen Staatsanleihen (WKN ETFL20), Unternehmenspapieren sowie Pfandbriefen (WKN A0RFEE). Laut Sengfelder gab es Zuflüsse in europäischen (WKN A0RM44) und Schwellenländer-Bonds (WKN A0RFFT) sowie Abflüsse aus dem iShares Euro High Yield Corporate Bond (WKN A1C8QT) und dem iShares Global Government Bond (WKN A0RM43).

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© 23. Juli 2013/Anna-Maria Borse

(Für den Inhalt der Kolumne ist allein Deutsche Börse AG verantwortlich. Die Beiträge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.)

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