13.11.2012 15:35
Bewerten
(0)

Börse Frankfurt-News: Handelsschub nach US-Wahl (ETFs)

DRUCKEN
    FRANKFURT (DEUTSCHE-BOERSE AG) - 13. November 2012. Händler berichten von anziehenden Umsätzen. Aus deutschen Staatsanleihen steigen die Investoren überwiegend aus, während das Bild bei Aktien uneinheitlich ist.

 

Die Aktivität im ETF-Handel steigt wieder - zumindest seit der zweiten Hälfte der vergangenen Woche, berichten Market Maker. "Bis Mitte der Woche waren die Anleger noch in einer Art 'Obama-Schockstarre'. Als der Markt nach den Wahlergebnissen dann nach unten drehte, kam auch das ETF-Geschäft wieder in Gang", kommentiert Jörg Sengfelder von der DekaBank.

 

Das bestätigt auch Gregor Hamme von der Unicredit: "Nach der Wahl sind die Umsätze deutlich angezogen." Martina Schröttle, Händlerin bei der Commerzbank spricht von einer Steigerung der Trades um gut 20 Prozent. "Vor allem im Aktiensegment war sehr viel los, dieser Bereich machte in der vergangenen Woche gut 80 Prozent des gesamten Handels aus - normalerweise ist der Anteil mit rund drei Vierteln deutlich geringer."

 

Uneinheitliche Tendenz

 

Eine einheitliche Tendenz lässt sich dabei allerdings nicht ausmachen: Während die DekaBank im Bluechip-Bereich ein weitestgehend ausgeglichenes Verhältnis von Käufen zu Verkäufen beobachtet, berichtet die Commerzbank mit 54 Prozent von einem deutlichen Kaufüberhang. Laut Flow Traders hingegen wurden DAX- und Euro Stoxx-Tracker in der abgelaufenen Handelswoche überwiegend abgegeben.

 

So beobachtet Florian Perini eine anhaltende Verunsicherung der Anleger: "Gleich nach der Wiederwahl Obamas ist der seit Monaten schwelende Haushaltsstreit zwischen der Partei des Präsidenten und den Republikanern wieder in den Vordergrund gerückt", erklärt der Händler von Flow Traders mit Blick auf die automatischen Ausgabenkürzungen, die den USA zum Jahreswechsel drohen, sollten sich die Parteien nicht auf eine Lösung einigen. Die geplanten Kürzungen und Steuererhöhungen könnten zu diesem Zeitpunkt das Wirtschaftswachstum wieder abwürgen und eventuell die USA zurück in die Rezession schicken. Die Stimmung der Investoren sei dementsprechend verhalten: "In den vergangenen fünf Handelstagen waren zwar vereinzelt Käufer unterwegs, jedoch standen die meisten der aktiven Teilnehmer auf der Verkäuferseite", berichtet Perini und spricht von einem Verkaufsüberhang bei Trackern der europäischen sowie der US-Aktienindizes (WKNs u. a. 593393, 593395, 628939, 264388).

 

Schröttle verzeichnet im Aktienbereich indes lediglich bei den US-Indizes Abgaben, etwa im iShares S&P 500 (WKN 264388). Vor allem aber die breiteren europäischen Indizes wie der Euro Stoxx 50, der MSCI Europe oder auch der Stoxx 600 würden stark nachgefragt (WKNs 778188, A0X978, 263530), berichtet die Händlerin.

 

Deutsche Staatsanleihen auf der Abschussliste

 

Ein gemischtes Bild bietet sich auch bei den Festverzinslichen: Während der vermeintlich sichere deutsche Rentenhafen laut DekaBank und Commerzbank gemieden wird, engagieren sich die Anleger in hochverzinslichen Bonds, inflationsindexierten Papieren und Coroporate Bonds. "Deutsche Staatsanleihen mit den unterschiedlichsten Laufzeitbändern werden verkauft (WKNs RX2TEX, ETFL17), während exotischere Produkte, wie etwa der iShares Markit iBoxx Euro High Yield Bond (WKN A1C8QT) oder der iShares Barclays Capital Global Inflation-Linked Bond (WKN A0RFED) gesucht sind", meint Sengfelder.

 

Schröttle berichtet zudem von Abgaben im Geldmarktsegment. Hier trennten sich die Anleger etwa vom ComStage ETF Commerzbank Eonia Index TR (WKN ETF100).

 

Flow Traders beobachtet im Gegensatz dazu fast ausschließlich Käufe im Rentensegment - sowohl bei deutschen Staatsanleihen, als bei Emerging Market-Bonds (WKNs u. a. 628946, 628949, A0RFFT, A1JJTV).

 

Von den Corporate Bond-ETFs sind laut Schröttle vor allem der iShares Barclays Capital EURO Corporate Bond ETF (WKN A0RM45) und der iShares Barclays Capital EURO Corporate Bond ex-Financials 1-5 (WKN A0YEEY) gesucht.

 

Teilweise Umschichtungen in defensive Sektoren

 

Mit Blick auf die Sektoren spricht Hamme von Umschichtungen raus aus zyklischen und rein in defensivere Branchen. "Deutliche Zuflüsse haben wir in den Sektoren Gesundheit und Lebensmittel gesehen (WKNs 550884, LYX0AR), während der Bankensektor (WKN LYX0AP) verkauft wurde", berichtet der Market Maker. Schröttle beobachtet indes einen leichten Kaufüberhang im zyklischen Rohstoffsektor (WKN ETF063): "Basic Resources ist schon seit einigen Wochen der mit Abstand stärkste Sektor bei uns, in der vergangenen Woche machte die Branche allein 44 Prozent der gesamten Sektorenumsätze aus." Hohe Umsätze verzeichnet Schröttle auch im Sektor Industriegüter und -dienstleistungen (WKN ETF069). Hier überwiegen allerdings die Abgaben.

 

© 13. November 2012 / Karoline Kopp

 

Sie können sich kostenlos für unseren täglichen Newsletter per E-Mail anmelden. Registrieren Sie sich bei www.boerse-frankfurt.de/newsletter.

 

(Für den Inhalt der Kolumne ist allein Deutsche Börse AG verantwortlich. Die Beiträge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.)

 

Melden Sie sich jetzt an!

Gold, Öl und Industriemetalle erleben ein Comeback: Kupfer legte beispielsweise seit Jahresbeginn über 20 Prozent zu. Welche Einstiegschancen sich nun ergeben, erfahren Sie im Online-Seminar am 19. Dezember.
Hier zum Rohstoff-Webinar anmelden!

ETF-Finder

Was sind ETFs?

Exchange Traded Funds sind an der Börse gehandelte Investmentfonds. ETFs haben keine Laufzeitbegrenzung und können daher wie Aktien permanent zum aktuellen Börsenpreis gehandelt werden. Beim Kauf eines Fondsanteils wird der Anleger zum Anteilseigner der im Fonds enthaltenen Bestandteile. Zugleich beteiligt sich der Investor damit auch an der Entwicklung der im Fonds befindlichen Papiere.
Suchen

Heute im Fokus

DAX geht grün ins Wochenende -- Wall Street schließt im Plus -- Bitcoin: Neues Rekordhoch -- H&M-Aktie stürzt ab -- Airbus-Konzernchef Enders geht 2019 -- Oracle, HelloFresh, Merck KGaA, VW im Fokus

Luxemburg klagt gegen EU-Steuernachforderung an Amazon. EU strebt schnelle Fortschritte bei Bankenunion und ESM an. Tui verstärkt sich im Kreuzfahrtgeschäft. Ryanair wirft bei Fluggesellschaft Niki Hut in den Ring. Ripple marschiert auf Platz drei der größten Kryptowährungen. Steinhoff bekommt Hilfe von Tochter Steinhoff Africa Retail. Gemalto offenbar doch bereit zu Übernahmegesprächen mit Atos. CropEnergies verdient im dritten Quartal weniger.
Anzeige
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub

Charttechnischer Ausblick auf die Finanzmärkte 2018

Nicht verpassen: Am 4. Januar Live-Webinar mit einer Analyse der langfristigen Chartbildern von Zinsen, EUR/USD, Rohstoffen und Aktien. Exklusiv für den Börse Stuttgart Anlegerclub.
Kostenfrei registrieren und dabei sein!

Top-Rankings

KW 49: Analysten-Flops der Woche
Diese Aktien stehen auf den Verkauflisten der Experten
KW 49: Analysten-Tops der Woche
Diese Aktien stehen auf den Kauflisten der Experten
Weihnachtsgeld 2017
Wer bekommt wo wieviel?

Umfrage

Kommt die Jahresendrally des DAX noch?

Online Brokerage über finanzen.net

Das Beste aus zwei Welten: Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade unmittelbar aus der Informationswelt von finanzen.net!
Zur klassischen Ansicht wechseln
Top News
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Bitcoin
Goldpreis
Meistgesucht
Deutsche Bank AG514000
Volkswagen (VW) AG Vz.766403
Scout24 AGA12DM8
Daimler AG710000
Steinhoff International N.V.A14XB9
BMW AG519000
Apple Inc.865985
Allianz840400
BASFBASF11
E.ON SEENAG99
Amazon906866
EVOTEC AG566480
adidas AGA1EWWW
RWE AG St.703712
Deutsche Telekom AG555750