16.07.2013 16:53
Bewerten
 (0)

Börse Frankfurt-News: Höchstens ein halbes Sommerloch (ETFs)

    FRANKFURT (DEUTSCHE-BOERSE AG) - 16. Juli 2013. Tracker heimischer sowie internationaler Aktienindizes sind bei Anlegern beliebt, sogar Schwellenländer-ETFs kehren auf die Kauflisten zurück. Von den Sektoren stehen Bankenwerte hoch im Kurs.

ie Erholung der Aktienmärkte hat den ETF-Handel belebt. "Anfang vergangener Woche war der Markt schon ziemlich ausgedünnt. Mit dem Anstieg an den Aktienmärkten und der Rückkehr des Dax über 8.000 Punkte ist aber einiges Volumen wieder zurückgekommen", meldet Gregor Hamme von der Unicredit. Frank Mohr, Market Maker der Commerzbank, bestätigt: "Von dem so genannten Sommerloch ist zumindest im professionellen Handel nichts zu spüren. Die Anzahl der Trades ist vergangene Woche auf rund 10.500 gesunken, was aber immer noch guter Durchschnitt ist. Das gehandelte Volumen bleibt dank einzelner großer Orders aber weiterhin überdurchschnittlich." Von höchstens "einem halben Sommerloch" spricht auch Sidi Kleefeld von der Deutschen Bank.

Die Grundstimmung ist laut Mohr "eindeutig positiv". Es bestehe aktuell ein klarer Kaufüberhang von 62 Prozent zu 38 Prozent Abgaben. "Umsatzspitzenreiter sind wie immer DAX-Tracker (WKNs 593393, DBX1DA, ETFL01). Hier wurde fast ausschließlich gekauft", berichtet der Händler.

Das gleiche Bild zeigt sich auch bei Flow Traders in Amsterdam: "Zur Abwechslung ist im DAX mal wieder eine ganz klare Richtung abzulesen: Käufe. Kein Wunder, gut 400 Punkte aufwärts in einer Woche waren eine schöne Bewegung, die viele Investoren mitgenommen haben", erklärt Market Maker Jörg Sengfelder. Auch Hamme verzeichnet bei heimischen Aktienkörben durch die Bank Käufe. "Sogar der TecDax (WKN 593397), der lange Zeit eher auf der Abgeberseite zu finden war, ist gesucht."

Globale Portfolios beliebt

Von den Trackern internationaler Aktienindizes stehen nach Auskunft der Händler wie schon seit einigen Wochen Produkte, die den MSCI World abbilden (WKNs A0HGZR, DBX1WM) hoch im Kurs. "Wir sehen zudem deutliche Investitionen in US-Indizes wie den S&P 500 (WKNs 264388, A1JULM)", ergänzt Mohr. Auch Flow Traders beobachtet diese Tendenz: "Die Leute gehen breit in US-Aktien. Gesucht ist neben dem S&P unter anderem der noch breiter aufgestellte Russel 2000 (WKN DBX1AB)", weiß Sengfelder.

Die Deutsche Bank bestätigt den Trend allerdings nicht. "Nachdem Tracker der großen US-Indizes in den vergangenen Wochen stark gesucht waren, überwog in den zurückliegenden Tagen eher die Abgabeseite und Investoren sind eher wieder in die vermeintlich riskanteren europäischen Assets (WKN 593395) gegangen", meldet Kleefeld.

Schwellenländer-ETFs wieder en Vogue?

Wieder zu erwachen scheint, wie Sengfelder berichtet, das Interesse an Schwellenländeraktien. Investoren spielten etwa die Erholung des brasilianischen (WKN A0HG2M) und des türkischen (WKN A0LGQN) Marktes, nachdem es in beiden Fällen aufgrund politischer Unruhen zuletzt zu deutlichen Verwerfungen gekommen war. "Seit langer Zeit wurden aber auch Tracker des MSCI Emerging Markets (WKNs A0HGZT, DBX1EM, A1C9B1) wieder mal gekauft", ergänzt der Händler. Die Commerzbank meldet für das Segment allerdings weiterhin einen Verkaufsüberhang. "Wir sehen lediglich in Fernost ex Japan, aber auch in Japan-ETFs selbst Käufe. Beim MSCI Emerging Markets überwiegen hingegen nach wie vor die Abgaben", weiß Mohr.

Bundesanleihen hui, Hochzinsanleihen pfui

Im Renten-Segment werden Bundeanleihen und europäische Staatsanleihen über alle Laufzeitbänder (WKNs ETFL19, 628946, 628948, ETFL14, DBX0AC) laut Flow Traders weiter in die Depots gelegt. Bei US-Treasuries (WKNs A0J207, A0LGQB) und Hochzinsanleihen (WKN A0RM45) überwögen indes klar die Abgaben. "Der harte Ausverkauf bei Schwellenländer-Bonds und hochverzinslichen Unternehmensanleihen ist zwar gestoppt. Die Leute wollen hier aber noch nicht wieder rein", erläutert der Market Maker. Auch die Deutsche Bank verzeichnet Anlegerinteresse nach deutschen Staatsanleihen (WKN 628949).

Die Commerzbank berichtet von einem sehr dünnen Handel mit Renten-ETFs. "Das Bond-Segment hat in der vergangenen Woche bei uns nur 11 Prozent des gesamten ETF-Handels ausgemacht, verglich mit 83 Prozent bei Aktien. Normal sind 15 bis 20 Prozent", meldet Mohr und verweist zur Begründung auf die Kursgewinne an den Aktienbörsen, die das Interesse an Renten gedämpft hätten.

Finanzwerte ins Depot

Im Handel mit Sektor-ETFs stechen laut Commerzbank aktuell Bankenwerte mit einem deutlichen Kaufüberhang heraus. "Der Bankensektor hat in den vergangenen Tagen ein Viertel des gesamten Umsatzes in Branchen-ETFs ausgemacht", meldet Mohr und spricht von starken Käufen etwa im iShares STOXX Europe 600 Banks (DE) (WKN A0F5UJ). Bei Flow Traders steht zudem der iShares EURO STOXX Banks (DE) (WKN 628930) auf den Einkaufslisten, dicht gefolgt vom Lyxor ETF STOXX Europe 600 Insurance (WKN LYX0AQ). Auch Hamme spricht von einem Kaufüberhang im Finanzsektor.

Möchten Sie den ETF-Marktbericht jede Woche an Ihre E-Mail erhalten, dann melden Sie sich an für den Börse Frankfurt Newsletter unter www.boerse-frankfurt.de /newsletter.

© 16. Juli 2013/Karoline Kopp

(Für den Inhalt der Kolumne ist allein Deutsche Börse AG verantwortlich. Die Beiträge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.)

Artikel empfehlen?
Für den Live-Chat können Sie sich mit Ihrem finanzen.net-, Facebook- oder Twitter Account anmelden. Um immer die neusten Beiträge zu sehen, stellen Sie bitte "Neuesten" ein.

Private Krankenversicherung Tarifvergleich

Suchen

Heute im Fokus

DAX schließt tief im Minus -- US-Börsen leicht schwächer -- Lufthansa: Gespräche gescheitert, Streik am Freitag -- SAP, Apple, Samsung im Fokus

Apple bestätigt Neuheiten-Präsentation. Telekom nennt Mindestpreis für US-Tochter. Moody's stuft SGL Carbon auf B2 ab. Ölpreise kaum verändert. Generalstreik gegen Inflation in Argentinien. IWF will sich 'sehr bald' zu Lagarde-Vorwürfen treffen. USA schmieden angeblich Syrien-Bündnis.
Beste Produktmarken

Diese Aktien sind auf den Verkauflisten der Experten

Welche Darstellerin verdient am meisten?

Angesichts möglicher Streiks bei der Lufthansa und der Bahn werden die Forderungen nach einer gesetzlichen Lösung lauter. Wie stehen Sie dazu?
Abstimmen
Direkt zu den Ergebnissen

Anzeige