26.02.2013 15:43
Bewerten
 (0)

Börse Frankfurt-News: Italienwahlen schüren Risikoscheu (ETFs)

    FRANKFURT (DEUTSCHE-BOERSE AG) - 26. Februar 2013. In Reaktion auf die Wahlen in Italien fliegen Aktien-ETFs wieder aus den Portfolios - zu Panikverkäufen kommt es aber nicht. Zuvor fehlte wegen des Zickzackkurses an den Börsen der klare Trend im ETF-Handel.

Die Pattsituation in Rom, die am heutigen Dienstag für einen heftigen Kurseinbruch an den Börsen sorgt, macht sich auch im Geschäft mit Indexfonds bemerkbar. "Die Risikoaversion ist wieder da", erklärt Sidi Kleefeld von der Deutschen Bank "Viele fragen sich jetzt, wohin die Reise geht." Abgegeben würden vor allem Euro Stoxx 50- und europäische Anleihen-ETFs, gekauft hingegen Short-ETFs auf den europäischen Aktienindex (WKN DBX1SS). "Riesige Volumen fließen aber nicht."

Keine Fluchtbewegung

"Noch sind die Kunden eher zurückhaltend", meint auch Andreas Bartels von der Commerzbank. Laut Jörg Sengfelder von der DekaBank kam es gestern Nachmittag, als sich das gute Abschneiden Berlusconis im Senat abzeichnete, zu "schnellen Verkäufen", Aktien-Tracker aus dem Euroraum seien abgestoßen worden. "Heute sehen wir das aber nicht mehr, offenbar halten Kunden inne und überlegen, was das jetzt bedeutet."

Auf Wochensicht hat sich durch das Auf und Ab an der Börse das gemischte Bild im ETF-Handel fortgesetzt: Mal wurde eher auf Aktien, mal eher auf Staatsanleihen gesetzt. Dabei stiegen die Umsätze. "Es war wieder aktiver", erklärt Bartels. Insgesamt hätten die Zuflüsse noch überwogen - und zwar in allen Assetklassen. Gregor Hamme von der Unicredit Group spricht von einem ausgeglichenen Handel bei erhöhtem Handelsaufkommen. "Insgesamt positionierten sich Kunden aber wieder defensiver."

USA gesucht, Europa weniger

Kleefeld berichtet von "guten Käufen" in MSCI World- und Euro Stoxx 50-ETFs in der vergangenen Woche. Bartels zufolge wurden in DAX- und Euro Stoxx 50-ETFs (WKN ETF001, ETF050) beide Seiten gespielt, während laut Sengfelder zumindest in Euro Stoxx 50-Produkten die Käufe überwogen (WKN ETFL02).

Unisono werden Zuflüsse in US-amerikanische Aktien gemeldet: "Gekauft wurden S&P 500- (WKN 264388) und MSCI USA-Tracker, aber auch Schweizer Aktien (WKN DBX1SM)", berichtet Bartels. Getrennt hätten sich Anleger hingegen von Schwellenländer-Investments (WKN A0HGZT). "Das war schon die zweite Woche so. Kunden blicken im Moment offenbar mehr auf Standardindizes, Randbereiche werden gemieden."

Die in der Vorwoche noch so beliebten ETFs auf japanische Dividendentitel waren kein großes Thema mehr.

Definitiv nichts mehr wissen wollen Anleger aktuell von ETFs auf italienische Aktien, etwa dem db x-trackers FTSE MIB (WKN DBX1MB) oder dem CS ETF on FTSE MIB (WKN A0YEDP). Der Erstere hatte, nach deutlichen Kursgewinnen seit November, bereits in den vergangenen Wochen geschwächelt: Auf Sicht von einem Monat beläuft sich das Minus mittlerweile auf über 12 Prozent.

Lieber konjunkturunabhängig

Im Handel mit Sektoren-ETFs zeigt sich Hamme zufolge klar die defensivere Aufstellung der Investoren: "Wir sehen Positionierungen in Indexfonds auf Gesundheits- (WKN 550884) und Lebensmittel-Aktien (WKN LYX0AR), während Banken-Tracker (WKN 628930) abgestoßen werden." Die Commerzbank spricht von einem insgesamt uneinheitlichen Bild bei hohen Umsätzen: In Grundstoff- und Automobil-ETFs hätten eher die Abflüsse, in Banken-Indexfonds noch die Zuflüsse dominiert - wenn auch nur leicht.

Die DekaBank meldet Käufe von ETFs auf Aktien aus der Freizeit- und Reisebranche (WKN A0H08S) und Verkäufe von Lebensmittel- und Getränke- (WKN DBX1FB) sowie Banken-Indexfonds (WKN DBX1SF). Banken-ETFs wie etwa der iShares Euro Stoxx Banks haben mittlerweile einen Teil der seit vergangenen Sommer verzeichneten satten Gewinne wieder abgegeben, können auf Sicht von sechs Monaten aber immer noch mit einem Plus von fast 19 Prozent aufwarten.

Unternehmensanleihen ja, Staatsanleihen jein

Daneben fanden Unternehmensanleihen weiter viel Zuspruch. "Gekauft wurde etwa der iShares Barclays Euro Corporate Bond (WKN A0RM45) und der SPDR Barclays Euro Corporate Bond (WKN A1JJTQ)", stellt Bartels fest. Sengfelder hat Interesse am iShares Barclays Euro Corporate Bond 1-5 (WKN A0YEEZ) beobachtet.

In Sachen Staatsanleihen gingen die Meinungen unterdessen auseinander. Die Commerzbank berichtet von Verkäufen in ETFs auf europäische und deutsche Staatsanleihen (WKN 628948), die DekaBank hingegen von Käufen in Bundesanleihen-Indexfonds (WKN ETF017). ETFs mit inflationsindexierten Papieren seien allerdings aus den Portfolios geworfen worden (WKN A0RFED).

Anleger können seit dem vergangenen Sommer übrigens mit ETFs auch direkt in italienische Staatsanleihen investieren, konkret etwa mit dem iShares Barclays Italy Treasury Bond (WKN A1J0BF). Der Kurs verbilligte sich zuletzt deutlich, auf Sicht von sechs Monaten ergibt sich aber immer noch eine Rendite von 6 Prozent. "Der Fokus richtet sich aber eher auf europäische Staatsanleihen (WKN DBX0AE)", meint Kleefeld auch mit Blick auf den hauseigenen Italien-ETF db x-trackers II MTS Ex-Bank of Italy BOT (WKN DBX0HH).

Möchten Sie den Auslandsaktien-Marktbericht jede Woche an Ihre E-Mail erhalten, dann melden Sie sich an für den Börse Frankfurt Newsletter unter www.boerse-frankfurt.de/newsletter.

© 26. Februar 2013 / Anna-Maria Borse

(Für den Inhalt der Kolumne ist allein Deutsche Börse AG verantwortlich. Die Beiträge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.)

ETF-Finder

Suchen

Heute im Fokus

DAX fester -- Dow um Nulllinie -- Großaktionäre drängen STADA-Führung zu Okay für Übernahme -- freenet, CTS, United Internet, RATIONAL und Rheinmetall erhöhen Dividende -- Commerzbank im Fokus

Postbank zuversichtlich für 2017. Schweizerische Notenbank kauft weniger Devisen zur Schwächung des Franken. Apple im Visier: Hacker drohen am 7. April Millionen iPhones zu löschen. Commerzbank bleibt beim Pfund auf der Geberseite. Dollar-Bullen geben auf. Mega-Dividende: Die reichste Frau Deutschlands wird noch reicher.
Anzeige
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub

Familienunternehmen: Rendite und Sicherheit!

Zwischen Eigentümern und Managern eines Unternehmens besteht häufig ein Interessenskonflikt hinsichtlich kurz- und langfristiger Ziele. Familien- und eigentümergeführte Unternehmen haben solche Konflikte meist nicht. Für Aktionäre sind solche Unternehmen daher meist eine lohnenswerte Investitionsmöglichkeit. Im neuen Anlegermagazin lesen Sie, welche drei Familienunternehmen einen näheren Blick wert sind.
Anlegermagazin kostenlos erhalten

Umfrage

Welche Risikopräferenz haben Sie beim Kauf eines Wertpapiers? Welcher der drei folgenden Risikoklassen würden Sie sich persönlich zuordnen?

Online Brokerage über finanzen.net

Das Beste aus zwei Welten: Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade unmittelbar aus der Informationswelt von finanzen.net!
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Goldpreis
Meistgesucht
Deutsche Bank AG514000
Daimler AG710000
Volkswagen AG Vz. (VW AG)766403
CommerzbankCBK100
Nordex AGA0D655
Apple Inc.865985
Allianz840400
E.ON SEENAG99
SAP SE716460
Deutsche Telekom AG555750
BASFBASF11
MediGene AGA1X3W0
BMW AG519000
Siemens AG723610
Deutsche Lufthansa AG823212