21.05.2013 14:59
Bewerten
(0)

Börse Frankfurt-News: Keine Höhenangst (ETFs)

DRUCKEN
    FRANKFURT (DEUTSCHE-BOERSE AG) - 21. Mai 2013. Die Rekordfahrt an den Börsen beflügelt weiter die Nachfrage nach Aktien-ETFs. Dabei zieht fast alles, absoluter Favorit bleibt aber Japan.

Immer neue Rekordstände bei DAX, S&P 500 und Dow Jones, daneben ein geradezu kometenhafter Aufstieg des japanischen Nikkei - das entgeht auch ETF-Anlegern nicht. "Wir hatten einen deutlichen Käuferüberhang, vor allem auf der Aktienseite", erklärt Jörg Sengfelder von Flow Traders. Auch Frank Mohr von der Commerzbank berichtet von überwiegend Zuflüssen auf der Aktienseite. "Es fehlen einfach die Alternativen. Daher wird es wahrscheinlich auch noch weiter nach oben gehen." Gewinnmitnahmen gebe es kaum. "Der Risk-on-Modus setzt sich fort, die Umsätze sind gut", bemerkt Sidi Kleefeld von der Deutschen Bank.

Aktien-ETFs: Falsch liegen geht kaum

Europa, USA, Japan: Anleger positionieren sich nahezu überall. Der Commerzbank zufolge wurden DAX- und Euro Stoxx-Tracker (WKNs ETF001, ETF050) viel gekauft, die Deutsche Bank und Flow Traders sieht eher ein ausgeglichenes Bild in DAX-ETFs und einen klaren Käuferüberhang in Euro Stoxx-Indexfonds. Begehrt bleiben auch ETFs auf den MDAX (WKN 593392), wie Sengfelder registriert hat. Investoren sehen hier offenbar Nachholbedarf: Der MDAX ist in den vergangenen Wochen in seiner Entwicklung nämlich etwas hinter dem großen Bruder Dax zurückgeblieben.

Fernost-Kursfeuerwerk lockt weiter

Thema Nummer 1 bleibt aber der japanische Aktienmarkt. Offenbar wollen viele Anleger noch auf den Zug aufspringen, immerhin hat der Nikkei 225 in den vergangenen sechs Monaten um 67 Prozent zugelegt. "Japan ist weiterhin unser Top Trade", formuliert Sengfelder. Auch laut Commerzbank standen an japanische Indizes gekoppelte ETFs auf den Einkaufslisten weit oben. "Bei uns waren sie von den Umsätzen her sogar auf Platz Nummer 2, gleich hinter DAX- und vor Euro Stoxx 50-ETFs."

Nach wie vor interessieren sich Anleger vor allem für währungsgesicherte Versionen, wie Sengfelder bemerkt, konkret den Amundi Topix Euro Hedged Daily (WKN A1J4TX) und den iShares MSCI Japan Monthly Euro Hedged (WKN A1H53P). Die Kosten für die währungsgesicherten Varianten liegen zwar etwas höher, werden angesichts des massiven Yen-Verfalls in den vergangenen Monaten aber gerne in Kauf genommen.

Selbst Griechenland mit Anhängern

Flow Traders hat daneben noch hohe Zuflüsse in ETFs auf den koreanischen (WKN LYX0A8) und türkischen Aktienmarkt (LYX0AK) beobachtet.

Und noch einen Liebling der Anleger nennt Sengfelder: Den Lyxor FTSE ATHEX 20 (WKN LYX0BF), der an den griechischen Aktienmarkt gekoppelt ist. "Hier hatten wir relativ gut Umsätze." Der ETF hat bereits seit Anfang April stetig an Wert gewonnen, auf Sicht von einem Monat ergibt sich ein Plus von 25 Prozent.

Auch MSCI USA-, S&P 500- und MSCI Emerging Markets-Indexfonds wurden den meisten Händlern zufolge gekauft.

Eher abgestoßen wurden ETFs auf den britischen Markt (WKNs 628940, DBX1F1), wie Sengfelder ergänzt. "Es gibt einfach attraktivere Alternativen."

Nicht mehr viel wissen wollen Investoren außerdem von ETFs auf Minenaktien. Das ist kein Wunder: Der Goldpreis ist vergangene Woche nämlich wieder unter die Marke von 1.400 US-Dollar gefallen, aktuell sind es 1.379 US-Dollar; vergangenen Oktober wurden noch fast 1.800 US-Dollar für die Feinunze gezahlt. Abgestoßen wurde daher etwa der iShares DJ-UBS Commodity Swap (WKN A0H072).

Dass Gewinnmitnahmen nicht völlig aus der Welt sind, zeigt im Übrigen die Orderbuchlage von an den LevDAX gekoppelten ETFs: "LevDAX-Indexfonds (WKN LYX0AD) wurden bei uns verkauft", sagt Mohr. Der ETF konnte im vergangenen Monat ein Plus von 28 Prozent verzeichnen, die nicht gehebelte Version (WKN LYX0AC) kommt auf 13 Prozent.

Banken-ETFs ins Portfolio

Im Handel mit Sektoren-ETFs waren es, wie so häufig, Bankenfonds, die die meiste Aufmerksamkeit auf sich zogen. "Bei uns gab es vor allem Käufe", erklärt Sengfelder. Auch laut Commerzbank wurde bei Banken-ETFs (WKNs 628930, ETF062) zugegriffen, abgestoßen worden seien hingegen Indexfonds mit Verosrgern (WKN ETF079). Die Deutsche Bank meldet Gewinnmitnahmen in ETFs mit Autowerten (WKN A0Q4R2).

Anleihen: Etwas Risiko, bitte

Eher ruhig zu geht es im Bereich der Anleihen-ETFs, den Händler zufolge ist nicht viel los. Nach Einschätzung der Deutschen Bank wird hier ebenfalls Risiko gesucht, gekauft werde etwa der db x-trackers II iBoxx Sovereigns Eurozone Yield Plus (WKN DBX0HM). Der bildet Staatsanleihen risikoträchtigerer Länder der Eurozone wie Italien, Spanien und Portugal ab und hat in den vergangenen anderthalb Monaten ordentlich an Wert zugelegt. Getrennt hätten sich Anleger hingegen vom db x-trackers II iBoxx Sovereigns Eurozone 3-5 (WKN DBX0AE).

© 21. Mai 2013/Anna-Maria Borse

(Für den Inhalt der Kolumne ist allein Deutsche Börse AG verantwortlich. Die Beiträge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.)

ETF-Finder

Was sind ETFs?

Exchange Traded Funds sind an der Börse gehandelte Investmentfonds. ETFs haben keine Laufzeitbegrenzung und können daher wie Aktien permanent zum aktuellen Börsenpreis gehandelt werden. Beim Kauf eines Fondsanteils wird der Anleger zum Anteilseigner der im Fonds enthaltenen Bestandteile. Zugleich beteiligt sich der Investor damit auch an der Entwicklung der im Fonds befindlichen Papiere.
Suchen

Heute im Fokus

DAX geht kaum bewegt ins Wochenende -- US-Börsen kaum verändert -- Bundestagswahl und DAX: Darauf hoffen Börsianer -- Lufthansa mit guten Chancen bei Air Berlin -- Apple, Siltronic, Airbus im Fokus

Siemens und Alstom ringen um Bahntechnik-Bündnis. L'Oreal-Aktie profitiert von Spekulationen über Nestlé-Anteil. Liliane Bettencourt: Reichste Frau der Welt ist tot. China kritisiert Herabstufung durch Ratingagentur S&P. Personalvermittler Adecco setzt Erlöswachstum im dritten Quartal fort.
Anzeige
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub

The rise of Tiger and Dragon: Die besten Aktien aus China!

China ist das Bevölkerungsreichste Land der Erde. Mit einem zuletzt gemeldeten Wirtschaftswachstum von fast 7 % im 1. Halbjahr 2017 ist das Land auf bestem Wege, das eigene Wachstumsziel zu übertreffen. Erfahren Sie im neuen Anlegermagazin, bei welchen chinesischen Aktien vielversprechende Zukunftsaussichten bestehen und warum.
Anlegermagazin kostenlos erhalten

Top-Rankings

KW 38: Analysten-Flops der Woche
Diese Aktien stehen auf den Verkauflisten der Experten
KW 38: Analysten-Tops der Woche
Diese Aktien stehen auf den Kauflisten der Experten
KW 37: Analysten-Flops der Woche
Diese Aktien stehen auf den Verkauflisten der Experten

Umfrage

Der Dieselskandal hat die Reputation der deutschen Wirtschaft beschädigt. Unterstützen Sie deshalb die Forderung der Anti-Korruptions-Organisation nach einem Unternehmensstrafrecht?

Online Brokerage über finanzen.net

Das Beste aus zwei Welten: Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade unmittelbar aus der Informationswelt von finanzen.net!
Zur klassischen Ansicht wechseln
Top News
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Goldpreis
Meistgesucht
Deutsche Bank AG514000
Scout24 AGA12DM8
Daimler AG710000
Apple Inc.865985
Allianz840400
BASFBASF11
E.ON SEENAG99
BMW AG519000
BYD Co. Ltd.A0M4W9
Siemens AG723610
Volkswagen (VW) AG Vz.766403
adidas AGA1EWWW
CommerzbankCBK100
TeslaA1CX3T
Deutsche Telekom AG555750