14.02.2012 16:21
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Börse Frankfurt-News: Stimmung freundlich bis wechselhaft (ETFs)

    FRANKFURT (DEUTSCHE-BOERSE AG) - 14. Februar 2012.Auch bei ETF-Anlegern gehen die Meinungen auseinander, ob Aktien-Indexfonds derzeit gekauft oder besser verkauft werden sollten. Eindeutig ist, dass Schwellenländer-ETFs wieder besser ankommen als im vergangenen Jahr.

 

Das Dahinplätschern der Aktienkurse in den vergangenen Tagen sorgte bei manchen Investoren für Shopping-Laune, andere nutzen die vergleichsweise hohen Kurse zum Kasse machen. "Wir hatten letzte Woche 60 Prozent Zuflüsse", meldet etwa Bernardus Roelofs von Flow Traders. In der Woche davor seien es allerdings noch 70 Prozent gewesen. Die Unsicherheit um Griechenland sei eben immer noch da. Die Deutsche Bank meldet für die vergangene Woche sogar einen Verkaufsüberhang. "Erst seit gestern steigen Anleger wieder ein", ergänzt Sidi Kleefeld. Dabei geht nach wie vor viel um. "Das Geschäft hat sich auf hohem Niveau eingependelt", erklärt Kleefeld. Flow Traders spricht von "überdurchschnittlichen und nochmals gestiegenen Umsätzen".

 

Aktien-ETFs: Mal hü, mal hott

 

Schwergewichte sind weiterhin DAX- und Euro Stoxx 50-Tracker, eindeutige Trends fehlen aber. Laut Roelofs trennten sich Investoren etwa vom iShares Dax (WKN 593393) und vom iShares Euro Stoxx 50 (WKN 593395) und legten sich statt dessen den iShares S&P 500 (WKN 264388 ) sowie den db x-trackers MSCI World (WKN DBX1MW ) ins Portfolio. Kleefeld zufolge standen vergangene Woche DAX- und Euro Stoxx 50-Indexfonds eher auf den Abgabelisten, seit gestern werde aber wieder zugegriffen, vor allem beim Euro Stoxx-Tracker. Wie Gregor Hamme von der Unicredit Group erläutert, waren auch Stoxx 600-ETFs (WKN 263530) sehr gefragt. "Vor allem aber zogen DAX-Indexfonds. Der DAX war in diesem Jahr ja auch Outperformer", bemerkt der von London aus tätige Market Maker.

 

Der bald anstehende Dividendenregen veranlasst darüber hinaus offenbar viele Anleger, sich in entsprechenden Strategiefonds zu engagieren. "Außerhalb Deutschlands startet die Dividendensaison bereits. Zum Beispiel ist heute die Ausschüttung von BP, RoyalDutch Shell und Unilever", erklärt Hamme. Beliebt sei daher etwa der iShares Stoxx Europe Select Dividend 30 (WKN 263529). Dieser bietet Zugang zu den 30 europäischen Aktien aus dem Stoxx Europe 600 mit den höchsten Dividendenzahlungen.

 

Emerging Markets finden wieder mehr Zuspruch

 

Unterdessen ist das Interesse an den 2011 oft verschmähten Schwellenländer-ETFs in diesem Jahr klar gestiegen, wie Händler einhellig berichten. Das bestätigt auch der Blick auf die Umsatzliste der Börse Frankfurt für die vergangenen fünf Handelstage: Hier belegt etwa der db x-trackers MSCI Emerging Markets (WKN DBX1EM) den sechsten Platz, im vergangenen Jahr tauchten Schwellenländer-ETFs eher auf unteren Rängen auf. "Wir hatten einen guten Start ins neue Jahr", bemerkt Stefano Valenti von der Unicredit Group. Besonders ETFs mit brasilianischen Aktien seien begehrt. Der iShares MSCI Brazil (WKN A0HG2M) konnte in den vergangenen drei Monaten um 16 Prozent zulegen.

 

Daneben laufen auch ETFs für marktbreite Indizes gut, etwa Produkte von iShares (WKN A0HGZT) oder der Deutschen Bank (WKN DBX1EM). "Die Umsätze in ETFs mit asiatischen Aktien sind geringer, hier wird besonders auf China und Korea gesetzt", fügt der Händler mit Blick auf den db x-trackers FTSE China 25 (WKN DBX1FX) und den iShares MSCI Korea (WKN A0HG2L) hinzu. Flow Traders hat auch Zuflüsse beim iShares MSCI Taiwan (WKN A0HG2K) beobachtet.

 

Uninspirierter Handel in Sektoren-ETFs

 

Ein eindeutiges Bild ist bei ETFs für einzelne Sektoren nicht auszumachen. Laut Unicredit Group positionierten sich viele Investoren weiter in Banken-ETFs wie dem Lyxor Stoxx Europe 600 Banks (WKN LYX0AP) oder dem SPDR MSCI Europe Financials (WKN 550881). "Allerdings kam es auch zu Gewinnmitnahmen." Die Deutsche Bank meldet Abgaben bei den Trackern der Bankenbranche (WKN 628930). Nach heftigen Verlusten im vergangenen Jahr konnten Banken-ETFs zuletzt etwas an Boden gut machen. Die DekaBank hat darüber hinaus Käufe bei Indexfonds mit Aktien der Automobil- (WKN A0RPR0) und Grundstoffbranche (WKN A0RPR2) registriert sowie Verkäufe bei Indexfonds mit Versorger- (WKN DBX1SU), Lebensmittel- (WKN DBX1FB) und Medienunternehmen (WKN A0H08L).

 

Unternehmensanleihen gewinnen in der Gunst

 

Der ganz große Ansturm auf deutsche Staatsanleihen ist zwar vorbei, Fans haben die als sichere Häfen geltenden Produkte aber immer noch genügend. Die DekaBank berichtet etwa von Zuflüssen in den ETFlab Deutsche Börse EuroGov Germany 5-10 (WKN ETFL20). Gleichzeitig würden sich immer mehr Anleger für ETFs mit Unternehmensanleihen entscheiden.

 

Flow Traders meldet zum Beispiel Käufe beim iShares Markit iBoxx Euro Corporate Bond (WKN A0DPYY), laut DekaBank stand auch der ETFlab iBoxx Euro Liquid Non-Financials Diversified auf vielen Einkaufslisten (WKN ETFL38). "Wir sehen große Nachfrage nach Unternehmensanleihen", meint auch Ciriaco Carrozino von der Unicredit Group (WKN 251124). Selbst ETFs mit High Yieldern, also hoch spekulativen Anleihen, seien nachgefragt. Dass das Thema Inflation für einige Anleger noch nicht vom Tisch ist, zeigen die Zuflüsse in Renten-ETFs mit Schutz vor Preissteigerungen. Der Deutschen Bank zufolge deckten sich Investoren jedenfalls mit dem db x-trackers II iBoxx Global Inflation-Linked (WKN DBX0AL) ein.

 

© 14. Februar 2012 / Anna-Maria Borse

 

(Für den Inhalt der Kolumne ist allein Deutsche Börse AG verantwortlich. Die Beiträge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.)

 

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