06.11.2012 15:17
Bewerten
 (0)

Börse Frankfurt-News: Wenn Käufe, dann bitte mit Rendite (ETFs)

    FRANKFURT (DEUTSCHE-BOERSE AG) - 6. November 2012. Was ETFs mit hiesigen Standardwerten angeht, scheinen sich Anleger uneins. Eindeutig ist der Trend zu hochverzinslichen Anleihen und Aktien der Emerging Markets.

 

Kurz vor den US-Präsidentschaftswahlen geben sich ETF-Anleger zurückhaltend. Händler berichten von leicht unterdurchschnittlichen Umsätzen ohne klares Bild. "Mit 33 Prozent am ETF-Gesamtumsatz spielt der Fixed Income-Bereich auf Wochensicht eine außergewöhnlich große Rolle bei uns", meldet Frank Mohr von der Commerzbank, der besonders reges Interesse etwa an renditeträchtigen Corporate Bonds-ETFs ausmacht. Üblicherweise erreichten Renten-ETFs etwa 20 Prozent vom Gesamtumsatz. ETFs mit Schwellenländeraktien kämen zudem gut an. "Zum Teil liefen sie sonst üblichen Umsatzspitzenreitern den Rang ab."

 

Nicht per se Impulsgeber

 

"Ob das US-Wahlergebnis entscheidende Signale für die Aktienmärkte liefern wird, ist fraglich", meint Jörg Sengfelder von der DekaBank. Bei einem Kopf-an-Kopf-Rennen der beiden Kandidaten könne es Wochen dauern, bis das endgültige Ergebnis feststehe. "Für eine Jahresendrallye bliebe in diesem Fall nicht mehr viel Zeit." Sengfelder blickt auf eine gute Woche im ETF-Handel zurück. Besonders regen Umsatz mit einen deutlichen Kaufüberhang verbucht der Händler in Portfolios mit Pfandbriefen (WKN ETFL35) und Unternehmensanleihen (WKN ETFL37).

 

Fotofinish für Obama?

 

Den Wettquoten nach zu urteilen, rechneten Marktteilnehmer eher mit der Wiederwahl von Barack Obama. Indexfonds auf den Gesundheitssektor profitieren davon, wie Sidi Kleefeld registriert. Der ETF-Spezialist der Deutschen Bank verbucht deutliche Zuflüsse etwa im iShares STOXX Europe 600 Health Care (WKN A0Q4R3). "Ansonsten halten sich viele Anleger mit ihren Engagements eher zurück." Auf verhaltenem Niveau befänden sich Aktien-ETFs im Handel der Deutschen Bank auf der Kaufseite, Rentenkörbe würden tendenziell abgestoßen.

 

Aktien der Peripherieländern gesucht

 

Die seit einigen Wochen demonstrierte Vorliebe für Exchange Traded Funds auf spanische und italienische Aktien setzt sich laut Marco Salaorno fort. Zuflüsse verbucht der Händler von Société Générale etwa im db x-trackers FTSE MIB Index (WKN DBX1MB), der die 40 liquidesten italienischen Unternehmen zusammenfasst. "Der spanische Bluechip-Index IBEX 35 hat sich seit dem Tief im Sommer wieder gut erholt." Auf den Verkaufslisten führt Salaorno US-Aktienkörbe wie den S&P 500 (WKNs A1JPLH, 264388), die er auf das Konto Gewinnmitnahmen vor den Wahlen verbucht.

 

Anleger setzen auf Emerging Markets-ETFs

 

Einig sind sich die ETF-Spezialisten hinsichtlich eines erhöhten Engagements in Indexfonds auf Schwellenländer, teilweise mit größeren Investments, wie Mohr ergänzt. "Anleger haben sich vor allem breit aufgestellte ETFs ins Depot gelegt, meldet Florian Perini von Flow Traders. Gesucht würden beispielsweise ETFs auf den MSCI Emerging Markets (WKNs DBX1EM, A0HGZT, UB42AA). Ebenfalls gut an kämen Tracker auf den MSCI AC Asia-Pacific ex Japan (WKNs LYX0AB, DBX1AB), für den auch Salaorno meist Käufe verbucht.

 

Aber auch einzelne Länder wie Brasilien, Indien und China wären wieder gefragt, ergänzt Perini.  Anleger kauften beispielsweise Aktien chinesischer Unternehmen (WKNs A0F5BW, DBX1FX). "Chinas Konjunktur scheint sich wieder zu stabilisieren", begründet Salaorno. Ebenso beliebt seien brasilianische Bluechips (WKN A0HG2M) und indische Aktien (WKN DBX1NN). "Richtung Brasilien hatten wir starke Käufe", stimmt Sengfelder zu.

 

Offensivere Branchen gehen raus

 

Bei den Sektoren erkennt Mohr eine Vorliebe für Industriegüter (WKN WKN ETF069), Grundstoff-ETFs (WKN ETF063) und die Immobilienbranche (WKN ETF074). Tracker der Chemieindustrie (WKN ETF064) stünden auf den Abgabelisten. "In diesem Bereich hatten wir nahezu ausschließlich Verkäufe", bemerkt der Händler und erkennt darin die Tendenz, das Risiko in den Depots zu reduzieren und sich passiver aufzustellen.

 

Gemischtes Bild in Dax & Co.

 

Unterschiedlich erfahren Händler das Geschehen in Trackern von Bluechip-Indizes der Industrienationen. Von gleichermaßen Käufen wie Verkäufen in ETFs auf DAX (WKN 593393), Euro Stoxx 50 (WKNs 935927, 593395) und MSCI World (WKNs A0HGZR, DBX1MW) spricht beispielsweise Perini, während Kleefeld in allen drei Kategorien einen Kaufüberhang ausmacht. Etwa würden Tracker des S&P 500 (WKN 264388) und MSCI USA (WKN A0JMFG) bei der Commerzbank auf den Wunschlisten der Investoren stehen, während bei Flow Traders Käufe und Verkäufe eher ausgeglichen seien.

 

High-Yield Renten-ETFs punkten

 

Im Handel mit Renten-ETFs beobachtet Salaorno eine Fortsetzung Richtung höher verzinste Werte. Neben kurzlaufenden Bundesanleihen (WKN DBX0AD) haben Kleefeld zufolge auch Geldmarkt-ETFs das Nachsehen.

 

Möchten Sie den ETF-Marktbericht jede Woche an Ihre E-Mail erhalten, dann melden Sie sich an für den Börse Frankfurt Newsletter unter www.boerse-frankfurt.de /newsletter.

 

© 6. November 2012 / Iris Merker

 

(Für den Inhalt der Kolumne ist allein Deutsche Börse AG verantwortlich. Die Beiträge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.)

 

Suchen

Heute im Fokus

DAX geht tief im Minus ins Wochenende -- Dow Jones schließt leicht im Plus -- VW mit Milliardengewinn -- BASF-Aktie fällt trotz höherem Quartalsergebnis -- Rocket Internet, NVIDIA, Nordex im Fokus

Griechischer Zentralbankchef Stournaras dringt auf Einigung mit Gläubigern. VW-Führungsspitze verdient künftig weniger. Risse in Triebwerken des Bundeswehr-Pannenfliegers A400M. Kongress-Rede Trumps birgt Sprengkraft für die Börsen. ProSiebenSat.1-Aktien fallen - Analyst will klarere Digitalstrategie. Bitcoin erreicht neues Rekordhoch.
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub

Familienunternehmen: Rendite und Sicherheit!

Zwischen Eigentümern und Managern eines Unternehmens besteht häufig ein Interessenskonflikt hinsichtlich kurz- und langfristiger Ziele. Familien- und eigentümergeführte Unternehmen haben solche Konflikte meist nicht. Für Aktionäre sind solche Unternehmen daher meist eine lohnenswerte Investitionsmöglichkeit. Im neuen Anlegermagazin lesen Sie, welche drei Familienunternehmen einen näheren Blick wert sind.
Anlegermagazin kostenlos erhalten

Umfrage

Welche Wertpapiere besitzen Sie?
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Goldpreis
Meistgesucht
Deutsche Bank AG514000
Daimler AG710000
BMW AG519000
Nordex AGA0D655
Scout24 AGA12DM8
BASFBASF11
Apple Inc.865985
Volkswagen AG Vz. (VW AG)766403
E.ON SEENAG99
Deutsche Telekom AG555750
Allianz840400
TeslaA1CX3T
CommerzbankCBK100
adidas AGA1EWWW
BayerBAY001