15.05.2012 17:00
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Substanzwerte gesucht

Börse Frankfurt: Substanzwerte gesucht | Nachricht | finanzen.net
Börse Frankfurt

Einige Feiertagsfreie Handelstage am Stück und aktive Anleger sorgten ETF-Händlern zufolge für steigende Handelsumsätze.

"Für das gegenwärtige Marktumfeld haben wir überdurchschnittlich viel zu tun", meldet Mark Schönbrodt von der DekaBank, der das Verhältnis von Käufen zu Verkäufen mit 60 zu 40 Prozent beziffert. Auf die schwachen Aktienmärkte zum Wochenbeginn reagierten ETF-Investoren mit einer gewissen Gelassenheit. "Massive Verkäufe sind ausgeblieben."

Mit einem Anteil von 83 Prozent gegenüber dem üblichen Durchschnitt von 75 Prozent stünden Aktien-ETFs im Anlegerfokus, wie Andreas Bartels von der Commerzbank berichtet. "Nach deutlichen Abflüssen im Vormonat steigt das verwaltete Vermögen insbesondere in DAX-ETFs seit Anfang Mai kontinuierlich wieder an." Die höheren Schwankungen an den Aktienmärkten stimulierten zudem das Interesse an Short-DAX-Trackern. Über alle Anlageklassen hinweg hielten sich Zu- und Abflüsse aber in etwa die Waage.

Hingegen spricht Bernardus Roelofs von einem Verkaufsüberhang im ETF-Handel der vergangenen fünf Handelstage. Der Händler von Flow Traders sieht im möglichen Austritt Griechenlands aus der Gemeinschaftswährung sowie in den Problemen spanischer Banken mit faulen Immobilienkrediten denkbare Ursachen.

Heimische Standardwerte gesucht

Roelofs

An den Dax (WKN ETFL01, ETF001, 593393) gekoppelte Indexfonds stehen gegenwärtig bei Anlegern im Mittelpunkt. Bartels und Schönbrodt sprechen von einem leichten Kaufüberhang. Per Saldo ins Depot der Investoren wanderten zudem Tracker auf den Nikkei 225 (WKN A0H08D) und den Euro Stoxx 50 (WKN 798328, 794357). ShortDAX-ETFs (WKN DBX1DS), die von fallenden Preisen profitieren, würden mal gekauft und mal abgegeben. "Im derzeitigen volatilen Marktumfeld sind zunehmend Anleger mit kürzerem Anlagehorizont präsent."

Ebenfalls auf fallende Kurse setzen Abnehmer von ETFs auf den S&P 500 Total Return Short Index (WKN DBX1AC), für den Roelofs tendenziell Zuflüsse registriert. Bei DAX- und Euro Stoxx 50-ETFs verbucht der Händler einen ausgewogenen Handel und von Indexfonds auf den MSCI EMU Small Cap (WKN A0F420), der Unternehmen mit kleiner Marktkapitalisierung und Sitz im Euroraum enthält, trennten sich Anleger eher.

Anleger meiden Emerging Markets-ETFs

Schwellenländer-ETFs rücken etwas in den Hintergrund. Schönbrodt und Roelofs berichten von Abgaben etwa in Trackern des MSCI Emerging Markets (WKNs A1JGBH, DBX1EM). Aus den Depots rausgekommen seien zudem ETFs auf den marktbreiten MSCI Asia (WKN LYX0AB). Hingegen spricht Bartels von einem ausgewogenen Verhältnis zwischen Käufen und Verkäufen beim MSCI Emerging Markets (WKN A0HGZT). "Der Fokus liegt aber mehr auf Europa.".

Deutsche Bonds im Blick

Bartels

Um Festverzinsliches ist es insgesamt ruhiger geworden, wie Bartels bemerkt. "Mit 12 Prozent vom ETF-Umsatzvolumen der vergangenen Woche ist das Anlegerinteresse eher unterdurchschnittlich." Investoren interessierten sich etwa für deutsche Staatsanleihen (WKN A1JRDF) mit 1-3-jährigen Restlaufzeiten. Bartels spricht zudem von Käufen etwa bei ETFs auf den Deutsche Börse Eurogov Germany Index (WKN ETFL17), der die Performance für Deutsche Staatsanleihen nachbildet. "Einen vorderen Platz in der Umsatzstatistik nimmt ein Korb mit breit gestreuten Staatsanleihen aus entwickelten Märkten ein." Etwa legten Anleger sich Trackers des iShares Citigroup Global Government Bond (WKN A0RM43) eher ins Depot.

Geldmarkt-Fonds werden abgestoßen

Von Geldmarktfonds verabschiedeten sich Investoren in der vergangenen Handelswoche überwiegend. Verkauft worden seien laut Schönbrodt ETFs auf den ETFlab Deutsche Börse EuroGOV Germany Money Market (WKN ETFL22). Abgaben überwogen zudem bei Indexfonds auf den Eonia Total Return Index (WKN DBX0AN).

© 15. Mai 2012 / Iris Merker

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(END) Dow Jones Newswires

   May 15, 2012 10:30 ET (14:30 GMT)- - 10 30 AM EDT 05-15-12

15. Mai 2012. FRANKFURT (Börse Frankfurt)

Bildquellen: Wolfgang Kriegbaum
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