16.10.2012 14:41
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Wieder eine Prise Skepsis

Börse Frankfurt: Wieder eine Prise Skepsis | Nachricht | finanzen.net
Börse Frankfurt

Unterm Strich überwiegen zwar weiterhin Zuflüsse in Aktien-ETFs und Abflüsse aus defensiven Anlagen, der Schwung ist aber weg.

Investoren sind vorsichtiger geworden.

 Dass Aktienindizes wie DAX, Euro Stoxx 50 und Dow Jones nun seit gut einem Monat mehr oder weniger auf der Stelle treten, bremst den Aktivitätsdrang der Anleger. ETF-Händler berichten unisono von rückläufigen Umsätzen. "Der Markt ist eben richtungslos", bemerkt Frank Mohr von der Commerzbank.

Warten auf neue Impulse

"Die Volatilität ist raus, die großen Allokationen sind abgeschlossen", meint Sidi Kleefeld von der Deutschen Bank. Es fließe zwar noch einiges in Aktien-ETFs, allerdings meist in Schwellenländerfonds. "Investoren beobachten den Markt und unternehmen momentan keine größeren Schritte, sie warten auf Signale", kommentiert Florian Perini von Flow Traders.

Sorgen um die Konjunktur und die Eurokrise, das sind nach wie vor die großen Themen. Dass der IWF vergangene Woche seine Wachstumsprognosen für alle Regionen der Welt nach unten angepasst hat, führe zu einer gewissen Ernüchterung der Anleger. Die Herabstufung Spaniens durch die Ratingagentur S&P war zwar keine große Überraschung, es bleibt aber weiterhin offen, ob die Iberer unter den Rettungsschirm schlüpfen müssen. Zudem kommen aus Griechenland unverändert schlechte Nachrichten.

Der Elan ist weg

Durchwachsen mit einem leichten Käuferüberhang - so präsentiert sich daher der Handel mit Aktien-ETFs: Der Commerzbank zufolge hielten sich sowohl in DAX- als auch Euro Stoxx 50- und MSCI Europe-Trackern (WKN ETF001, 593393, ETF050, 593395, ETF111) Käufe und Verkäufe die Waage. "Allenfalls in MSCI World-ETFs (WKN ETF110, A0HGZR) dominierten Zuflüsse." Flow Traders meldet Nachfrage nach DAX- und Euro Stoxx-ETFs, S&P 500-Tracker (WKN 264388) seien hingegen mehrheitlich abgegeben worden. Jörg Sengfelder von der DekaBank hat unterdessen generell mehr Verkäufe beobachtet, etwa im db x-trackers MSCI Europe (WKN DBX1ME), ETFlab MSCI Europe (WKN ETFL28), ETFlab Dax (WKN ETFL01) und ETFlab Euro Stoxx (WKN ETFL02).

Wenig Umsatz in Industrieländer-ETFs, aber Interesse an Schwellenländer -Indexfonds - das ist Kleefeld zufolge derzeit der Trend. "Breit aufgestellte Emerging Markets- und speziellere China-Indexfonds sind gefragt", konkretisiert der Händler (WKN DBX1EM, A0HGZT, DBX0M2).

Banken-ETFs auf Abgabelisten

Keine großen Auffälligkeiten gibt es im Moment im Bereich der Sektoren-ETFs, allenfalls Banken-Indexfonds (WKN 628930), die von Juli bis Mitte September kräftig Aufwind erfahren hatten, wurden wieder abgestoßen, wie die Market Maker registriert haben. "Hier stehen 64 Prozent Verkäufe 36 Prozent Käufen gegenüber", erklärt etwa Mohr. Gut angekommen sind dem Händler zufolge hingegen Indexfonds, die die Entwicklung der Bau- (WKN ETF065) und der Immobilienbranche (WKN ETF074) nachzeichnen, während Grundstoff-ETFs (WKN ETF063) in beide Richtungen gehandelt worden sei.

Renten-ETFs: Defensives muss raus

Laut Commerzbank setzt sich im Handel mit Renten-ETFs der Trend der Vorwochen, als sich Anleger aus Produkten mit deutschen Staatsanleihen (WKN 628946) verabschiedet hatten, fort. "Defensives steht auf den Verkaufslisten", meint auch Kleefeld. Neben Bundesanleihen würden auch Geldmarkt-ETFs (WKN DBX0C9, DBX0AN, LYX0B6) abgestoßen.

Eingestiegen seien Investoren hingegen in an europäische Staatsanleihen gekoppelte Indexfonds sowie ETFs mit Unternehmensanleihen (WKN A1JRDL), wie die Commerzbank weiter meldet. Die DekaBank spricht sogar von einer "Rentenwoche": Sowohl Bundesanleihen (WKN ETFL17, ETFL20) als auch renditeträchtigere Schwellenländerstaats- (WKN A0RFFT) und europäische Unternehmensanleihen (WKN A0YEEY) - alles sei gekauft worden.

Kein Interesse an Goldminen mehr

Die kalte Schulter zeigen Anleger offenbar den zuvor noch extrem beliebten Goldminenfonds (WKN A0MMBG, ETF091): "Hier ist der Umsatz komplett raus", bemerkt Mohr. Grund dürfte die Goldpreisentwicklung sein: Während eine Feinunze Gold am 4. Oktober noch zu 1.791 US-Dollar über den Tisch ging, sind es heute nur noch 1.740 US-Dollar. Parallel dazu weisen Goldminen-ETFs wie der RBS Market Access NYSE Arca Gold Bugs Index Kursverluste auf.

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© 16. Oktober 2012 / Anna-Maria Borse

 

(Für den Inhalt der Kolumne ist allein Deutsche Börse AG verantwortlich. Die Beiträge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.)

FRANKFURT (DEUTSCHE-BOERSE AG) - 16. Oktober 2012.

Bildquellen: S.Borinov / Shutterstock.com
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