BÖRSE STUTTGART
ETF-Anleger setzten in der Vorwoche auf Ernüchterung

Trotz der von EZB-Präsident Mario Draghi angekündigten Anleihekäufe und dem damit einher gegangenen Kursfeuerwerk vor dem Wochenende blieben sie zurückhaltend. "Sie stellten sich darauf ein, dass diese Euphorie nicht lange anhalten wird", sagte der Leiter des ETF-Handels bei der Börse Stuttgart, Michael Görgens. Schon vor der Notenbanksitzung seien sie im Hinblick auf das bereits hohe Kursniveau am Aktienmarkt eher vorsichtig zu Werke gegangen. Dieser Trend habe sich auch nach der Entscheidung der europäischen Währungshüter fortgesetzt.
Gemäß den Handelsstatistiken des Börsenbetreibers nutzten Anleger die Gelegenheit, bei jenen Fonds ihre Gewinne in bares Geld umzumünzen, die am europäischen Aktienmarkt klassisch auf steigende Kurse setzen. Stattdessen positionierten sie sich mit Short-ETFs für die Gegenrichtung: Mit diesen Produkten können Anleger spekulativ von einer mögliche Korrektur und fallenden Kursen profitieren.
"Dass taktisch orientierte Anleger auf eine Korrektur setzten, könnte auch am erreichten Kursniveau des Dax liegen", folgerte Görgens. Mit dem Sprung über 7.200 Punkte beendete der deutsche Leitindex die Vorwoche auf dem höchsten Stand seit August letzten Jahres und über seinem Stand vom März, als seinerzeit eine mehrmonatige Korrektur eingesetzt hatte. Bei den Schwellenländern blieb das Bild wie schon in der Vorwoche uneinheitlich. "Weiterhin wurden Positionen in einzelnen Regionen abgebaut, nachdem immer deutlicher wird, wieviel Schwung die Wirtschaft Chinas verliert", sagte Görgens. Bei den Produkten, die selektiv in Südamerika, Osteuropa, Afrika oder auch die aufstrebenden Märkte im asiatischen Raum investieren, überwogen gemäß den Statistiken die Verkäufer. Die Nachfrage nach ETFs auf die entwickelten Länder in Nordamerika hingegen war ungebrochen hoch geblieben. Auch Rohstoff-ETFs waren gut nachgefragt - Görgens begründete dies mit starken Kursgewinnen bei Gold und Silber./tih/rum STUTTGART (dpa-AFX) -

