"Das Volumen
ist zwar nicht mehr ganz so groß wie in den ersten beiden Wochen des
Jahres, aber weiterhin auf sehr hohem Niveau", meldet Jörg
Sengfelder von der DekaBank. Auch Martina Schröttle spricht von einem
munteren Handel: "Mit 13.500 Trades lagen wir in der abgelaufenen
Woche klar am oberen Ende."
Die eindeutige Kauftendenz der zurückliegenden Wochen habe sich jedoch
nicht mehr fortgesetzt, ergänzt Schröttle. "Gerade im
Aktienbereich zeigt sich ein etwas uneinheitliches Bild. Zwar überwogen
hier in den vergangenen Handelstagen weiter die Käufe, allerdings nur
bei Trades mit vergleichsweise kleinem Volumen. Die großen Orders
waren tendenziell eher auf der Verkaufsseite", erklärt die
Händlerin. Es sehe dementsprechend danach aus, als kauften
Retail-Anleger über die gesamte Palette, während institutionelle
Investoren Gewinne mitnähmen. Das Verhältnis von Käufen zu
Verkäufen im gesamten ETF-Geschäft beziffert Schröttle auf 49
zu 51 Prozent.
Roelofs
Laut Flow Traders aus Amsterdam sind die Engagements der Investoren in den
vergangenen Handelstagen hingegen weiter gestiegen. Market Maker Bernardus
Roelofs spricht von einem Kauf-Verkauf-Verhältnis von 53 zu 47 Prozent.
Auch Sengfelder beobachtet eine anhaltende Tendenz in Richtung Risiko.
Uneinheitliches Bild bei Aktien-ETFs
Zu den am stärksten gehandelten Produkten zählen laut
Schröttle an den Dax gekoppelte Indexfonds (WKNs 593393, ETFL01).
"DAX-ETFs haben rund 17 Prozent des gesamten Umsatzes mit Indexfonds
ausgemacht. Allerdings sind davon mehr als die Hälfte Verkäufe.
Gefragt war indes der ShortDAX-ETF von db x-trackers (WKN DBX1DS)",
berichtet Schröttle. Auch bei Trackern des Euro Stoxx 50 und des MSCI
Emerging Markets verzeichnet die Commerzbank Abgaben.
Sengfelder
Sengfelder beobachtet hingegen einen ausgeglichenen Handel in DAX-Trackers
und einen Kaufüberhang bei anderen Aktien-ETFs. "Der Euro Stoxx
50 (WKNs ETFL02, 593395) wurde zuletzt eher gekauft. Besonders stark gesucht
war jedoch der FTSE (WKN DBX1F2) und der MSCI Japan", erklärt der
Händler mit Blick auf die jüngsten geldpolitischen Lockerungen der
japanischen Notenbank. Daneben seien Anleger aber auch bei einigen Exoten
eingestiegen - etwa in den db x-trackers MSCI Mexico Index (WKN
DBX0ES) oder den db x-trackers MSCI EM LatAm Index (DBX1ML) mit einer
Abdeckung der wichtigen Aktien Südamerikas.
Risikofreude bei Festverzinslichem
Im Rentensegment zeigt sich indes ein eindeutiges Bild: Raus aus
vermeintlich sicheren deutschen Staatsanleihen (WKNs ETFL17, ETFL20, 628947)
und rein in Corporate- (WKNs ETFL35, ETFL38) und Schwellenländer-Bonds
(WKN A0RFFT), wie Sengfelder berichtet. Auch die Nachfrage nach
Jumbo-Pfandbriefen (WKNs 263526, ETFL35), die sich durch hohe
Liquidität und gute Bonität auszeichnen, bleibe wie schon in den
vergangenen Wochen hoch. "Daneben wurden sogar italienische und vor
allem spanische (WKN A1J0BH) Staatsanleihen wieder gekauft",
ergänzt Schröttle und spricht von einem Hinweis auf zunehmende
Risikofreude der Anleger. Im Zuge der Schuldenkrise im Euroraum werden die
Renditen von Staatsanleihen aus den hochverschuldeten Peripherieländern
am Markt zunehmend als Risikobarometer gesehen.
Roelofs beobachtet vor allem bei Unternehmensanleihen einen
Kaufüberhang (WKN 251124).
Bankaktien gesucht
Eine klare Richtung machen die Händler bei Sektorindizes aus:
"Klarer Favorit waren in den vergangenen Handelstagen ETFs mit
Bankwerten (WKN ETF062). Die Branche machte gut ein Drittel des gesamten
Umsatzes in Sektor-ETFs aus, wovon wiederum gut zwei Drittel Käufe
waren", fasst Schröttle zusammen. Sengfelder und Roelofs
bestätigen diese Tendenz: "Der Bankensektor ist zuletzt sehr
stark nachgefragt worden, ebenso der db x-trackers Stoxx® Europe 600
Banks (WKN DBX1SF) oder auch der iShares EURO STOXX Banks (DE) (WKN
628930)", weiß Sengfelder. Roelofs beobachtet zudem Käufe
im Lyxor ETF STOXX Europe 600 Banks (WKN LYX0AP).
Schröttle verzeichnet daneben weiterhin hohe Umsätze in ETFs mit
Rohstoffunternehmen: "Basic Resources machen aktuell gut ein
Fünftel des gesamten Sektorumsatzes aus, wobei die Käufe in den
vergangenen Tagen überwogen. Ebenso im Immobiliensektor, der gut ein
Zehntel der Sektorenumsätze ausgemacht hat."
© 22. Januar 2013 / Karoline Kopp
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January 22, 2013 08:30 ET (13:30 GMT)- - 08 30 AM EST 01-22-13
22. Januar 2013. FRANKFURT (Börse Frankfurt).
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