30.07.2013 15:13
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Überraschend viel zu tun

ETFs
Von einem richtigen Sommerloch kann im ETF-Handel weiterhin keine Rede sein. Vor allem in Trackern von Aktienindizes ist laut Händlern immer noch einiges los.
Der Ausverkauf bei Schwellenländer-ETFs scheint indes gestoppt.

Dank einiger großer Orders ist das ETF-Geschäft trotz Sommerferien recht stabil, melden Market Maker vom Handel mit Indexfonds. "Wir lagen vergangene Woche sogar fast im Schnitt", zeigt sich Jörg Sengfelder von Flow Traders in Amsterdam verwundert. Sidi Kleefeld von der Deutschen Bank bestätigt: "Vor allem im Aktiensegment war überraschend viel zu tun." Aysun Cifci spricht allerdings von gut 20 bis 30 Prozent weniger Umsatz "als sonst". Es sei schon deutlich spürbar, dass einige Marktteilnehmer im Urlaub seien. "Das spiegelt sich auch in dem sehr ruhigen Markt", ergänzt Martina Schröttle, Market Makerin der Commerzbank.

Abgabeüberhang bei heimischen Aktienindizes

Die größten Umsätze verbuchen die Händler dabei in Aktien-ETFs. Im Rentensegment sei es hingegen ziemlich ruhig. "Gut 80 Prozent des ETF-Geschäfts spielte sich in Aktien ab, Anleihen-ETFs machten lediglich 12 Prozent aus", kommentiert Schröttle und spricht insgesamt von einem leichten Abgabeüberhang. Den ersten Platz auf den Umsatzlisten belegen bei der Commerzbank wie üblich DAX-Tracker (WKNs ETF001, 593393, ETFL01). "Indexfonds, die die Entwicklung des deutschen Leitindex abbilden, haben in der abgelaufenen Woche sogar ein Drittel des gesamten ETF-Volumens ausgemacht. Zwei Drittel davon waren Verkäufe", weiß Schröttle. Auch DekaBank und Deutsche Bank berichten von Abgaben bei heimischen Aktienindizes. "Sowohl DAX-Tracker als auch Stoxx Europe 600-ETFs (WKN 263530) zählten zu den umsatzstärksten Verkäufen", meldet Cifci.

Einzige Ausnahme unter den heimischen ETFs sind Tracker des Euro Stoxx 50 (WKNs 935927, 593395, 778188), die Flow Traders überwiegend auf der Kaufseite führt. Die anderen Institute bestätigen diese Tendenz allerdings nicht. "Insgesamt kam Europa eher zurück", beobachtet etwa Schröttle.

Ausverkauf der Schwellenländeraktien beendet

Der Abgabedruck auf Schwellenländer- und Asien-ETFs scheint unterdessen gestoppt. "Im Gegensatz zu den vergangenen Wochen haben wir gerade in asiatischen Aktien-ETFs (WKNs A1H53P, A0DPMW) wieder erste Käufer gesehen", berichtet Schröttle. Eine ähnliche Entwicklung beobachtet auch Sengfelder, der Flow Traders-Händler ergänzt jedoch: "Vor allem marktbreite Indizes wie der MSCI Emerging Markets (WKN DBX1EM), der MSCI Emerging Markets Asia (WKN DBX1MA) oder der MSCI World (WKN A0HGZR) sind in der Beliebtheitsskala wieder merklich nach oben gewandert. Einzelne Länder wie Hongkong (WKN LYX0A7) oder Russland (WKN LYX0AF) stehen hingegen weiterhin auf den Verkaufslisten."

Genauso sieht das die Deutsche Bank: "Die Verkäufe im Schwellenländer- und Asiensegment haben aufgehört, vereinzelt sehen wir erste Einsteiger. Allerdings nur in breiten Indizes und nicht in einzelnen Ländern", bestätigt Kleefeld.

Kauftendenz bei Renten

Die Umsätze mit Renten-ETFs bleiben aktuell zwar noch deutlicher als sonst hinter dem Aktiensegment zurück, insgesamt zeichne sich hier aber eine leichte Kauftendenz ab, berichten die Market Maker. "Außer Emerging-Market Bonds (WKNs DBX0AV, A0RFFT) haben Anleger quer Beet gekauft: Von langlaufenden US-Staatsanleihen (WKN A0LGQB) über Covered Bonds (WKN A0RFFE) bis hin zu Corporate Bonds (WKNs A0YEEX, LYX0EE). Auch der Lyxor ETF Daily Double Short Bund (WKN LYX0FW), der die Entwicklung von deutschen Staatsanleihen invers und mit doppeltem Hebel abbildet, wanderte in die Depots", weiß Sengfelder. Auch Schröttle spricht von einem Kaufüberhang über alle Rentensegmente hinweg.

Minensektor profitiert von Goldpreisanstieg

Den wieder gestiegenen Goldpreis haben einige Investoren, wie Sengfelder berichtet, zum Wiedereinstieg in Goldminenaktien genutzt. "Besonders beliebt sind dabei etwa der ComStage ETF NYSE Arca Gold BUGS (WKN ETF091) oder der ETFX DAXglobal Gold Mining Fund (WKN A0Q8NC). Hier sehen wir aktuell fast ausschließlich Käufe", erklärt der Market Maker.

Unter den übrigen Sektoren sticht laut Schröttle der Immobiliensektor (WKN ETF 074) mit erhöhten Umsätzen und einem klaren Kaufüberhang heraus. Kleefeld berichtet zudem von regem Anlegerinteresse am Infrastruktursektor (WKN DBX1AP).

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© 30. Juli 2013/Karoline Kopp

(Für den Inhalt der Kolumne ist allein Deutsche Börse AG verantwortlich. Die Beiträge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.)

FRANKFURT (DEUTSCHE-BOERSE AG) - 30. Juli. 2013.

Bildquellen: Sofiaworld / Shutterstock.com
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