Seit Januar 2007 ist db X-trackers auf dem Markt für börsennotierte Indexfonds (ETF) aktiv und verwaltet heute rund 33 Milliarden Euro Anlegergelder. db-X-trackers-Chef Thorsten Michalik zieht Bilanz.
€uro am Sonntag: Herr Michalik, db X-trackers ist fünf Jahre alt geworden. Wie lautet Ihr Resümee?
Thorsten Michalik: Es ist im Grunde viel besser als erwartet gelaufen. Nach fünf Jahren sind wir unter mehr als 100 Anbietern weltweit die Nummer 5. Und vor uns sind mit BlackRock (iShares), Vanguard und State Street drei US-Amerikaner. Das hätten wir nicht zu träumen gewagt.
Was hat Sie überrascht?
Überrascht hat uns, dass die Käufer kaum auf Gebühren achten. Es ist im Grunde egal, ob ein Standard-ETF etwa auf den Euro Stoxx 50 nun 15 oder 25 Basispunkte kostet. Die Gebühren sind für Käufer gar nicht der ausschlaggebende Faktor. Wenn die Anleger an einen DAX-ETF denken, fällt ihnen zuerst der iShares DAX Indexfonds ein. Damit hat man es als Konkurrent schwer, in die Phalanx einzubrechen, egal wie niedrig die Gebühren sind.
Sie haben bereits 207 ETFs im Angebot. Ist das nicht unübersichtlich?
Das glaube ich nicht. Die Anleger wünschen das. Daher werden wir auch unser Angebot weiter ausbauen. Wir bieten einen Baukasten an, aus dem sich jeder bedienen kann. Und wenn Sektoren auf Emerging Markets gefragt sind, wir bringen sie. Ein großes Angebot ist einer unserer Erfolgsfaktoren. Niemand will bei zig Anbietern herumsuchen, bis er den geeigneten ETF findet. Wenn Anleger einmal auf unserer Homepage waren, kommen sie immer wieder.
Die Regulierung für Swap-basierte ETFs, die auch db X-trackers anbietet, wird aber härter.
Sicher. Aber man hat nur die ETFs als Sündenböcke dargestellt. Dabei tun wir nichts anderes als das, was Garantiefonds schon seit Jahren machen. Und gerade die gelten als besonders sicher und nicht als Systemrisiko. Zudem sind wir in Sachen Anlegerschutz schon vor der ersten Kritik im Herbst 2010 vorgeprescht und erfüllen mit unseren ETFs längst, was inzwischen allgemein gefordert wird. Etwa die Übersicherung des Portfolios oder die Transparenz der hinterlegten Sicherheiten.
Der Swap-ETF ist also nicht vom Aussterben bedroht?
Überhaupt nicht. Und die Anleger denken auch nicht darüber nach, ob es nun ein Swap-basierter oder ein voll replizierender ETF ist. Sie wollen eine möglichst geringe Abweichung vom Referenzindex. Und der ist nun mal mit einem Swap-ETF leichter zu bewerkstelligen.
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