von Jörn Kränicke, €uro am Sonntag
Am kommenden Freitag übernimmt Polen für sechs Monate die EU-Ratspräsidentschaft. Auf der Agenda steht neben dem Vorantreiben der EU-Osterweiterung und der Energiesicherheit auch die Förderung von Europas globaler Wettbewerbsfähigkeit. Dass Polen für diese Aufgabe gut geeignet ist, belegt die eigene Erfolgsgeschichte.
Als einziges EU-Land sind unsere östlichen Nachbarn ungeschoren durch die Finanzkrise gekommen. Und Polens Wirtschaft präsentiert sich nach wie vor in guter Verfassung. Wachstumstreiber Nummer 1 ist immer noch die Inlandsnachfrage. Einzelhandelsumsätze und Industrieproduktion zeigen robustes Wachstum. Der Anteil des Konsums ist in Polen mit rund 60 Prozent relativ hoch, und die Verschuldung der privaten Haushalte ist im Vergleich zu Westeuropa moderat. Auch die Staatsverschuldung ist mit 41 Prozent erfreulich niedrig.
In diesem Jahr soll das Bruttoinlandsprodukt in dem 40-Millionen-Einwohner-Staat abermals um knapp fünf Prozent wachsen. Als Investitionsstandort ist Polen bei Ausländern seit Jahren beliebt. Zwischen fünf und 15 Milliarden Euro flossen regelmäßig ins Land. Damit gehörte Polen immer zu den zehn besten Investmentstandorten weltweit.
Trotz der großen wirtschaftlichen Erfolge gab es jedoch bis dato kein nennenswertes Angebot an Polen-Fonds. Nun füllt der Anbieter iShares die Lücke mit dem MSCI Poland. Der Indexanbieter MSCI berechnet das Börsenbarometer bereits seit 1992. Aktuell sind im Index 22 Werte enthalten. Wie in den meisten aufstrebenden Ländern haben Banken das höchste Gewicht – fast 50 Prozent.

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Größte Position ist die PKO Bank Polski mit einem Anteil von knapp 15 Prozent. Die Aktie ist mit einer Dividendenrendite von 4,3 Prozent ein Liebling der Analysten. 19 von 26 Experten sprechen laut Reuters eine Kaufempfehlung aus. Zweitgrößter Wert ist der Kupfer- und Eisenerzproduzent KGHM Polska Miedz mit gut 14 Prozent Gewicht. Auch bei dieser Aktie sehen die Fundamentaldaten gut aus: Das Unternehmen hat ein KGV von 6,5 und eine Dividendenrendite von 4,2 Prozent. Zudem ist der Gesamtindex mit einem KGV von zwölf alles andere als teuer.