11.03.2013 10:31
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Investieren am japanischen Aktienmarkt? Ja, aber…

Vermögensverwalter-Kolumne
Einer der stärksten Aktienindices der letzten Monate war der japanische Nikkei-Index.
Rund 35 Prozent hat der Index seit Oktober 2012 zulegen können. Allerdings hat man als „Euro-Anleger“ nur partizipieren können, wenn man sich gleichzeitig gegen einen fallenden Yen abgesichert hat. Denn genau diese Yen-Abwertung war die Initialzündung für den japanischen Aktienmarkt.

Für den Anleger stellt sich nun die Frage, ob diese Entwicklung kurz- bis mittelfristig weiter gehen könnte und wie der längerfristige Blickwinkel aus volkswirtschaftlicher Perspektive ist.

Kurz- bis mittelfristig scheint sich die fundamentale Situation in Japan zu verbessern. Ein Sprung bei den Konsumausgaben und erste Anzeichen für einen Aufschwung bei den industriellen Aktivitäten sprechen für eine allgemeine Erholung in 2013. Die monatlich gemessenen Konsumausgaben zeigen im Januar mit einer Verbesserung von 1,9 Prozent den größten prozentualen Anstieg seit drei Jahren. Ebenso positiv entwickelte sich die Industrieproduktion mit einem Anstieg von 1 Prozent. Erklären lassen sich diese Daten einerseits mit dem bewusst abgewerteten Yen, der die Exportbedingungen japanischer Unternehmen deutlich verbessert, sowie andererseits mit weiteren stimulierenden Maßnahmen seitens der japanischen Notenbank. Aber auch das gestiegene Vertrauen in die aktuelle Regierung hat dazu beigetragen.

Als Anleger kann man sich an den mittelfristig positiven Perspektiven am sinnvollsten über einen währungsgesicherten ETF beteiligen, wie z.B. den iShares MSCI Japan EUR Hedged mit der WKN A1H53P.

Für den langfristigen Blickwinkel sollte man aber auch die erheblichen Risiken bzw. Nebenwirkungen kennen. Durch die Abwertung des Yen provoziert die japanische Regierung eine höhere Inflation. Doch das ist ökonomisch hoch riskant, da auch die Zinsen klettern, wenn das Preisniveau steigt. Auf dem Spiel steht daher ein zentraler Wettbewerbsvorteil des Landes: der niedrige Zinssatz auf Staatsschulden und andere Kredite. Der Zinssatz japanischer Staatsanleihen beträgt trotz hoher Staatsschulden aktuell weniger als 1 Prozent und ist damit der niedrigste der Welt. Die Schuldenquote hingegen liegt bei etwa 230 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP), das ist höher als in Griechenland (175 Prozent) und fast doppelt so hoch wie in Italien (125 Prozent). Das jährliche Haushaltsdefizit beträgt fast 10 Prozent vom BIP und übersteigt damit den Wert jedes einzelnen Landes der Eurozone. Dass die japanische Regierung trotzdem nur geringe Zinsen zahlen muss, liegt darin begründet, dass die Inlandspreise seit über einem Jahrzehnt fallen, während der Yen im Vergleich zu anderen großen Währungen aufgewertet hat.

Der schwächere Yen dürfte allerdings zwangsläufig zu höheren Importkosten führen und damit zu einer höheren Inflationsrate. Dann würden Investoren allerdings deutlich höhere Nominalzinsen fordern. Die Kombination aus explorierenden Staatsschulden und steigenden Zinsen wäre dann ein ernst zu nehmender und höchst gefährlicher Sog.

Fazit: Auf mittlere Sicht gibt es für japansiche Aktien gute Gründe. Allerdings sollen die aufgezeigten volkswirtschaftlichen Zusammenhänge verdeutlichen, dass daraus kein Basisinvestment, sondern nur eine Beimischung abzuleiten ist.

von Mirko Kohlbrecher, Prokurist
Spiekermann & CO AG in Osnabrück

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Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die finanzen.net GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

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