Neues aus Osteuropa - Europäische Schwellenländer führen Börsen an
Informationen zu Osteuropa
Der April war trotz der anhaltenden geopolitischen Spannungen im Mittleren Osten sowie der Meldung, dass die Ratingagentur S&P den Ausblick für lang laufende US-Staatsanleihen auf „negativ“ gesenkt hat, ein für Aktien sehr erfreulicher Monat. Dabei führten die europäischen Schwellenländer sowohl die etablierten Börsenplätze als auch die Schwellenländermärkte an. Die mitteleuropäischen Märkte tendierten sehr fest, weil die Anleger die vergleichsweise soliden volkswirtschaftlichen Fundamentaldaten dieser Börsenplätze zu schätzen wussten. Schließlich wurden aus Not leidenden Peripheriestaaten wie Griechenland nach wie vor enttäuschende Nachrichten vermeldet, die sich an diesen Märkten auch in einem deutlichen Anstieg der Anleihenrenditen widerspiegelten.
Wir haben im Monatsverlauf an ausgewählten Börsengängen teilgenommen. Dazu zählten die russische Bank Nomos sowie der russische Hersteller von landwirtschaftlichen Produkten Rosagro. Beide Aktien entsprechen unserer Anlagephilosophie, in attraktiv bewertete Wachstumsunternehmen zu investieren. Türkische Mischkonzerne und Finanzunternehmen entwickelten sich sehr gut, weil die Anleger zu der Auffassung gelangten, dass noch höhere Bankenrückstellungen zur Absicherung von Verbindlichkeiten ebenso wie die Inflationsbesorgnisse in den Aktienkursen mittlerweile immer stärker berücksichtigt werden. Gestützt wurden die Börsenplätze Mitteleuropas auch durch den Aufwärtstrend der Währungen.
In der Türkei sollten das zurzeit attraktive Bewertungsniveau sowie das bessere Verhältnis der Zentralbank zu den Anlegern die Nervosität um die aktuelle Geldmarktpolitik etwas beruhigen. Darüber hinaus dient unser Engagement an diesem Markt auch als Schutz vor sinkenden Ölpreisen. Wir halten die Argumente, die für Engagements dieser Region sprechen, nach wie vor für stichhaltig.
Enttäuschende Nachrichten aus Russland
Obwohl der russische Markt im April durch einen hohen Ölpreis und einen starken Rubel gestützt wurde, entwickelte er sich letztlich enttäuschend und gab in US-Dollar gerechnet leicht nach. Am stärksten belastet wurde der Börsenplatz dabei durch Stahlkonzerne, Einzelhändler und Banken. Während Stahlproduzenten durch eine Verkaufswelle, die durch eine globale Branchenrotation ausgelöst wurde, unter Druck gerieten, wurden Banken und Einzelhändler unmittelbar durch inländische Entwicklungen beeinträchtigt. So wurde das Segment Einzelhandel, das 2010 noch mit am besten tendiert hatte, wegen seines derzeit optimistischen Bewertungsniveaus auf den Prüfstand gestellt. Unternehmen aus dieser Branche können sich bei der Erfüllung ihrer Wachstumspläne nämlich kaum Fehler erlauben. Der Bankensektor wiederum wurde durch den Börsengang der Nomos Bank belastet, weil die Anleger im Vorfeld dieser Emission andere Positionen reduzierten.
Im Monatsverlauf haben wir unsere Gewichtung im Bereich Metalle und Bergbau verringert, so dass wir in diesem Segment gegenüber dem Referenzindex inzwischen untergewichtet sind. Gleichzeitig haben wir unsere Engagements in den Branchen Finanzen und Öl aufgestockt. Aufgrund der Unsicherheit um die globale Wachstumstendenz sowie wegen des hohen Bewertungsniveaus halten wir eine Untergewichtung im Sektor Metalle und Bergbau für angebracht.
Die Möglichkeit von mittelfristig anhaltenden Angebotsengpässen beim Öl trieb die Ölpreise deutlich über die Marke von 100 US-Dollar pro Barrel nach oben. Dies hatte für Russland einen beträchtlichen Haushaltsüberschuss zur Folge. Das sollte den russischen Binnenkonsum direkt (aufgrund des stärkeren Rubel) und indirekt (in Form höherer staatlicher Sozialausgaben) stützen. Die für den Dezember angesetzte Parlamentswahl wird den Markt aber vermutlich belasten, vor allem, weil man allgemein davon ausgeht, dass die Kandidaten für die Präsidentschaftswahl im Jahr 2012 bereits vor der Parlamentswahl bekannt gegeben werden.
Osteuropäische Barings Fonds
Barings Fonds aus der osteuropäischen Assetklasse (Morningstar Sterne per: 30. April 2011, Performance in Euro, annualisiert)
Baring Russia Fund | WKN: 926107 | ISIN: LU0073418229 | |
YTD: -4,2% |
| 5 Jahre: +2,4% |
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Baring Eastern Europe Fund | WKN: 933558 | ISIN: IE0000805634 | |
YTD: +0,1% |
| 5 Jahre: +1,4% |
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