04.02.2013 12:59
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2013: Aktien hui, Anleihen pfui?

Aufwärtstrend an europäischen Aktienmärkten könnte weitergehen. Oberes Ende des Risikospektrums bei Anleihen erreicht.

Der Deutsche Aktienindex DAX schloss 2012 mit einem Plus von fast 30 Prozent. Auch andere europäische Aktienmärkte zeigten eine starke, wenn auch volatile, Entwicklung. Das Equity Team von Invesco ist optimistisch, dass der Trend sich in diesem Jahr fortsetzen wird. Allerdings sei derzeit noch eine hohe Skepsis der Anleger gegenüber europäischen Aktien erkennbar. „Die Finanzmärkte konzentrieren sich weiterhin stärker auf die Risiken rund um die Eurokrise als auf die tatsächlichen Fortschritte in den Peripheriestaaten und die negativen gesamtwirtschaftlichen Aussichten“, begründet Joel Copp-Barton, European Product Director bei Invesco, die Zurückhaltung der Anleger. Die anhaltend negative Einstellung gegenüber den europäischen Märkten eröffne jedoch attraktive Anlagechancen auf Einzeltitelebene. Insbesondere die Bereiche Finanzen, Transport und Telekommunikation seien im Zuge der allgemeinen Sicherheitsorientierung und Risikoscheu weitgehend gemieden worden. Für ausgewählte Bereiche der Pharmaindustrie, unternehmensnahe Dienstleistungen sowie des Luft- und Raumfahrtsektors erkennt Copp-Barton ähnliche Wachstumsdynamiken wie in der Basiskonsumgüterindustrie. Allerdings seien die genannten Bereiche deutlich attraktiver bewertet.

Unternehmensstimmung verbessert sich

Die Investmentexperten von Invesco erkennen mehrere positive Faktoren für die europäischen Aktienmärkte im Jahr 2013. Die Peripheriestaaten hätten – gestützt durch die Liquiditätsspritzen der EZB – erhebliche Fortschritte beim Abbau einiger großen Ungleichgewichte innerhalb Europas gemacht. „Ein bedeutender Teil der erforderlichen Anpassungen in der Peripherie ist bereits erfolgt“, betont Copp-Barton. „Wenn dieser Trend weiter anhält, dürfte auch die Skepsis gegenüber der Anlageklasse nachlassen und die Risikoprämie allmählich zurückgehen.“ Dass sich das generelle Wirtschaftsvertrauen in der Eurozone verbessert, zeigen Zahlen der DekaBank: „Die Stimmung der Unternehmen und Konsumenten in Euroland hat sich unerwartet stark verbessert“, analysiert Dr. Christian Melzer vom Makro Research Team der DekaBank. „Darauf deutet das Economic Sentiment der Europäischen Kommission hin.“ Im Januar habe der Indikator einen Anstieg von 1,4 Punkten auf einen Stand von 89,2 Punkten und damit auf den höchsten Wert seit August 2012 verzeichnet. Zwar bleibe der Index weiterhin deutlich unter seinem langjährigen Durchschnitt von 100 Punkten, habe sich aber inzwischen an den Normalbereich von 90 bis 110 Punkte herangearbeitet. „Die Aufwärtsbewegung erstreckt sich auf alle Teilbereiche“, sagt Melzer. Das Vertrauen in die Industrie stieg um 0,3 Punkte, bei den Dienstleistern verbesserte es sich um einen Punkt, bei den Konsumenten um 2,4 Punkte, im Einzelhandel um 0,3 Punkte und am Bau um 4,6 Punkte.

„All diese Faktoren sollten die europäischen Wachstumsaussichten in diesem Jahr verbessern“, glaubt Invesco-Mann Copp-Barton. Bei vielen Unternehmen sei jetzt ein Rückgang der negativen Gewinnrevisionen zu beobachten. „Das ist für gewöhnlich ein ermutigendes Signal und sollte helfen, die Zuversicht der Anleger in diese Anlageklasse im weiteren Jahresverlauf 2013 zu stärken“, so der Experte.

USA mit ähnlichem Trend wie Europa

Nicht nur in Europa, auch auf der anderen Seite des Atlantiks fassen die Investoren zunehmend Vertrauen in die Aktienmärkte. Die Volkswirte von Legg Mason Global Asset Management erkennen im ersten Monat 2013 eine „große Rotation raus aus Anleihen und rein Aktien“. In den vergangenen vier Jahren seien insgesamt 1,1 Billionen US-Dollar in US-Kommunalanleihen und steuerpflichte Anleihen geflossen. Aus US-Aktienfonds flossen in diesem Zeitraum dagegen 320 Milliarden Euro ab. Diese Veränderungen hätten dazu geführt, dass der generelle Anlagemix in Fonds nun anders aussehe als vor der Finanzkrise. In der Vorkrisendekade von 1997 bis 2007 entfielen auf US-Aktienfonds noch 53 Prozent der in Fonds angelegten Gelder und auf US-Kommunalanleihen sowie amerikanische steuerpflichtige Anleihen zusammengerechnet 15 Prozent. Ende November 2012 bot sich ein anderes Bild: 45,5 Prozent in US-Aktienfonds und 26,5 Prozent in Anleihen. „Während viele Anleger auf der Suche nach Rendite bereits ans obere Ende des Risikospektrums bei Anleihen gegangen sind, erscheint eine Umschichtung in Richtung Aktien der nächste natürliche Schritt“ erwarten die Experten von Legg Mason. Denn mit Renditen auf den heutigen Niveaus sei es nicht verwunderlich, dass eine Kapitalwertsteigerung in diesem Jahr schwieriger sein werde als in der Vergangenheit. Sogar Verluste in einigen Sektoren könnten nicht ausgeschlossen werden. „Das bedeutet keineswegs, dass Anleger aus Anleihen flüchten sollten, aber es deutet auf einen Aufschwung bei US-Aktien hin, wenn die Zinsen leicht ansteigen und Anleihepreise fallen“, so die Ökonomen.

(PD)

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