Absatzstatistik 2011: Geschlossene Fonds treten auf der Stelle
4,8 Milliarden Euro investierten Privatanleger 2011 in geschlossene Fonds. Gegenüber dem ohnehin schon mageren Vorjahr gingen die Platzierungszahlen damit um acht Prozent zurück. Zum Vergleich: 2007, bevor sich die weltweite Finanzkrise am Anlagemarkt niederschlug, flossen den Initiatoren geschlossener Fonds noch fast 20 Milliarden Euro zu. "Dennoch sind die aktuellen Zahlen besser, als die Marktstimmung erwarten ließ", sagt Eric Romba, Hauptgeschäftsführer des VGF Verband Geschlossene Fonds.
Von der vielbeschworenen Rückbesinnung auf Sachwertinvestitionen in Zeiten der Krise konnten die Fondshäuser kaum profitieren. Lediglich Immobilien- und Private-Equity-Fonds verzeichneten deutliche Zuwächse gegenüber dem Vorjahr. Leasingfonds konnten zwar ebenfalls zulegen, dabei handelt es sich jedoch um ein Nischenprodukt. Klassiker, wie Schiffs- und Flugzeugfonds waren 2011 dagegen ebenso wenig bei Investoren gefragt wie die Vorjahr noch boomenden Energiebeteiligungen.
Geschlossene Fonds sind in der Regel Unternehmensbeteiligungen mit fester Laufzeit, die oftmals mehr als zehn oder zwanzig Jahre beträgt. Meistens muss ein Minimum zwischen 5.000 und 25.000 Euro investiert werden, um als Anleger einsteigen zu können. Ist ein Zeichnungsschein einmal ausgefüllt, kann der Fonds bis zum Laufzeitende im Normalfall nicht mehr wieder veräußert werden. Die Möglichkeiten, Anteile am sogenannten Zweitmarkt zu verkaufen, sind bislang begrenzt.
Auch wenn sich die Branche seit Jahren bemüht, ihr Image aufzubessern, leidet sie weiterhin unter Altlasten. Negativschlagzeilen beispielsweise über Medienfonds und Vertriebsskandale einzelner Anbieter sorgen für Misstrauen bei Anlegern. Zudem hält sich hartnäckig das Vorurteil, es handle sich in der Regel um Steuersparmodelle. Im Zuge der Finanzkrise kam die Branche unter zusätzlichen Druck. So mussten viele Schiffsbeteiligungen mit Sanierungskapital aufgepäppelt oder abgewickelt werden./hbr/jsl


