23.08.2013 15:36
Bewerten
 (1)

AfW: „Provisionen sind Bestandteil der freien Marktwirtschaft“

Verband spricht sich gegen die Pläne des GDV aus, Provisionen zu begrenzen. Auch BCA protestiert.

Der Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hat in dieser Woche eine Diskussion über die Begrenzung von Maklerprovisionen bei Lebensversicherungen losgetreten. Es dürfe keine Denkverbote geben, meint GDV-Präsident Alexander Erdland und sprach sich für eine offene Debatte in der Branche aus. Die Branche ließ sich nicht lange bitten:

„Wer zu Recht Qualität in der Beratung fordert und auch Anforderungen an regelmäßige Weiterbildung aufstellt, muss sie auch durch eine angemessene Vergütung ermöglichen“, sagt Frank Rottenbacher, Vorstand des AfW – Bundesverband Finanzdienstleistung. „Die besten Regeln nützen nichts, wenn es am Ende keine Makler und Vermittler gibt, die sie mangels Einkommen noch umsetzen können.“ Der AfW spricht sich für eine faire und frei verhandelbare Vergütung der Makler und Vermittler aus und gleichzeitig klar gegen Provisionsexzesse. Zudem zeigt sich der Verband offen für Gespräche, wie es zu einem Wandel weg von einer höheren Abschlussprovision hin zu einer entsprechend angehobenen Bestandsprovision kommen kann. „Wenn wir Lösungen für Makler mit hohen Beständen und Berufseinsteiger entwickeln können, sind die AfW-Mitglieder klar für diese Veränderung“, so Rottenbacher.

Auch der Maklerpool BCA spricht sich gegen eine Provisionsdeckelung aus: „Wir plädieren für die Beibehaltung bewährter Vergütungssysteme – gern auch über längere Vertragslaufzeiten hinweg“, sagt BCA-Vorstand Dr. Jutta Krienke. „Ansonsten läuft der ehrbare Kaufmann, der sein Unternehmen auf eigene Verantwortung, Kosten und Rechnung führt, Gefahr, dass er zum Verlierer wird.“ Qualitativ hochwertige und damit nachhaltige Beratung habe ihren Preis, betont Krienke. Bereits heute seien Makler gezwungen, hohe Kosten zu tragen, um nicht nur technische auf dem neuesten Stand zu bleiben. Wichtig sei, gerade in nächster Zukunft, die auskömmliche Vergütung der freien Finanzvermittler sicherzustellen. Diese müssten ihre unabhängige und intensive Marktrecherche, die strukturierte Organisation und Führung ihres Unternehmens, ihr Weiterbildungsengagement sowie ihre Berufshaftpflichtabsicherung gewährleisten können. „Natürlich müssen wir uns in der Branche aufgrund der Zinssituation über Kostensenkungsmöglichkeiten bei Vorsorgeprodukten unterhalten“, lenkt Krienke ein. „Aber dies darf nicht nur einseitig auf dem Rücken der freien Vermittler ausgetragen werden.“ Durch die Deckelung der Provisionen befürchtet die BCA-Chefin Verwerfungen in der Maklerschaft: „Denn schon heute haben wir Nachwuchsprobleme und laufen Gefahr, die sozialpolitisch verantwortliche Versorgung breiter Bevölkerungsschichten mit Vorsorgeleistungen nicht aufrechterhalten zu können.“ Die private Altersvorsorge sei ein hohes Gut, das im Interesse der Kunden und freien Vermittler nicht durch eine Neiddebatte über Einkommen beschädigt werden dürfe.

(PD)

powered by
€uro FundResearch

Artikel empfehlen?

Fondsfinder

Suchen

Heute im Fokus

DAX schließt klar im Minus -- Dow moderat leichter -- Apple-Manager schürt Spekulationen über Auto-Pläne -- Milliardenfusion: Avago will Broadcom übernehmen -- Daimler im Fokus

US-Großbank JPMorgan streicht wohl bis 2016 weitere Arbeitsplätze. Google startet Bezahlsystem für Android-Smartphones. Betriebsräte der Deutschen Bank fordern Jains Rücktritt. Airbus: Ernsthaftes Qualitätsproblem in Endmontage der A400M. Moody's: Grexit wäre nicht folgenlos - Portugal gefährdet.
Diesen Ländern wurde mit Schuldenschnitten auf die Beine geholfen

Diese Aktien sind auf den Kauflisten der Experten

Diese Aktien sind auf den Verkauflisten der Experten

Umfrage

Die Schweizer Steuerverwaltung präsentiert die Namen möglicher deutscher und anderer ausländischer Steuerbetrüger im Internet. Was halten Sie von diesem Schritt?