DAX6.050-3,4%  Dow12.119-2,2%  Euro1,24320,6% 
ESt502.069-2,4%  Nas2.748-2,8%  Öl98,82-2,8% 
TDax730,9-2,7%  Nikkei8.440-1,2%  Gold1.6264,2% 

20.04.2009 11:16

Senden

Alexandra Hartmann, Fidelity: "Es gibt einige Schnäppchen"


Fidelity-Fondsmanagerin Alexandra Hartmann glaubt nicht, dass die Börsenrally andauert. Dennoch sieht sie die Zeit defensiver Werte vor dem Ende.

Alexandra Hartmann lernte ihr Geschäft von der Pike auf, als sie mit 21 Jahren nach Hongkong zog. In der Tasche eine abgeschlossene Ausbildung zur Bankkauffrau, sonst nichts. Kein Studium, kein anderer Abschluss. Das hat sich bis heute nicht geändert. Dafür aber ihre Position. Nach ihrem Job im Aktienverkauf für die Deutsche Bank in der chinesischen Metropole wechselte sie zur Fondsgesellschaft Fidelity. Heute managt die 42-jährige Deutsche drei Fonds, darunter den Fidelity Germany (WKN 973283) sowie den Fidelity Euro Blue Chip (WKN 988525).


"Das Eis wird dünner"

? Frau Hartmann, der G-20-Gipfel vergangene Woche sorgte für ein Kursfeuerwerk an den Aktienmärkten. War das der Startschuss für den Bullenmarkt?

Alexandra Hartmann: Solche Ereignisse sind kurzfristige Kurstreiber. Bis die ersten Konjunkturpakete wirklich greifen, dauert es noch. Und je höher die Kurse jetzt steigen, desto dünner wird das Eis, auf dem sie nach oben klettern.

? Warum?

Hartmann: Weil die Fundamentaldaten für diese Kursgewinne noch nachkommen müssen. Und ich glaube nicht, dass die Geduld der Börsenteilnehmer ausreicht, um auf dem jetzigen Preisniveau darauf zu warten, dass die Kurse mit entsprechenden Unternehmensnachrichten gestützt werden.

"Bewertungsniveau wichtiger als Makronachrichten"

? Bei der nächsten Gewinnwarnung gibt es also wieder Sippenhaft und alles stürzt ab?

Hartmann: Nicht alle Aktien. Zwar gewinnen derzeit oft noch die negativen Marktdaten über die Einzelaktie. Aber hier und da reagieren die Kurse schon nicht mehr darauf.

? Weil die Gewinnerwartungen mittlerweile der Marktlage angepasst wurden?

Hartmann: Das nicht unbedingt, aber bei etlichen Unternehmen wurden schon viele schlechte Nachrichten angekündigt. Ob die Gewinnschätzungen im Konsens richtig sind, ist da fast schon egal. Das Bewertungsniveau auf meinen Gewinnschätzungen etwa ist bei einigen Aktien so tief, dass es wichtiger ist als Makronachrichten.

"Wer sich an den Makrodaten orientiert, schaut nur zurück"

? Aber die Makrodaten zeigen weiter nach unten?

Hartmann: Schon, aber Makrodaten sind Nachläufer. Wenn sich die Lage jetzt verbessert, hören Sie das zuerst von den Unternehmen. Anleger müssen deshalb auf deren Prognosen achten. Wer sich an den Makrodaten orientiert, schaut quasi nur zurück.

? Und worauf schauen Sie jetzt?

Hartmann: Ich achte auf Firmen, bei denen das Geschäft noch runtergehen kann, was aber eingepreist ist. Denn die Frage ist doch: Ist ein Unternehmen mit Tophistorie in puncto Kapitalrendite, das weit unter dem Wert des eingesetzten Kapitals bewertet ist, in diesem Umfeld das Richtige?

"Es gibt einige Schnäppchen in der Chemie- oder Autobranche"

? Wachstumstitel sind also die Wahl der Stunde?

Hartmann: Wir nähern uns dem Zeitpunkt, an dem defensive Portfolios umgeschichtet werden. Die Märkte sind stark gefallen, und es gilt, attraktive, unterbewertete Firmen herauszupicken. Das sind die mit solider Bilanz, gutem Cashflow sowie diszipliniertem Management mit Top-Track-Record. Nicht alle Firmen werden Gewinner sein, aber es gibt einige Schnäppchen zum Beispiel in der Chemie- oder Autobranche.

? Haben Sie davon schon welche in Ihrem Deutschlandfonds aufgenommen?

Hartmann: Noch ist mein Portfolio recht defensiv aufgestellt. Aber ich werde zunehmend solche Werte raussuchen und sie in mein Portfolio bringen.

Kommentare zu diesem Artikel

Geben Sie jetzt einen Kommentar zu diesem Artikel ab.
 Kommentar hinzufügen 

ANZEIGE

Fondsfinder

Fondsname:
KAG:
Fondsart:
 
Ausgabeaufschlag:
Mindestalter:
Jahresperformance:
Volumen:
S&P Rating:
Fondsnote:
Sortieren nach:
 Suchen 

ANZEIGE

Was halten Sie von nutzergenerierten Chartanalysen auf finanzen.net?
Ich würde liebend gerne mein Wissen über Chartanalyse dem Publikum von finanzen.net zur Verfügung stellen.
Ich kenne mich bei Chartanalyse nicht so gut aus, halte nutzergenerierte Chartanalysen aber für einen echten Mehrwert.
Ich halte nichts von den Methoden der Chartanalyse und habe deshalb auch kein Interesse an nutzergenerierten Analysen.
 Abstimmen