18.03.2013 15:18

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BRIC-Fonds entpuppen sich als Renditegrab


Wien (www.fondscheck.de) - Wer vor drei Jahren mutig genug war, sich mitten in der Finanzkrise Aktienfonds ins Depot zu legen, wurde in aller Regel fürstlich belohnt, so die Experten von "FONDS professionell".

Deutschlandfonds hätten seither im Schnitt eine jährliche Rendite von 10,7 Prozent abgeworfen, würden Zahlen des Datenanbieters Morningstar zeigen. Mit thailändischen Aktien seien sogar 35 Prozent drin gewesen - Jahr für Jahr. Eine herbe Enttäuschung allerdings gebe es: BRIC-Fonds.

Brasilien, Russland, Indien und China hätten als Hoffnungsträger, als ideale Kombination von vier vielversprechenden Schwellenländern gegolten. Längst sei klar, dass das Kalkül nicht aufgegangen sei - zumindest für Anleger. Goldman-Sachs-Starökonom Jim O'Neill, der das Quartett einst erfunden habe, habe inzwischen seinen Rücktritt angekündigt. Auch wenn das BRIC-Desaster nicht den Ausschlag gegeben haben dürfte, sei O'Neills Abgang bezeichnend.

Während sich weltweit also die Börsen erholt hätten, hätten Anleger mit BRIC-Fonds Geld verloren. Auf Sicht von drei Jahren stehe in Euro gerechnet ein Minus von 1,4 Prozent pro anno. Wer mehr Kapital habe vernichten wollte, musste schon in Schuldenhochburgen wie Italien (minus 4,0 Prozent p.a.), Portugal (minus 8,2 Prozent p.a.) oder Griechenland (minus 25,8 Prozent p.a.) investiert sein, zeigt die Morningstar-Datenbank, so die Experten von "FONDS professionell".

In den vergangenen zwölf Monaten hätten sich die Börsen der Euro-Randstaaten immerhin wieder erholt. BRIC-Fonds dagegen hätten im Schnitt weiter an Wert verloren. Nicht mal die Rally der weltweiten Börsen seit Jahresbeginn sei im Depot der Anleger angekommen: Während der US-Leitindex Dow Jones auf Rekordniveau notiere, stehe der MSCI BRIC 37 Prozent unter seinem 2007 erreichten Hoch.

Nicht nur deutsche oder österreichische Privatanleger seien enttäuscht, auch in den BRIC-Ländern selbst greife der Frust um sich. An der Börse in Sao Paulo würden Brasiliens Privatinvestoren so wenig handeln wie seit 1999 nicht mehr, berichte die Nachrichtenagentur Bloomberg. Russische Investmentfonds hätten 16 Monate in Folge Abflüsse verzeichnet, in Indien zeige sich ein ähnliches Bild. Und in China hätten allein in den vergangenen zwölf Monaten 2,3 Millionen Depotinhaber alle ihre Fonds verkauft.

Bloomberg zufolge hätten 59 Prozent aller Unternehmen aus dem MSCI BRIC für das zurückliegende Quartal geringere Gewinne gemeldet, als Analysten erwartet hätten. Insgesamt seien die Unternehmensprofite um weniger als ein Prozent gestiegen. Von der einstigen Wachstumsfantasie sei demnach wenig geblieben.

Immerhin habe die lange Durststrecke dafür gesorgt, dass die BRIC-Aktien inzwischen moderat bewertet seien: Das durchschnittliche Kurs/Gewinn-Verhältnis (KGV) betrage 9,2, während der weltweite MSCI All Country mit dem 13-Fachen der erwarteten Gewinne gehandelt werde. Peter Dixon, Aktienstratege der Commerzbank in London, sehe das als gutes Zeichen. "Die Zeit ist reif für die Märkte, zu einer kleinen Erholungsrally anzusetzen", habe er Bloomberg gesagt.

Plamen Monovski, Chefstratege der Investmentboutique Renaissance Asset Managers, habe im Gespräch mit der Nachrichtenagentur betont, dass das Verhalten der heimischen Anleger für die weitere Kursentwicklung gar nicht so entscheidend sei. Für die langfristigen Aktienerträge sei die Bewertung der Titel viel wichtiger. Gut möglich also, dass das BRIC-Fazit in einigen Jahren erfreulicher ausfalle - zumindest für Anleger, die jetzt einsteigen würden. (Ausgabe vom 15.03.2013) (18.03.2013/fc/a/f)

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