16.01.2013 12:30
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Börse Frankfurt/Fonds: Aktien wieder in Mode

15. Januar 2013. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Neues Jahr, neue Geldanlagen - die Kauflaune der Vorwoche hält an. "Die Grundtendenz ist weiter positiv, die Umsätze sind hoch", berichtet Ivo Orlemann von ICF Kursmakler. Der Dax war am gestrigen Donnerstag nur knapp unter dem zum Jahresauftakt erreichten Fünfjahreshoch geblieben.

"Die Rede von Mario Draghi am Donnerstag sorgte für Unterstützung", ergänzt Lucas Schulte von der Baader Bank. Der EZB-Chef rechnet mit einer Inflationsrate von unter 2 Prozent im laufenden Jahr - bei anhaltender Konjunkturschwäche. "Anleger gehen daher davon aus, dass Krisenbrände in Zukunft weiter mit Liquidität gelöscht werden." Auch Schulte hat überwiegend Käufe beobachtet, bei guten Umsätzen.

Gesucht: deutsche und internationale Fonds

Orlemann

Wie Orlemann berichtet, kaufen Anleger Anteile etwa am DWS Deutschland (WKN 849096), der auf Sicht von einem Jahr immerhin mit einem Kursplus von fast 31 Prozent aufwarten kann, und am DWS Top Dividende (WKN 984811). Ebenfalls beliebt seien die international anlegenden Aktienfonds BS Best Strategies Trend & Value (WKN A0MLQE) und BL Equities Dividend (WKN A0MWCV). Nach wie vor ein Favorit scheine der auf deutsche Nebenwerte konzentrierte Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen (WKN A0M8HD) zu sein. "Da gab es fast nur Käufe", meldet Orlemann.

Schwellenländer als Sahnehäubchen

Doch auch Schwellenländeranlagen überzeugen derzeit, und da darf es durchaus etwas spezieller sein. Bei ICF Kursmakler ist sogar ein Emerging Markets-Fonds Umsatzspitzenreiter: der Aberdeen Global Emerging Markets Smaller Companies (WKN A0MQN4). "Hier hatten wir 98 Prozent Käufer", konkretisiert Orlemann. Das überrascht nicht, in den vergangenen drei Jahren erzielte der Fonds nämlich Renditen von fast 20 Prozent im Jahr. Ende Dezember 2012 waren 34 Prozent des Fondsvermögens in kleineren Gesellschaften asiatischer Schwellenländer investiert, 21 Prozent in lateinamerikanischen und 15 Prozent in afrikanischen. Der Rest floss in Unternehmen aus europäischen Schwellen- und asiatischen Industrieländern.

"Relativ viele Käufer" gibt es darüber hinaus im breit streuenden Aberdeen Global Emerging Markets (WKN 769088), wie Orlemann feststellt. Der Baader Bank zufolge entscheiden sich Anleger auch gerne für den Aberdeen Global Asian Smaller Companies (WKN A0HMM5), der ebenso auf Aktien kleinerer Unternehmen setzt, allerdings ausschließlich asiatische. Gut nachgefragt werde zudem der First State Greater China (WKN A0BKZB), ein Fonds mit Schwerpunkt auf Aktien aus China, Hongkong und Taiwan. "Beim letzteren spielt sicherlich auch der hohe Ausgabeaufschlag eine Rolle, der beim Kauf über die Börse wegfällt", meint Schulte.

Mischfonds: Langer Atem zahlt sich aus

Defensivere Produkte bleiben dennoch gefragt. Laut Orlemann legen sich Investoren vor allem den Mischfonds M&G Optimal Income (WK A0MND8) ins Portfolio. Auch der Flossbach von Storch Multiple Opportunities (WKN A0M430), ebenfalls ein Mischfonds, finde weiterhin viel Zuspruch. Zwar konnten beide im vergangenen Jahr mit den von reinen Aktienfonds erzielten Renditen nicht mithalten, trumpfen dafür aber mit ihrer langfristigen Performance auf: Der M&G Optimal Income kommt in den vergangenen fünf Jahren auf eine Rendite von jeweils knapp 11 Prozent, der Flossbach von Storch auf jeweils 12 Prozent.

Das Mischfonds-Flaggschiff Carmignac Patrimoine (WKN A0DPW0) ist Orlemann zufolge übrigens derzeit nicht mehr ganz so begehrt: "Hier gab es Zu- und Abflüsse." Der Kapital Plus (WKN 847625) finde dagegen meist Käufer - wenn auch die Umsätze nicht so hoch ausfielen. Angesagt sei im Moment auch der Acatis Gané Value Event (WKN A0X754), ein Mischfonds, der sich eher selten auf den Umsatzlisten von ICF Kursmakler wiederfinde. Die Fondsmanager kombinieren bei der Auswahl der Fondspositionen die Philosophie des Value-Investing mit dem Ansatz der sogenannten Event-Orientierung, wie es auf Neudeutsch heißt. Das heißt, dass grundsätzlich auf die Werthaltigkeit der Unternehmen im Vergleich zum Aktienpreis geachtet wird, aber auch Ereignisse wie Aktienrückkäufe, Fusionen oder Übernahmeofferten Anlass für ein Engagement sein können. Die Wertentwicklung des Acatis Gané Value Event in den vergangenen drei Jahren beträgt 10,4 Prozent im Jahr.

Durchwachsenes Bild bei Minenfonds

Schulte

Nicht ganz so eindeutig ist das Geschäft mit Minenfonds. "Das liegt wohl an der Unsicherheit über die Goldpreisentwicklung", mutmaßt Schulte. Der Preis für eine Feinunze ist seit Anfang Oktober, als 1.791 US-Dollar erreicht wurden, auf dem Rückzug und liegt seit etwa einem Monat unter der wichtigen Marke von 1.700 US-Dollar. Im Falcon Gold Equity (WKN 972376) halten sich Schulte zufolge Verkäufe und Käufe daher die Waage, im LO Funds World Gold Expertise (WKN 813930) überwiegen die Abgaben.

Kein Druck auf Immobilienfonds

Im Handel mit Immobilienfonds ist von den seit dem 1. Januar geltenden neuen Regeln nach wie vor nicht viel zu spüren, bemerkt Orlemann. "Es herrscht kein Abgabedruck." Etwa werde der Deka-Immobilien Europa (WKN 980956) gleichermaßen ge- wie verkauft. Im CS Euroreal (WKN 980500) sei das Bild ähnlich, mit einem ganz leichten Verkaufsüberhang. Seit Jahresanfang gilt eine Kündigungsfrist von 12 Monaten für den Verkauf von offenen Immobilienfonds, Neuanleger müssen Anteile zudem 24 Monate halten. Für Kleinanleger hat sich aber nichts geändert: Fondsanteile bis zu 30.000 Euro können unabhängig von den Fristen halbjährlich veräußert werden.

© 15. Januar 2013/Anna-Maria Borse

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