04.12.2012 15:40
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Börse Frankfurt-News: Kein Ansturm auf Aktienportfolios (Fonds)

    FRANKFURT (DEUTSCHE-BOERSE AG) - 4. Dezember 2012. Während sich der Dax zu lange nicht gesehenen Höhen aufschwingt, bleibt das Interesse der Anleger an Aktienfonds verhalten. Gekauft werden lieber Mischfonds.

 

Trotz Hausse an den Aktienmärkten: Anleger setzen weiterhin am liebsten auf gemischte Portfolios. Von einem Run auf Aktienfonds kann jedenfalls keine Rede sein. "Die Stimmung ist aber gut", bemerkt Ivo Orlemann von ICF Kursmakler und verweist auf das am gestrigen Montag erreichte DAX-Jahreshoch. Das deutsche Aktienbarometer war auf 7.487,89 Punkte und damit den höchsten Stand seit Juli vergangenen Jahres geklettert.

 

"Bestimmende Themen waren zuletzt die Griechenland-Einigung und der US-Haushaltskonflikt. Konjunkturdaten spielen keine große Rolle", meldet Anja Deisenroth-Boström von der Baader Bank. Sie spricht von einem relativ ruhigen Handel. "Größere Order wie in den Wochen zuvor gab es seltener."

 

Mischfonds hoch im Kurs

 

Von den Mischfonds ist der Kapital Plus von Allianz Global Investors (WKN 847625) derzeit besonders beliebt, wie Orlemann festgestellt hat. "Hier gab es ausschließlich Käufe." Das Fondsmanagement des Kapital Plus konzentriert sich auf Euro-Anleihen guter Bonität, kann daneben aber zwischen 20 und 40 Prozent des Vermögens am europäischen Aktienmarkt investieren. In den vergangenen drei Jahren punktete der Fonds mit einer jährlichen Rendite von 11,8 Prozent, in diesem Jahr sind es bislang sogar 15,2 Prozent.

 

Ebenfalls auf den Einkaufslisten weit oben steht Orlemann zufolge der Flossbach von Storch Multiple Opportunities (WKN A0M430), einer der ganz großen Favoriten in diesem Jahr. Im M&G Optimal Income (WKN A0MND8) hätten ebenfalls Zuflüsse dominiert, wenn auch bei weitaus geringeren Umsätzen. Im Carmignac Patrimoine (WKN A0DPW0) hat der Händler einen "leichten Käuferüberhang" ausgemacht.

 

Aktienfonds: Nicht alles überzeugt

 

Viel Zuspruch innerhalb der reinen Aktienfonds findet weiterhin der DWS Top Dividende (WKN 984811), wie die Baader Bank festgestellt hat. Daneben hätten Anleger auch gerne im Carmignac Investissement (WKN A0DP5W) zugegriffen. "Grund ist sicherlich auch der Kurssplit vom November. Ein Preis von 870 Euro ist einfach attraktiver als einer von 8.700 Euro", meint Deisenroth-Boström. Im Carmignac Patrimoine und im Carmignac Investissement war es am 12. November zu einem Preissplit im Verhältnis 1 zu 10 gekommen, Ziel war, die Fonds günstiger und damit leichter zugänglich zu machen.

 

Abgesehen davon berichtet Deisenroth-Boström noch von Käufen im Vontobel Global Value Equity (WKN A0EQVC), einem weltweit anlegenden Aktienfonds, und im Klassiker DWS Deutschland (WKN 849096). Eher abgestoßen worden sei hingegen der Fidelity Fund European Growth (WKN 973270).

 

Nicht mehr ganz oben auf der Umsatzliste von ICF Kursmakler, aber weiterhin gesucht, ist der Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen (WKN A0M8HD), der auf deutsche Nebenwerte setzt.  Der Aberdeen Global Emerging Markets Small Companies (WKN A0MQN4), der in Nebenwerte aus Schwellenländer investiert, sei ebenfalls gut angekommen. Auf Sicht von einem Jahr kann der Fonds mittlerweile mit einem Plus von 29 Prozent aufwarten.

 

Vorhang zu für weiteren Immobilienfonds

 

Dass im November für einen weiteren offenen Immobilienfonds, den Degi German Business (WKN A0J3TP), die Auflösung angekündigt wurde, hinterließ im Handel mit mit diesem Fondstyp offenbar keine Spuren. Kleinere Order, überwiegend auf der Verkaufsseite, hat Orlemann im CS Euroreal (WKN 980500) beobachtet. Auch vom Deka Immobilien Europa (WKN 980956) hätten sich Anleger meist getrennt - bei niedrigen Umsätzen. Der Degi German Business, der sich an institutionelle Anleger richtete, war bereits seit November 2010 eingefroren und soll nun zum 20. November 2015 aufgelöst werden.

 

Minenfonds: kein eindeutiger Trend

 

Edelmetall- beziehungsweise Minenfonds sind derzeit offenbar kein großes Thema. "Hier ist es eher ruhig", bemerkt Deisenroth-Boström. Handel in beide Richtungen habe es im BlackRock Global World Mining (WKN 986932) gegeben, vom Earth Gold Fund (WKN A0Q2SD) hätten sich Anleger überwiegend verabschiedet.

 

Am Earth Gold Fund hatten Anleger in diesem Jahr im Übrigen keine große Freude: Der heftige Kurseinbruch in der ersten Jahreshälfte konnte bislang noch nicht wieder wettgemacht werden, seit Jahresanfang liegt der Fonds mit einem Minus von 11 Prozent deutlich unter Wasser.

 

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© 4. Dezember 2012/Anna-Maria Borse

 

(Für den Inhalt der Kolumne ist allein Deutsche Börse AG verantwortlich. Die Beiträge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.)

 

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