08.01.2013 17:23
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Börse Frankfurt-News: Prosit Neujahr (Fonds)

    FRANKFURT (DEUTSCHE-BOERSE AG) - 8. Januar 2013. Einsteigen oder Umschichten ist die Devise vieler Fondsanleger zum Start ins neue Jahr. Gekauft werden allzeit beliebte Mischfonds ebenso wie Portfolios mit asiatischen Aktien, manchmal zulasten von Publikumsfonds mit europäischen Unternehmen.

 

Zum Jahresauftakt bringen Anleger frischen Wind in den Handel mit aktiv verwalteten Fonds. "Die Umsätze waren so hoch wie selten", meldet Andreas Kehnen. Neben der Suche nach neuen Anlagemöglichkeiten fokussierten sich Fondsinvestoren auf Umschichtungen, häufig Richtung Emerging Markets. "In den Depots der Anleger passiert deshalb viel, weil es zu Aktien derzeit keine Alternativen gibt", meint der Händler der Baader Bank. Mit Staatsanleihen solider Länder etwa gleiche man meist nicht einmal die Inflationsrate aus. Kehnen gibt sich auch mit Blick nach vorn zuversichtlich und tippt bei weiterhin robusten Aktienmärkten auf gleichbleibend regen Zuspruch für Publikumsfonds.

 

Mischfonds bleiben der Renner

 

"In den ersten Tagen von 2013 hatten wir sehr gut zu tun", bestätigt Ivo Orlemann von ICF Kursmakler, der von einer Verdoppelung der Fondsumsätze im Vergleich zu den vergangenen Wochen spricht. Trotz Optimismus an den Aktienmärkten favorisierten Anleger weiterhin gemischte Portfolios. Der Dauerbrenner Flossbach von Storch Multiple Opportunities (WKN A0M430) führe beispielsweise mit nahezu ausschließlich Käufen die Umsatzstatistik an.

 

In die Spitzengruppe geschoben habe sich zudem der auf Euro-Anleihen guter Bonität sowie europäische Aktien setzende Kapital Plus von Allianz Global Investors (WKN 847625). "In diesem Wert verbuchen wir vergleichsweise große Orders und fast nur Zuflüsse." Eine Ausnahme bei den Mischfonds bilde der Carmignac Patrimoine (WKN A0DPW0), der zwar rege, aber in beide Richtungen gehandelt worden sei.

 

Asiatische Aktien in Griffweite

 

Das Spektrum beachteter Fonds mit asiatischen Aktien beschreibt Kehnen als "bunten Strauch", der beliebig erweitert werden könne. "Abgesehen vom ein oder anderen Verkauf waren Asiaten meist gesucht." Viel Zuspruch habe es für das Duo Aberdeen Asian Smaller Companies (WKN A0HMM3, A0HMM5) gegeben, die vorwiegend in Aktien von Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung unter eine Milliarde US-Dollar investieren, vorausgesetzt sie sind an Börsen im asiatisch-pazifischen Raum ohne Japan notiert. In beide Richtungen ging es laut Baader Bank etwa für den First State Greater China Growth Fund (WKN A0BKZB). Vom Templeton Asian Growth Fund (WKN 971661) hingegen verabschiedeten sich Fondsanleger in Summe.

 

Nachlassendes Interesse an europäischen Werten

 

Mehrheitlich Abgaben erkennt Kehnen für Aktienfonds mit Schwerpunkt Deutschland und Europa. Einen Verkaufsüberhang gebe es beispielsweise im DWS Europäische Aktien (WKN 849082). Eher abgestoßen worden sei zudem der Fidelity Fund European Growth (WKN 973270). Regen Handel mit überwiegend Zuflüssen macht der Händler hingegen im Allianz Europe Equity Growth (WKN A0KDMT) aus.

 

Global aufgestellte Fonds ohne Handelstrend

 

Gemischt gehe es in international aufgestellten Publikumsfonds zu. Per Saldo gesucht war laut Kehnen beispielsweise der BL Equities Dividend Fund (WKN A0MWCV). Das Fondsmanagement setzt den Schwerpunkt auf Unternehmen mit hoher Dividendenrendite. Ebenso sei der Aberdeen Global World Equity Fund (WKN 989897) in Summe gekauft worden. Mit einem Verkaufsüberhang führt die Baader Bank den DWS Global Small/Mid Cap (WKN 847650).

 

Auch Minenfonds mit Käufen und Verkäufen

 

Minenfonds scheinen bei Anlegern wieder eine größere Rolle zu spielen. "Dieser Bereich ist zwar nicht ganz so stark, aber dennoch bewegt sich was." Auf den Verkaufslisten stünden beispielsweise der BlackRock Global World Mining (WKN 986932) und der BGF World Gold Fund (WKN 974119). Auf überwiegende Gegenliebe stoße der Stabilitas Silber und Weissmetalle (WKN A0KFA1). Privatanleger von neuen Spielregeln für Immobilienfonds kaum betroffen

 

Wie sich die seit 1. Januar geltenden gesetzlichen Regeln für den Handel mit offenen Immobilienfonds auf die Kurse auswirken wird, ist laut Orlemann noch nicht abzusehen. Von nun an gelte eine grundsätzliche Kündigungsfrist von 12 Monaten für den Verkauf von Anteilen. Neuanleger müssten sich zudem mit einer 24-monatigen Mindesthaltefrist arrangieren. "Diese Änderung betrifft aber weniger Privatanleger, denn Fondsanteile bis zu 30.000 Euro können unabhängig von den Fristen halbjährlich veräußert werden." Im Handel erkennt Orlemann einen Abgabedruck beispielsweise im SEB Immoinvest (WKN 980230), der sich in der Auflösung befindet.

 

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© 8. Januar 2013/Iris Merker

 

(Für den Inhalt der Kolumne ist allein Deutsche Börse AG verantwortlich. Die Beiträge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.)

 

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