aktualisiert: 06.08.2012 15:20
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Fondsmanager Willert: Sicherheit gibt es nicht

Leo Willert, C-Quadrat
C-Quadrat-Interview
C-Quadrat, der österreichische Anbieter hat sich auf Trendfolger-Dachfonds spezialisiert. Manager Leo Willert zu den Herausforderungen für sein Handelssystem.
€uro am Sonntag

von Peter Gewalt, €uro am Sonntag

C-Quadrat-Fonds zählen zu den besten Dachfonds der vergangenen Jahre. Doch das Flaggschiff C-Quadrat Arts Total Return Global AMI hatte zuletzt an Fahrt verloren. €uro am Sonntag sprach mit Fondsmanager Leo Willert über Stärken und Schwächen seiner Trendfolgerfonds.

€uro am Sonntag: Warum war 2011 für Ihr Flaggschiff schwieriger?
Leo Willert:
2009 und 2010 waren gute Jahre mit stabilen Trends. Im Jahr 2011 bildeten sich an den Aktienmärkten keine längerfristigen Trends heraus — auch wegen politischer Börsen, die die Märkte schnell in die eine oder andere Richtung trieben. 2012 läuft es wieder besser, wir sind klar im Plus.

Wie funktioniert Ihr System?
Das Handelssystem folgt einem momentumgetriebenen Sektorrotationsprinzip. Soll heißen: Zunächst legt der Computer die Aktienquote fest. Steigen die Kurse, wird der Aktienanteil erhöht, und umgekehrt. Dann sucht sich das System die Fonds mit den stabilsten Trends heraus. Danach legt es den möglichen Anteil der Fonds im Portfolio fest, wobei wöchentlich umgeschichtet wird. Herzstück ist unsere Datenbank mit allen wichtigen Informationen zu mehr als 10.000 Fonds.

Werden Sie Ihre Strategie aufgrund der Ergebnisse seit 2011 umstellen?
Nein, das wäre der größte Fehler, den wir machen könnten. Unser System ist ja mittel- und langfristig sehr erfolgreich. Wir arbeiten aber ständig an seiner graduellen Verbesserung. Uns war immer klar, dass es nicht nur steil nach oben gehen, sondern auch Rückschläge geben kann. Wir haben nicht den heiligen Investment-Gral gefunden, sondern ein System mit Stärken und Schwächen.

Wie würden Sie denn die Stärken und Schwächen beschreiben?
Unsere Fonds erzielen ihre größten Gewinne gegenüber dem Vergleichs­index meist in relativ kurzen Zeitspannen, wenn sie bei deutlichen Aufwärtsbewegungen stärker und bei Einbrüchen schwächer investiert sind. Fehlen an den Börsen wie 2011 in der Mehrzahl der Monate die klaren Trends, dann fehlen unseren Fonds die nötigen Impulse.

Am Ende zählen aber Gewinne.
Die liefern wir auch. Mit über 100 Prozent Plus in zehn Jahren können wir, und ich denke auch die Anleger des Global AMI, sehr zufrieden sein. Damit haben wir den Vergleichsindex MSCI World und die Konkurrenz weit hinter uns gelassen. Und das bei einer geringen Schwankungsbreite.

Ihr Fonds ist 2011 aber auch mal deutlich ins Minus gerutscht?
Das stimmt, aber die langjährige Wertentwicklung überzeugt. Der C-Quadrat Arts Total Return Global AMI und sein Nachfolger, der C-Quadrat Arts Total Return Flexible, gehören zudem zu den aggressivsten Produkten in unserer Angebotspalette, da sie bis zu 100 Prozent in Aktienfonds investieren. Wer mehr Sicherheit sucht, sollte in den C-Quadrat Arts Total Return Defensive oder den C-Quadrat Arts Total Return ­Balanced investieren. Diese beiden Dachfonds weisen eine deutlich geringere maximale Aktienquote auf und besitzen daher weniger Rückschlagspotenzial. Aktuell liegt der Balanced nahe seinem Höchststand.

Sind Verluste ausgeschlossen?
Nein, denn absolute Sicherheit gibt es nicht. Die finden Sie nur auf dem Geldmarkt. Aber da verlieren Sie dennoch Geld, da die Inflation derzeit deutlich höher ist als die zu erzielenden Geldmarktrenditen.

Fonds im Fokus

C-Quadrat Arts TR Flexible
Seit 2011 ist der Dachfonds C-Quadrat Arts TR Global AMI für Direktinvestments geschlossen, daher nur noch über die Börse zu ordern. Offen steht Neuanlegern aber der beinahe identische Nachfolger C-Quadrat Arts Total Return Flexible, der ebenfalls vollständig in Aktienfonds investieren kann. In negativen Börsenzeiten wird der Anteil bis auf null reduziert und in Fonds mit Anleihen oder Festgeldern umgeschichtet. In diesem Jahr ist der Fonds, der derzeit zu rund 47 Prozent in Aktien investiert ist, wie sein großer Bruder mit einem Plus von bisher rund fünf Prozent auf die Erfolgsspur zurückgekehrt. Andere Trendfolger wie der ETF-Dachfonds schneiden da deutlich schlechter ab. Fazit: Trendfolger im Aufschwung. Kaufen.

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